Ein Bein verloren, die Freiheit gewonnen | Was für ein Leben - Folge 9
Shownotes
Schuss an der Grenze – und trotzdem weiter Das klingt wie ein harter Film – ist aber Realität. In dieser Folge von „Was für ein Leben“ spricht FluxFM-Redakteur Matti Geyer mit Thomas von Grumbkow. Er wächst in der DDR auf, in Leipzig.
Ein junger Mann, der aneckt. Der Westmusik hört. Der Freiheit spüren will. Im selbstorganisierten Jugendclub legt er verbotene Songs auf – heimlich vom Radio aufgenommen.
Jeden Sommer trampt er ans Schwarze Meer. Bulgarien. Ein kleines Stück Freiheit im System. Doch irgendwann reicht ihm das nicht mehr. 1981 wagt er die Flucht.
An der bulgarisch-türkischen Grenze. Wenige Meter vor der Freiheit fallen Schüsse.
Thomas von Grumbkow wird getroffen. Er überlebt – aber verliert sein Bein.
Und kommt ins Gefängnis. Zurück in Leipzig gibt er trotzdem nicht auf.
Er geht in die Nikolaikirche, schließt sich der Friedensbewegung an, organisiert Protest. 1984 gelingt ihm schließlich die Ausreise in den Westen. Heute spricht er als Zeitzeuge über seine Geschichte – über Repression, Mut und die Frage, was Freiheit eigentlich bedeutet. Eine Geschichte über einen Moment, der alles verändert – und darüber, warum Aufgeben manchmal einfach keine Option ist.
Habt ihr eine Geschichte für uns? Kennt ihr jemanden, der oder die ein außergewöhnliches Leben geführt hat?
Eine Geschichte, die man einfach hören muss? Dann schreibt uns an matti.geyer@fluxfm.de
– vielleicht wird genau daraus eine der nächsten Folgen von "Was für ein Leben".
Zum Host des Podcasts: Matti Geyer arbeitet als Redakteur beim Berliner Radiosender FluxFM. Speziell durch seine Arbeit als Stadtführer von toursofberlin bringt er Expertise in Sachen Historie ins Programm ein.
Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:08: Fluchtgeschichten aus der DDR gibt es viele.
00:00:11: Viele sind spektakulär, manche sind tragisch und einige sind kaum zu glauben.
00:00:16: Menschen verstecken sich in Autos graben Tunnel bauen sich Heißluft-Ballons Und manche zahlen für ihren Versuch in die Freiheit zu kommen einen extrem hohen Preis.
00:00:26: Hier im Podcast haben wir ein offenes Mikro für Menschen mit außergewöhnlichen Lebensgeschichten.
00:00:30: Für Stimmen, die durch ihre Erfahrungen ein Stück große Geschichte greifbar machen.
00:00:35: Thomas von Grumko ist so eine Stimme!
00:00:38: Er wächst in Leipzig auf – In der DDR, eckt an, hört verbotene Radiusender, legt Westmusik auf und sucht immer wieder dieses Gefühl von Freiheit beim Trampen auf Reisen vor allem am Schwarzen Meer.
00:00:54: Er will ganz raus.
00:00:56: Sein Fluchtversuch endet wenige Meter vor der Grenze mit einem Schuss, er verliert sein Bein und kommt ins Gefängnis.
00:01:04: Trotzdem ist das nicht das Ende seiner Geschichte!
00:01:08: Ich bin Matti Geier und hab' mit ihm
00:01:10: gesprochen...
00:01:18: Deine Lebensgeschichte wäre ja nicht die gleiche gewesen, wenn du nicht schon früh vom Fernweg gepackt wurdest.
00:01:23: Was aus DDR-Bürgern natürlich nicht immer leicht war?
00:01:26: Wo bist du am liebsten hingereist?
00:01:28: Bulgarien ganz klar ich wollte immer ans Meer das warme Wasser die kalte Ostsee und vor allen Dingen Ungarn.
00:01:34: es ging ja immer durch Ungarn nach Bulgarien und Ungarn war so...
00:01:37: Ballaton?
00:01:38: Ne Ballaton fand ich zu touristisch.
00:01:40: Budapest Die Stadt Budapeste hat mich fasziniert.
00:01:43: Da habe ich gerne eingekauft da gab's Westschallplatten für Ostgelder.
00:01:46: Was ist dein Lieblingsreiseerlebnis gewesen damals?
00:01:49: Ich bin immer getrempt.
00:01:50: Bin einmal mit einem Lkw mitgefahren von Prag bis nach Budapesten, westdeutscher Lkws und richtiger... ...vierzig Tonnen.
00:01:57: das war ein Erlebnis für mich.
00:01:59: ich kannte nur die W-Fünfzig aus der DDR und die damit siebzig über die LkW Straßen da bretteten und das war toll!
00:02:05: Wie alt warst du da bei diesen ganzen Reisen?
00:02:07: oder wann hat es angefangen?
00:02:08: Das
00:02:08: hat früh angefangen.
00:02:09: Ich war gerade achtzehn geworden da bin ich losgezogen.
00:02:13: Früher durfte man ja auch nicht, man durfte unter achtzehn Uhr ohne Begleitung Erwachsener nach der Tschechai und in Napoli.
00:02:21: Und aber Ungarnromänen also das andere musste man achtzehnt sein wenn man allein unterwegs sein wollte und ich wollte das.
00:02:27: Und auch politisch gesellschaftlich warst du eher unzufriedener.
00:02:31: DDR hast angeeckt oder?
00:02:34: Mit Reuchten?
00:02:34: Ja Ich bin ein paar Mal angeeckt
00:02:36: mit welchen Konsequenzen?
00:02:37: was passiert?
00:02:38: Ach eigentlich ist nicht wirklich etwas passiert.
00:02:41: aus der FDR ausgetreten, da wurde großpalavot aber letztendlich hat sich da keiner zum Glauben.
00:02:46: Ich bin aus dem Gewerkschaftsbund ausgetreht und aus Solidarität mit dem polnischen solidanisch großes Palaver auch eine Eintrag im Anastasi-Aktor, aber letztlich ist mir nichts passiert!
00:02:57: Und ich habe zwar immer die große Klappe gehabt, aber ich hab immer mein Visum bekommen.
00:03:02: man musste ja für Bulgarien so ein Visumbahntragen bei der Polizei Und ich wusste, wenn man dazu frech und zu widerständlerisch ist, da hätte man auch so ein Wiese um nicht kriegen können.
00:03:12: Da musste man in der DDR bleiben!
00:03:14: Wie waren deine Eltern?
00:03:15: In der Hinsicht...
00:03:17: Die haben das gewusst, die wussten dass dann auch irgendwann, dass sich weg wollte und... Joa, auch die hatten einen Wochenend Grundstück, die vor einer Wochenende da immerhin und wir Kinder konnten schon so'n bisschen frei leben.
00:03:29: Na und dann kamen den Schluss irgendwann, das du bei einer Bulgarienreise in die Türkei Wann genau kam der Entschluss und wie viel Vorbereitungszeit hattest du?
00:03:38: Oder war das alles relativ spontan.
00:03:40: Das
00:03:40: waren, war meine vierte Bulgarienreise.
00:03:43: Einen und achtzehn.
00:03:45: Und die Jahre davor hab ich schon immer so ein bisschen geguckt oder so und überlegt aber... Die vierte habe ich dann gesagt so jetzt muss ich mal gucken und versuche und war noch in Sofia in einer Botschaft der Bundesrepublik und hab da vorgesprochen.
00:03:57: Hast du damit gesagt was du...
00:03:59: Ja ja, haben die aber gesagt und mir nicht zu raten, das wäre gefährlich.
00:04:03: Und ich war damals so ein bisschen mutig und vielleicht auch ein bisschen blauäugig und wollte es versuchen.
00:04:09: Ich bin dann ans Schwarze Meer, habe erst mal meinen Urlaub gemacht und als der Urlaub zu Ende war, bin ich dann eines Nachts über die Felder Richtung Grenze.
00:04:18: Die vulgarisch-türkische Grenze gehört im Kalten Krieg zu den streng bewachten Außengrenzen des Ostblocks.
00:04:24: Zwar sind die Anlagen weniger massiv als an der innerdeutschen Grenze, aber sie sind trotzdem nahezu undurchlässig.
00:04:31: Der eigentliche Grenzzaun liegt oft nicht direkt auf der Grenze sondern weit im Landesinnern.
00:04:36: dahinter eine mehrere Kilometer breite Sperrzone überwacht von Militär und Polizei.
00:04:43: auch hier gilt der Schießbefehl.
00:04:45: Fluchtversuche werden mit allen Mitteln verhindert.
00:04:48: In der DDR hält sich trotzdem lange das Gerücht dieser Weg sei einfacher, für viele endet er
00:04:55: tödlich.".
00:05:13: dabei.
00:05:15: Ja, das war ganz abenteuerlich und war dann den ganzen Tag unterwegs bis zur Grenze.
00:05:19: Dachtest du irgendwie dass es dort leichter ist als in der deutschen Grenze?
00:05:22: Das war so meine blauäugige Annahme.
00:05:26: ich dachte näher so stark bewacht wie die deutschlande kranze wird keine sein und weiter weg von dieser deutschlandsen grenze umso einfacher ist es.
00:05:32: aber die vulkanen hatten nicht so eine schwer bewachte kranse also der zauen war nicht so doll und die haben auch keine selbst schuss anlagen gehabt.
00:05:39: aber die kranzoldaten sind Liebevoll mit ihren Gewährnungen gegangen.
00:05:45: Und kam sie nicht ins Zweifeln?
00:05:47: Ich kam an dem Zaun, am Abend zum Sieben und war erst mal total entsetzt.
00:05:52: Jetzt wird's ernst!
00:05:53: Geh ich da jetzt rüber oder nicht?
00:05:54: Ich hatte kurz überlegt das wieder zurückzugehen... Also dann habe ich gesagt ne jetzt bist du so weit, jetzt musst du und bin ich darüber.
00:06:01: Wie lief die Flucht ab?
00:06:02: Ja, ich bin da drüber gestiegen, Abend zum sieben, hoher Stacheldrahtzaun in beide Richtungen eine Schräge links und rechts zu wohnen Fast nicht geschafft da drüber, wo ich sehr sportlich war.
00:06:13: Wo ich hab's dann geschafft bin in den Sand gesprungen und dann in den Wald rein und wusste das ist nicht die Grenze weil die Grenzen war der Fluss Und ich war oben noch auf dem Berg also wusste dass Vorgelagerte Zaun und ich muss jetzt noch irgendwie an die Kanze ranroppen.
00:06:26: Und es hat ewig gedauert, durch den Wald habe ich natürlich ganz langsam und leise gelaufen und hab dann einen Postenweg gefunden.
00:06:33: und dann oh schön hier kann nicht laufen.
00:06:35: so ein Waldweg wo auch Autos fahren.
00:06:39: und dann kam von hinten Lkw gefahren und dann noch einer und sie haben sich gegenseitig angestrahlt im Dunkeln und das reicht da die Soldaten drauf sitzen mit ihren Schießgewehren Da wusste ich, okay.
00:06:51: Ich bin irgendwo auf einem Traat ausgelöst irgendwann und dann war es schon abends um zehn.
00:06:58: Und dann sind die an mir vorbeigefahren runter an die Grenze.
00:07:01: Da konnte ich im Dunkeln gut beobachten.
00:07:03: Die konnten mich nicht sehen.
00:07:04: Ich habe mich im Gebüsch versteckt.
00:07:06: War das nicht beleuchteter?
00:07:07: Na
00:07:07: ach!
00:07:07: Stockfensternacht wirklich da war nichts.
00:07:11: aber ich wusste wenn die davor einen Zaun haben, haben die auch unten einer grenzeren Zaun.
00:07:15: Das war auch so.
00:07:16: Ich hab den Zaun zwar nie gesehen aber Ich konnte die im Dunkeln beobachten, wie sie den Berg runtergefahren sind an mir vorbei und keine zweihundert Meter von mir.
00:07:25: War das Tal?
00:07:25: War der Fluss?
00:07:27: Sind die ausgestiegen?
00:07:28: Waren da rum?
00:07:29: Palawad?
00:07:29: Ganz laut.
00:07:31: Und nach zehn Minuten war Ruhe.
00:07:32: Da hat ich Scheiße!
00:07:33: Jetzt sind die da unten und haben sich da verteilt.
00:07:36: Das waren bestimmt zehn, fünfzehn Soldaten wenn es uns reicht... ...und die warten auf dich.
00:07:39: Das war mir klar.
00:07:41: Ich bin in einer Falle hinten der Zaun vorne die Grenze und ich sitz dazwischen.
00:07:45: Ich hab die ganze Nacht da gelegen und gedacht, was mach ich denn?
00:07:48: Ruf jetzt hallo!
00:07:49: Nehmt mich mal fest oder so.
00:07:52: Aber ich habe dann einfach liegen geblieben im hellen morgengrauen losgelaufen.
00:07:58: Und dann nochmal umkennen.
00:07:59: in dem Moment war ...
00:07:59: Ja ja, ich wusste wenn ich über den Zaun bin unter einen Alarm ausgelöst war.
00:08:04: Da waren Sandstreifen.
00:08:05: Wenn ich zurückgegangen wäre hätte ich wieder Alarm ausgelösen.
00:08:08: Das war irgendwie... Ich wusste ich kann weder vor noch zurück und dann bin ich so quer gelaufen.
00:08:14: durch den Wald.
00:08:15: Aber ich habe zu viel Krach gemacht, die haben natürlich da unten gestanden mit Hunden und haben auf mich gewartet.
00:08:20: Die haben nur gehorcht wo es raschelt, wo es knackt und in einem uralten Buchenwald kann man nicht schweben.
00:08:27: das ist ganz laut wenn er da läuft.
00:08:29: Und dann haben sie mich dann eingekreist und dann hab' ich mich noch im Laub versteckt weil ich gedacht habe oh die finden mich ja vielleicht nicht!
00:08:36: Dann gab's einen tierischen Knall und dann dachte ich okay das war's bin ich aufgestanden aus meinem Versteckterunterstand drei Meter entfernten Offizier mit einer Pistole und hat auf mich gezielt, und hat fürchterlich rumgebrüllt.
00:08:50: Und ich habe fürchterliche Angst gehabt, hab die Hände hochgenommen natürlich, hab gezittert... ...und das ging alles ganz schnell!
00:08:57: Dann kam von der Seite Soldaten angelaufen, die da ringsrum hier waren.
00:09:01: Und der erste Soldat, der ran war, der hatte seine Kalaschnikoffe genommen und hat mich da so umgeschossen einfach ohne Vorwarnung.
00:09:10: Einfach so.
00:09:11: Und dann lag er im Dreck Und hat den Durchschuss in der Wade und einen Streifschuss im Bein.
00:09:15: Hat die
00:09:16: erste Knallbeer auch schon ein Schuss auf dich?
00:09:17: Ich hatte die Augen zu, ich lage unter dem Laub in so einer Mulde... ...ich hab mich ja versteckt!
00:09:23: Ich habe mir die Augen zugemacht, hab gedacht... Mich zieht da niemand.
00:09:27: Keine Ahnung, ob er auf mich gesch... Ich denke mal, der hat denen die Luft geschossen.
00:09:31: Was ist dir dann durch den Kopf gegangen?
00:09:33: oder hast du es gemerkt direkt oder...?
00:09:35: Ja das
00:09:35: knallt, das reißt einem die Füße weg, dass tut nicht weh.
00:09:38: Oder das tut so weh, dass man das nicht irgendwie als Schmerz empfindet.
00:09:42: Ich lag einfach im Dreck und dachte okay jetzt bin ich tot oder irgendwas keine Ahnung.
00:09:46: da bin ich wieder zu mir gekommen hat der Blut im Mund.
00:09:49: die war wo auch kurz weg also ohnmächtig oder länger über keine ahnung es hat mir keiner erzählt hatte blut im mond die zahn abgebrochen hier vorne.
00:09:58: die haben mich doch noch nicht so ganz nett behandelt mit ihrem gewergholben.
00:10:03: Aber letztendlich haben die mich dann auf eine Trage gelegt, auf ein Selbstgebautem Stacke im Wald geschnitten und haben da ihre Koppel abgemacht.
00:10:11: Und haben mich da rausgetragen.
00:10:13: das war ja ganz steil so ein steiler Berg und irgendwann lag ich auf einem kleinen Lkw und irgendwann haben sie mich daraus gefahren aus dem Grenzgebiet erst mal in ihrer Kaserne und dann Richtung Norden Richtung Krankenhaus.
00:10:26: Wie sind die mit dir umgegangen?
00:10:28: Nicht nett.
00:10:29: Die sind erst mal bis zum nächsten Ort gefahren, wo man auch als DDR-Burger reinkam.
00:10:32: Das war Achtepol.
00:10:34: und haben die mich erst einmal auf dem Campingplatz vorgezeigt.
00:10:37: Die sind da vorgefahren.
00:10:38: Ich lag auch auf der Pritsche dahinten halt bewusstlos.
00:10:40: Und dann haben sie die DDR Burger angerufen, die da am neunten September einachtzig immer noch Urlaub machten ob die mich kennen würden.
00:10:48: Die hat mich richtig umgezeichnet.
00:10:52: Und natürlich kannte mich keiner und alle, oh was haben die denn mit ihr gemacht?
00:10:57: Egal.
00:10:57: und dann sind wir weiter gefahren Richtung Norden.
00:10:59: Und unterwegs haben die mich dann immer mit Stiefeln traktiert, weil irgendwer hat erzählt da wäre noch einer gewesen.
00:11:08: Das stimmt in dem Quartier habe ich bevor ich losgelaufen bin mein besten Kumpel noch getroffen.
00:11:12: Wir sind zusammen losgezogen, wir trinken und so weiter und er ist dann wieder zurück und ich bin da geblieben.
00:11:18: Und es haben wo welche gesehen dass wir zu zweit unterwegs waren und an der Grenze waren auch Fußspuren zweimal.
00:11:23: Ich bin ja einmal in den Zaun Und hab gedacht, oh nee das schaff ich nicht.
00:11:27: Ich bin wieder zurückgegangen in den Wald und habe über die Sachen noch mal nachgedacht eine halbe Stunde und bin dann nochmal zum Zaun.
00:11:33: Als sie das untersucht haben, haben die zwei Fußpuren gefunden und da haben die Leute im Dorf gesagt, oh die waren so zweit!
00:11:40: Wo ist der zweite Mann?
00:11:40: Dann haben die mich in die Seite getreten mit Stiefeln, ich soll auch zweiter Mann, zweiter Man, die waren richtig böse... Da hatte ich dann schon so viel Blut verloren.
00:11:49: Ich hab die Stiefeltritte auch nicht mehr als Schmerzen wahrgenommen, das war...
00:11:53: Und was?
00:11:54: Man ist so wie man so... und da war ich nach sieben Stunden aus dem Krankenhaus.
00:11:58: Sieben
00:11:59: Stunden?!
00:12:00: Ja, dann kam ja irgendwann die Hopsbotschaft dass dein Bein amputiert werden.
00:12:04: Das war, kam nicht sofort.
00:12:05: Die wollten das wirklich retten aber ich hatte so viel blut verloren, dass die mich erstmal aufpeppeln mussten.
00:12:10: Ich wär in der ersten großen OP wahrscheinlich um den Brett geblieben.
00:12:13: Die hat mich erst am zweiten oder dritten Tag operiert, das beinmäßig.
00:12:17: Vorher haben die erst mal nur versucht mich zu stabilisieren.
00:12:20: Also wenn das alles zügiger passiert wäre hätte man das wahrscheinlich nicht amportieren müssen.
00:12:24: am Ende?
00:12:25: Wahrscheinlich.
00:12:26: Aber das steht mir gerade zwischen dem Kopf aus.
00:12:28: Das höre, wie lange du das alles gedauert hast!
00:12:30: Es ist
00:12:30: eine richtige Überlegung aber die kann man nicht beweisen...
00:12:35: Was ging dir da durch den Kopf, als es dann amputiert wurde?
00:12:37: Oh!
00:12:38: Wollte ich nicht mehr leben.
00:12:39: Da war für mich... Die Sache war gescheitert, der Fluchtursuch war gesscheitert.
00:12:43: Ich wusste, ich muss ins Gefängnis und hab gesagt was soll der Scheiß?
00:12:47: Dann wollte ich echt nicht mehr und habe die Nahrung verweigert.
00:12:50: Am Anfang hatte ich sowieso keine Hunger Und dann kamen die immer, ich solle etwas essen Und dann haben sie mir einfach links und rechts einen Tropf in die Arme Die Handgelenke ans Bett gefesselt Links und rechts eine Nadel rein und dann wurde ich per Flasche ernährt.
00:13:04: Nach drei Tagen habe ich das dann aufgegeben.
00:13:08: Dann hab' ich nach Essen verlangt und gesagt, okay, ich lebe noch.
00:13:10: Also geht das irgendwie weiter?
00:13:12: Und ging ja weiter!
00:13:13: Ja...
00:13:15: ...und es ging dann so weiter, dass du kamst erst mal in
00:13:18: Haft?!
00:13:19: Ja, aber ich musste erstmal zwei Monate im Krankenhaus bleiben.
00:13:22: Ich war ja nur ein bisschen verletzt und die Beinamputation ist nicht so ohne und das ist vierzig Jahre her.
00:13:28: also die klinischen Zustände da im Bulgarien war also nicht so auf dem neuesten Stand, sag ich mal.
00:13:35: Kam dann in der Zwischenzeit die Stasi öfter?
00:13:36: Nee.
00:13:37: Am Anfang kam einmal ein Soldat und hat mich noch mal verhört aber... Dann haben sie mich in Ruhe gelassen.
00:13:43: Habe ich da gelegen.
00:13:45: Einfach nur gesund werden.
00:13:47: Transportfähig.
00:13:48: Und als du dann transportfähig warst, wann ging's?
00:13:50: Dann ging es nach Sofia mit einem Flugzeug.
00:13:53: ganz komisch.
00:13:54: Also.
00:13:54: ich wurde privilegiert behandelt weil ich im.
00:13:58: Ich weiß es natürlich nicht hundertprozentig, aber ich habe im Krankenhaus ein hübsches Mädel kennengelernt und das war die Tochter des Gefängnisdirektors der zu Hause erzählt hat.
00:14:06: Wir haben da einen deutschen gefangen genommen, der hätte mit Handgranaten an der Kranze geworfen und deshalb mussten sie Soldaten schießen.
00:14:12: Das haben die Ärzte mir am Krankenhaus auch, die haben mich auch gefragt wo hast denn du die Handgranat näher gehabt?
00:14:18: Die haben eine Erklärung gesucht.
00:14:20: Eine rechtfertige.
00:14:22: Und das waren die Tochte des Gefägnisdirektores Hatte eine Freundin da, die dann eine kleine OP hatte und hat sie mich besucht.
00:14:29: Er hat mir das erst mal beobachtet.
00:14:31: Und eines Tages stand, die neben mein Bett und hat gesagt ich bin die Natja und ich konnte dich jetzt besuchen.
00:14:37: Ja, war einundzwanzig über siebzehn und wir haben uns ganz nett verstanden.
00:14:41: Ich weiß nicht ob das der Grund gewesen ist.
00:14:43: also alle anderen Gefangenen, die ich so gesprochen und kennengelernt habe, die sind alle mit... Nicht nett behandelt worden und die bulgarischen Gefängnisse waren berühmt berüchtigt für Mittelalterliche Zustände mit Kühler, Verzeller usw.
00:14:58: Und ich wurde mit dem Flugzeug abgeholt nach Sofia geflogen, so eine kleine Maschine dort in einem Hotel untergebracht und am nächsten Morgen mit einer bulgarischen Stasi-Auto auf den Flughafen gebracht direkt an so ne IL-Achzehn oder wie man diesen die Interflug fliegen da pro Woche zweimal runter und holten die Leute ab
00:15:22: Und dann ging es in Dedenken.
00:15:23: Dann ging's über Bukarest, neue Leute einladen, Budapest, Prag und dann waren wir voll bis zum letzten
00:15:30: Platz.
00:15:30: Was war das für Leute?
00:15:31: Alles
00:15:31: Flüchtlinge!
00:15:33: Und das war schon der dritte November.
00:15:35: Und auf dem Flughafen hier in Schönefeld standen dann die ganzen Stasi-Barkasse.
00:15:39: Die hatten so Barkasse, das war an der Hand gefangen worden.
00:15:42: Da stand VAB Fisch drauf oder irgendwie stand nicht Stasi drauf.
00:15:46: Das waren so getrannte Autos und da passeten vier Leute rein.
00:15:49: Und da wurden die Leute dann einzeln eingeladen und in ihre Untersuchungshaftanstalten gefahren.
00:15:55: Also es war so Mode dass man eigentlich in die Stadt kam wo man herkam oder in den Bezirk.
00:16:00: also jeder Bezirker hat einen Stasi Gefängnis Und ich kam ihm nach Leipzig, weil ich aus Leipzig komme.
00:16:06: Und wurde dann noch zum Dreibern in dem Stasiuntersuchungsgefängnis.
00:16:11: Wie lange war es im Gefängnis insgesamt?
00:16:12: Insgesamt habe ich ein Jahr bekommen.
00:16:14: Davon haben die mir die zwei Monate Krankenhaus angerechnet.
00:16:17: Vier Monate des Stasiurhoffenden und nochmal sechs Monate in Brandenburg oder Brandenburger Nahe.
00:16:21: Was war deine schlimmste Erinnerung?
00:16:25: Weil man bei der Stasi in den Achtzigern, in den Sechzigersiebzigern war das anders nicht aufgemuckt hat nicht mit seinem Vernehmert diskutiert hat oder so, dann haben die einen korrekt behandelt.
00:16:35: Also das ist für westdeutsche Verhältnisse völlig unakzeptabel aber für Ostverhältnisse war das korrekte.
00:16:40: also wir wurden nicht geschlagen, nicht misshandelt und natürlich waren die Zustände katastrophal in ganz darin so einer Zelle eingebaut zu sein halbe Stunde frei und kein Fenster auf der Zelle.
00:16:54: Man wurde in Ruhe gelassen.
00:16:55: Das Essen war in Ordnung, man wurde zu unmöglichsten Zeiten zu Verhörern geholt und... Und einmal habe ich mich mit meinem Phonema angelegt als der meine zerschossene Hose also ich hatte eine Jeans an, ne West-Jeans durch gegen eins zu vier getauscht.
00:17:08: Ich weiß nicht, wie all das aussieht, wissen Sie es noch?
00:17:10: Wie schwierig das war ein Westgeld zu kommen, ne Original Levis und die war zerschossen, also durch diese Einschüsse.
00:17:16: dann hatten die Ärzte die aufgeschnitten und die lag in meinen Effektmeisters im Knast.
00:17:20: Also diese Diese Bagage, die man da mit hatte.
00:17:23: Und der wollte die wegschmeißen und schlug mir nach so einem Verhörer ein Zettel rüber und sollte hier mal unterschreiben... ...und ich lese das dann, dass meine Hose vernichtet werden soll.
00:17:32: Soll?
00:17:32: Ne!
00:17:32: Das geht nicht.
00:17:33: Es ist meine HOSE, die wird nicht
00:17:34: vernichtet.".
00:17:35: Doch, das ist... Das muss unter Outdoor.
00:17:37: Da wurde der fuchselig richtig.
00:17:38: Der wollte natürlich nicht, dass sich diese Trophäe quasi wenn ich meine die DDR zurück entlassen werde jemanden zeigen kann oder so.
00:17:45: Und da haben wir also ... Das war heftig!
00:17:47: Da wurde er sehr ungemütlich.
00:17:49: Okay.
00:17:49: Er
00:17:49: hat mir keine Brügel angetroht aber da wurde der recht
00:17:52: laut.
00:17:53: Okay Aber alles im Allgemeinen.
00:17:55: andere erzählen dann von einem psychologischen Spielchen.
00:17:58: aber Ja,
00:18:01: aber es war zu ertragen.
00:18:02: Wenn man rein kam musste man die Hände unter den Popo schieben und dann so sitzen stundenlang.
00:18:09: das dientet dazu dass auf dem hocker waren tuch.
00:18:12: wenn man so zwei stunden auf seinen händen sitzt Dann hat man den handschweiß an das tuch und das haben sie dann in so ein glas gestopft und hatte eine gerufprobe.
00:18:21: Hat man gar nicht so wahrgenommen?
00:18:23: ja
00:18:23: total bescheuert.
00:18:24: aber
00:18:26: So und dann Und
00:18:27: dann?
00:18:27: Bist du raus aus der Haft und bist dann über die Bodenschaft, die ständige Vertretung der BRD doch noch geflohen.
00:18:34: Ja!
00:18:34: Das hat aber dann noch eineinhalb Jahre gedauert.
00:18:36: Ich wurde erst mal zurück in die DDR entlassen... ...und hatte im Gefängnis ein Facher kennengelernt, der gesagt hat, Thomas wenn du nicht abgeschoben, freigekauft wirst, dann melz dich bei mir.
00:18:46: Und über den habe ich Kontakt zur Friedensbewegung gefunden in Leipzig.
00:18:49: Einen Achtzig oder das war schon ein Achtzlich Und da war ich nochmal eineinhalb Jahre richtig
00:18:55: aktiv.
00:18:55: In den Kirchen bei der Zersammlung?
00:18:57: Ja, in
00:18:57: der Schwerde zum Fluchschahn und da waren wir, sehen wir, neunzehn, zwanzig, dreieinachtzig sind wir schon mit bunten Lampions- und Kerzen durch Leipzig gelaufen.
00:19:05: Wenn du gewusst hättest dass das mal zum Mauerfall führt, hättetst du dann da dich weiter engagiert?
00:19:09: Absolut!
00:19:10: Ich war in Ost-Berlin, in dieser Botschaft der Bundesrepublik Deutschland.
00:19:15: Nicht um nochmal zu sagen, er holt mich mal hier raus und ich bin da hingefahren, um zu sagen... ...ich will hier bleiben es bringt alles nix.
00:19:22: Hab einen Schwager an die Schwestern bei der Stasi.
00:19:24: Ich komm sowieso nicht raus mit meiner Geschichte sowieso noch nicht und mit einer großen Klappe aus Recht nicht.
00:19:28: Ich bleibe da und hab dem das versucht zu erklären warum ich den in der DDR bleiben möchte.
00:19:34: auch dass die mich davon eine Liste nehmen.
00:19:36: Und an dem Tag sitzen da elf Leute in der Botschaft und machen eine Botschaftsbesetzung.
00:19:41: Du hattest einen Antrag gestellt auf Ausreise und dann hast du ja BRD sagen wollen, dass sie dich nicht rauskaufen sollen oder rausverhandeln sollen?
00:19:49: Ja.
00:19:49: Ich wäre nie frei gekauft worden.
00:19:52: Da steht auch ein Mann an der Straße.
00:19:53: Ach so!
00:19:53: Und du wolltest den sagen, da holt jemand anderes raus?
00:19:55: Genau genau.
00:19:56: Und meine Freunde mit denen wir durch Leipzig gezogen sind mutig immer vorne weg und große Klappe ich.
00:20:02: Wir haben gesagt Thomas du mit deinem Ausreiserantrag und wenn die dich wieder verhaften, dann wirst du abgeschoben.
00:20:07: und dann habe ich gesagt nein ich werde nicht frei gekauft.
00:20:10: Aber ich wollte das machen als Zeichen für meine Freunde, dass ich zu ihnen gehöre, dass sich nicht mehr weg will.
00:20:17: Und da sitzen da die elf Leute und da sind bei mir oben im Kopf die Sicherung durchgebrannt und dann kam das alles wieder – die Flucht des Beinen!
00:20:25: Da hab' ich gesagt es ist die einzige Chance.
00:20:27: und das war tsch, vierundachtzig am dreinzehnten Januar, vierandachtzig.
00:20:31: Da war der Mauerfall noch fast sechs Jahre hin und da habe ich gesagt ne Thomas du musst... Wenn du die Chancen nicht nimmst, dann kommt die nie wieder und man könnte ja nicht wissen dass die DDR mal so sang- und klanglos badengeht.
00:20:43: Und dann haben wir einfach mit dazu gesetzt.
00:20:45: Dann haben sie gesagt, ich mach damit!
00:20:47: Da hatten wir erst gedacht, ich bin Stasi.
00:20:49: Die kannten sich alle untereinander.
00:20:51: Wo letztendlich bin ich da?
00:20:52: montag früh um zehn in diese ständige Vertretung... ...und am Dienstag nach neunzehn Uhr war mir am Kuh da.
00:20:58: Ach krass der Doktor Wolfgang Vogel dieser Menschenhändler Freikauf rechtsanwalt aus Berlin hat uns daraus geholt.
00:21:05: Ich frag mich gerade, wenn die Stasi muss ja doch noch mal ein Auge auf dich geworfen haben nach dieser ersten Flucht.
00:21:10: Und dann kommst du da zu der ständigen Vertretung?
00:21:12: Die ja stark bewacht war immer und konntest einfach reingehen?
00:21:16: Ja
00:21:16: also man konnte eigentlich in diese ständige Vertretungen immer rein nur das Rausgehen war immer schwierig.
00:21:21: Also reingehn lassen... Da haben sie die Chefs von der ständig vertretung immer drauf geachtet auch politisch und so dass es freizugänglich ist.
00:21:29: Die haben nur hinterher die Leute rausgezoppelt Und haben gesagt, wo warst du?
00:21:32: Und die dann verhört und so weiter.
00:21:35: Wie war dein neuer Anfang im Westen?
00:21:37: Etwas holporig also ich hatte ja gar nicht damit gerechnet.
00:21:41: und dann saß ich da und kam nach Bremen in eine Stadt, wo ich eigentlich gar nicht hin wollte.
00:21:45: aber in meiner Akte... Ich hatte auch in der Bundesrepublik nackt.
00:21:49: Hatte sich eine Frau für mich eingesetzt sehr persönlich bei hochrangigen Politikern und guck mal den haben sie es beinahm putiert!
00:21:56: Also ich war bekannt.
00:21:58: Und dann sagt er hier in Marienfelde, war das Notaufnahme-Lager hier in Westberlin.
00:22:04: Sagt der Beamte zu mir, wer ist denn Frau Dornbusch?
00:22:06: Ich sage auch, dass eine Schulfreunde von meiner Mutter... Ja ja die hat sich auch für sie eingesetzt!
00:22:09: Ich hab ihr schreiben und so weiter.
00:22:11: Die rufen wir jetzt mal an.
00:22:11: und zack hatte der das Telefon in der Hand.
00:22:13: und Frau Dorenbusch wissen Sie wer hier sitzt.
00:22:16: So kam ich nach Bremen zur Frau Dronbusch.
00:22:18: Tante Barbara, die eigentlich gar keine Tante war.
00:22:21: Ich hab mich da nicht so ganz wohl geführt, aber ich war natürlich froh erst mal unterzukommen.
00:22:26: Die kannte sich aus und hat mich zu allen Behörden geschleppt.
00:22:28: Letztendlich war das total richtig!
00:22:30: Aber ich persönlich fand das natürlich nicht so toll.
00:22:32: Ich kam aus Leipzig.
00:22:34: Ich war da vernetzt.
00:22:35: Mich kannte jedes Sau-Ichranding immer mit meinen Krücken durch Leipzigerum.
00:22:40: Und in Bremen kannte ich keinen Menschen.
00:22:42: Das erste Jahr sehr gruselig für mich, da Fuß zu fassen.
00:22:47: Was hast du dann gemacht beruflich?
00:22:49: Ich habe erst mal nur ein bisschen lange dumpf rum gesessen, dann hat irgendeiner von der Arbeiter Wohlfahrts- und Zivildienstleistende dies früher gehabt.
00:22:57: Er gesagt, du musst das machen!
00:22:58: Ich gehe zum Abendgymnasium, da kannst du Abitur machen, kannst du noch einmal studieren?
00:23:01: Und ich durche es mache.
00:23:03: Da hab' ich Abendgymnastium gemacht, dass abbrechen müssen weil mein Geldgeber gesagt hat, ich müsse eine Ausbildung machen als ich habe arbeitslosem Geld gekriegt... ...und dann die Kriegsopferfürsorge so hieß das, die mich betreut haben.
00:23:15: Wenn nicht eine Berufsausbildung war ja Aber da ich war ein Stahlbarmunter, wenn ich eine Berufsausbildung mache dann würden die mir das finanzieren.
00:23:24: Und das war gegen Arbeitslosengeld richtig viel Geld und haben mich einen Auto finanziert.
00:23:28: So haben sie mich eingekauft und habe noch mal eine Ausbildung gemacht und dann nochmal eine Ausbildung EDV.
00:23:33: Da hab' ich ne Frau kennengelernt.
00:23:36: Ein Kind gemacht ziemlich schnell, ziemlich unglücklich... Nach einem zwei Jahren war klar dass es nicht gut geht.
00:23:43: aber ach naja das war Ihre Eltern, die haben mich sehr geliebt.
00:23:47: Da war ich sehr angenommen in der Familie.
00:23:50: Das hat
00:23:51: Paus gemacht und dann kamen der Mauerfall.
00:23:53: Hast du da nochmal deine Kirchenfreunde in Leipzig wieder gesehen?
00:23:57: Nein,
00:23:57: ich kam ja erst nicht raus... ...und dann kam ich nicht mehr rein!
00:24:00: Ich hatte einen Einreißer-Sparre.
00:24:02: Wenn die DDR noch leben würde, wäre nie wieder reingekommen.
00:24:05: Nach dem Mauerfeil?
00:24:07: Ja nach dem Mäuerfeil natürlich.
00:24:09: Da bin ich dann nach Leipziger meine Freunde besucht.
00:24:12: Weil wir haben die
00:24:12: reagiert?!
00:24:13: Oh jo!
00:24:14: Die haben das nicht alle verstanden, die fanden das nicht alles
00:24:17: total.
00:24:19: Ich hab die ja quasi auch im Stich gelassen.
00:24:20: Da
00:24:21: bin ich immer die große Klappe gehabt und dann war ich auf einmal weg und konnte das ja auch nicht erklären!
00:24:25: Ich konnte ja niemandem was erklären.
00:24:27: Auch meinen Eltern, das war eine spontane Reaktion.
00:24:31: Hattest du noch Kontakt mit deinen Eltern?
00:24:33: Brieflich
00:24:33: oder wir haben mal telefoniert... Und zweimal haben wir uns in Ungarn zum Urlaub machen getroffen.
00:24:38: Ich kam nicht mehr in die Idee rein und die natürlich auch nicht an die Bundesrepublik.
00:24:42: Heute wohnt's in Brandenburg
00:24:44: Jetzt wohne ich wieder im Osten, nach sieben und dreißig Jahre Bremen haben wir uns in Brandenburg im Nordwesten da an der Elbe einen alten Hof gekauft.
00:24:52: Haben den renoviert ausgebaut umgebaut und seitdem ich rentner bin, wohnen wir dort.
00:24:57: Und wie geht es dir heute?
00:24:58: Wie geht's dein Bein?
00:24:59: Mein Bein geht super!
00:25:00: Also... Ich habe eine Superprothese und ich komme damit klar das tut manchmal weh Das drückt manchmal aber im Grunde ganz gut.
00:25:10: Okay Man findet mich unter zeitzeugendee.
00:25:13: Dann danke ich fürs ausführliche Gespräch für diese krasse Fluchtgeschichte.
00:25:18: Heute spricht Thomas van Gromko als Zeitzeuge über sein Leben, über Repression, Widerstand und darüber was Freiheit eigentlich bedeutet.
00:25:26: Aktuell beobachtet er aber dass das Interesse an gerade solchen DDR-Themen abnimmt.
00:25:31: Es gibt weniger Anfragen und weniger Zuhörer.
00:25:34: Dabei sind es genau diese persönlichen Erzählungen die Geschichte begreifbar machen umso wichtiger ihnen zuzuhören und sie weiterzuerzählen.
00:25:43: Und in der nächsten Folge geht's von der Grenze direkt in den Berliner Alltag, drei erzehnte Busfahren in Berlin – alles was man dabei erlebt!
00:25:52: Anche Bösler sitzt seit über dreißig Jahren am Steuer und hat so ziemlich alles gesehen, was diese Stadt zu bieten hat.
00:25:58: Schräge Fahrgäste, kuriose Situationen und echte Berliner Geschichten.
00:26:08: FluxFM,
00:26:09: was für
00:26:10: ein Leben.
00:26:11: Weitere außergewöhnliche Biografien auf fluxfm.de.
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