Freiheit auf UKW: Astrid Landero und DT64 | Was für ein Leben - Folge 8

Shownotes

Eine Biografie im Spannungsfeld von Politik, Radio und Feminismus Manche Lebensgeschichten erzählen mehr über eine Zeit als jedes Geschichtsbuch.

Die von Astrid Landero ist eine davon. Aufgewachsen in Thüringen in einem politisch geprägten Elternhaus, entwickelt sie früh ein Interesse für internationale Themen, hört westliche Musik und beschäftigt sich mit der US-Bürgerrechtsbewegung. Ihr Weg führt sie zum Studium nach Moskau – in ein internationales Umfeld, das ihren Blick weitet. Zurück in der DDR arbeitet sie zunächst beim Zentralrat der FDJ, bevor sie 1988 zum Jugendradiosender DT64 kommt. DT64 ist zu diesem Zeitpunkt ein besonderer Ort: unterschätzt von der politischen Führung – und gerade deshalb ein Raum mit überraschend großen Freiheiten. Hier entstehen Beiträge über Themen, die zuvor kaum öffentlich verhandelt wurden:

Rassismus in der DDR, Sexualität und Beziehungen, queeres Leben, Einsamkeit, Suizid und Flucht. Im Jahr 1989, als das politische System ins Wanken gerät, wird auch das Radio mutiger.

Die Redaktion nutzt ihre Spielräume – und ist in manchen Momenten schneller als die Politik selbst. Nach dem Mauerfall engagiert sich Astrid Landero intensiv in der Frauenbewegung. Sie ist aktiv im Unabhängigen Frauenverband und beteiligt sich am Aufbau wichtiger Ostberliner Frauenprojekte wie dem Frauenzentrum Paula Panke. Für ihr Engagement wird sie 2023 mit der Bezirksmedaille Pankow ausgezeichnet. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Astrid Landero über ein Leben zwischen Anpassung und Aufbruch – und über die Frage, was es bedeutet, Freiräume zu erkennen und zu nutzen.

Habt ihr eine Geschichte für uns? Kennt ihr jemanden, der oder die ein außergewöhnliches Leben geführt hat?

Eine Geschichte, die man einfach hören muss? Dann schreibt uns an matti.geyer@fluxfm.de

– vielleicht wird genau daraus eine der nächsten Folgen von "Was für ein Leben".

Zum Host des Podcasts: Matti Geyer arbeitet als Redakteur beim Berliner Radiosender FluxFM. Speziell durch seine Arbeit als Stadtführer von toursofberlin bringt er Expertise in Sachen Historie ins Programm ein.

Transkript anzeigen

00:00:02: Flux-FM, was für ein Leben.

00:00:05: Außergewöhnliche Biografien auf Flux Fm!

00:00:08: Ganz genau ihr seid beim Podcast für Geschichten die man nicht googeln kann.

00:00:12: Für Lebenswege die nicht laut daherkommen aber lange nachhalten.

00:00:17: Ich bin Matti Geier und ich spreche hier mit Menschen, die Geschichte nicht nur erlebt haben sondern sie auf ihre ganz eigene Weise mit geprägt haben.

00:00:24: So wie Astrid Landero!

00:00:26: Die kenne ich von der Straße wenn man das so sagen kann bzw durch meinen Zweitjob als Stadtführer denn sie bessert sich nebenbei ihre Rente auf indem Sie Auszaustudenten auf ihren Exkursionen begleitet wenn die in Berlin und Potsdam unterwegs sind.

00:00:40: So haben wir uns kennengelernt und während ich ebenso als Stadtführer erzählt habe hat sie manchmal ganz nebenbei noch was ergänzt.

00:00:46: Eine kleine Bemerkung hier, eine Beobachtung einer Erinnerung.

00:00:49: Nie laut, nie im Vordergrund aber immer so dass man erst mal kurz inne gehalten hat und gedacht hat Rass!

00:00:55: Da steckt aber mehr dahinter.

00:00:57: Tatsächlich war sie eines der ersten an die ich gedacht habe als diese Rubrik entstanden ist Denn ihre Geschichte führt mitten hinein in die letzten Jahre der DDR In einem Radio das plötzlich Dinge gesagt hat, die vorher niemand sagen durfte.

00:01:11: Freiheit auf UKW Astrid Landero und das Jugendradio DTFI.

00:01:17: Und das ist meine Geschichte.

00:01:20: Außergewöhnliche Lebensgeschichten auf Flux-FM.

00:01:23: Eigentlich wollte ich mit dir vor allem über deine Arbeit beim Jugendradiosanat der DDR, DTFIN-Sächsich sprechen.

00:01:30: Aber je mehr ich über dich gelesen habe, desto beeindruckter war ich und desto schwieriger fand ich es einen Schwerpunkt zu finden.

00:01:36: Also du hast... Ich finde recht ungewöhnlich Ostbiografie.

00:01:40: Warst SED Mitglied Im Zentralrat der FDJ gearbeitet, warst aber extrem kritisch.

00:01:45: Hast immer wieder angeeckt vor allem als Journalistin und hast dich dann sowohl vor- als auch nach der Wende für Frauen in Minderheiten eingesetzt.

00:01:53: Und das müssen wir jetzt irgendwie alles aufdröseln!

00:01:56: Ja, das ist total vielschichtig!

00:01:58: Ja fangen wir einfach ganz vorne an wo bist du groß geworden?

00:02:01: Wie weit haben die deine Eltern geprägt?

00:02:03: Also erstmal kann ich das total verstehen wie schwer es ist zu erfassen so ein Leben.

00:02:08: und mir ist jetzt auch ein Gefallen Jetzt vor kurzem siebzig geworden habe gesagt, mein Leben teilt sich ja wirklich komplett in zwei Hälften.

00:02:14: Ganz exakt, thirty-fünf Jahre DDR und thirty-five Jahre Bundesrepublik.

00:02:19: Und viele haben mir auch mich aufgefordert Ja dann schreibt doch mal was auf und brauche man.

00:02:24: Aber ich denke die gibt es so viele Bücher über solche Geschichten.

00:02:29: Und beim Nachdenken ging's mir genau wie dir Wo fange ich denn da an und höre ich auf?

00:02:34: Das schwindet man ja weg bei den vielen Geschichten.

00:02:37: Ja, also geboren wurde ich, in Meiningen, der wunderschönen Theaterstadt.

00:02:42: Die fast schon nicht mehr zur DDR gehörte hinter dem Thüringer Wald, hinter den Siebenbergen ganz nah an der Grenze zu Franken.

00:02:49: Mein Vater war Oberfostmeister.

00:02:51: Dafür hab' ich mich überhaupt nicht interessiert, ehrlich gesagt!

00:02:55: Und meine Mutter hat so eine DDR-Biografie vom einfachen Mädchen vom Lande Über tausende Qualifikationen bis zur Diplom-Landwirtschaftswissenschaftlerin.

00:03:07: Also die hat ja dann der HFE studiert mit fast vierzig Jahren und drei Kindern, das hat mich halt sehr geprägt.

00:03:15: Und meine Eltern waren so.

00:03:16: also mein Vater vor allem, er war jetzt kein großer Kommunist oder so, der war so loyal zum Staat eben so ein Staatsbeamter, kam auch aus bürgerlichen Verhältnissen, also aus Faust wissenschaftlichen Familien bis zu dem Urgroßvater.

00:03:31: Meine Mutter war ziemlich eine wilde FDJ-Tlerin in den fünftiger Jahren und hat mein Vater dann immer mitgezerrt.

00:03:38: Ja, und die hat schon darauf geachtet dass ich nicht immer bei Richard & Funk höre und so was alles.

00:03:44: Also das ich dann vor allem meiner Mutter schon öfter angeeckt bin und so mit drei zu vierzehn ging es dann der aufstandlos in der Familie ja aber es hat mich natürlich sehr geprägt Eglicher Hinsicht.

00:03:57: Aber wieso bist du dann bei der SED gelandet?

00:03:59: Ja,

00:04:00: das ist interessant!

00:04:00: Ich bin heimlich eingetreten und habe dann gleich nach dem Abi nach der Schule einen Antrag gestellt... ...und war so naiv, dachte das erfahren meine Eltern nicht.

00:04:09: Das war nach den Weltfischspielen muss ich sagen.

00:04:11: Ich bin ja die Generation dieser Weltfestspiele in Berlin in Zentralen-Siebzig Und da war ich und es hat mich halt total fasziniert Angela Deves und Di Cilene und Gladys Marin und eigentlich in diesem Flow sind ja sehr viele meine Generationen dann auch Mitglieder SED geworden, die sich später anders holen.

00:04:29: Aber ich bin da eingetreten und dachte jetzt geht's los!

00:04:31: Dann war Honiger neu.

00:04:33: also es sah er aus nach einen anderen Art von Sozialismus als der vorher war so ein bisschen lockerer.

00:04:38: Honiger war geschieden und machte einen ganz fluffigen Eindruck.

00:04:43: Ja und als mir eine Mutter das erfahren hatte dass ich einen Antrag gestellt hatte hat sie wörtlich gesagt am Ambrotisch Ich werde verhindern dass solche wie du in meine Partei eintreten.

00:04:55: Das hätte ja auch stolz sein können eigentlich, oder?

00:04:57: Nein ich war fast die politische Gegnerin geworden für meine Mutter durch meine Musikgeschmack.

00:05:05: bei Bons bestrahlt übrigens auch Jugendradio nicht rein.

00:05:07: das war so hinter dem Thüringer Wald schlecht erreichbar.

00:05:10: nur hessischer Rundfunk und bayerischer Rundenfunk Und alle Hit-Beraten habe ich gehört Gottschalk und alles was dazu gehört.

00:05:17: Ja und dann war mein Kommentar Ich trete ja auch nicht in deine Partei ein, und das ist auch nicht deine Partei.

00:05:23: Und ich drehte nur einen damit solche wie du nichts mehr zu sagen haben.

00:05:26: Das war eine Kampfansage mit achtzehn.

00:05:30: Also wir haben uns ein Leben lang politisch gefetzt aber sie aneinander gewachsen.

00:05:34: mein Vater hat immer schmunzeln daneben gestanden.

00:05:36: Aber wir waren eben eine sehr, sehr politische Familie.

00:05:39: Mein Vater ist sozusagen Wirtschaft.

00:05:41: Meine Mutter war ja dann so parteifunktionärin es hat immer gefunkt am Essendstisch.

00:05:47: Das ist eine Prägung, für die ich sehr dankbar bin.

00:05:50: Dass ich immer so ne Ahnung hatte auch ein bisschen was in der Wirtschaft der DDR los ist dass mein Vater den ganzen Thüringer Wald verhökern musste für die Wiesen und meine Mutter gläubig war.

00:06:00: Gläubige an die DDR oder gläube ich religiös?

00:06:03: Ich glaube das kam auch aus ihrer Kinder.

00:06:05: da war sie eben mit ihrer Familie sehr köchlich.

00:06:07: Ist im Alter auch wieder geworden so im hochaltrigen Bereich.

00:06:11: Was

00:06:11: passt ja eigentlich gar nicht zusammen

00:06:12: Eigentlich schon.

00:06:13: Ich denke, auch Marxismus und so viele Kommunisten kommen mir aus wie ein religiösen Zusammenhägen.

00:06:18: Viele Castro usw.

00:06:21: Es ist eine Art von Gläubigkeit, wenn man dann nichts anderes zulässt und an Bötter glaubt.

00:06:27: Na gut!

00:06:27: Und du hattest dir an gewisser Weise einen Blick von außen auf die DDR durch den Aufenthalt in Moskau?

00:06:33: Ja genau.

00:06:33: Und durch Kontakte in den Westen – Wie kam das?

00:06:36: Ich wollte natürlich, so mein Jung ist weg aus dieser Kleinstadt unbedingt Und als ich so an Studieren ging, habe ich gedacht ob das möglich ist dass man in Ulan-Bator studiert.

00:06:45: Also ich wollte es soweit wie möglich weg das im Rahmen der Möglichkeit der damaligen Zeit und durch glückliche Umstände hab' ich dann wirklich so also über FDJ oder so eine Vorschlag bekommen, dass ich nach Moskau gehe und da war ich total happy!

00:06:57: Von Mining nach Moscow, das ist natürlich der Hammer und das war so ne internationale Schule wo praktisch aus aller Welt junge Leute waren und natürlich vor allem sowjetische Studierende Und da hat sich natürlich enorm der Blick verändert auf die Welt.

00:07:12: Zuerst mal schon auf die Sowjetunion, muss ich sagen, weil ich war ja auch von meinen Eltern... Auch von meinem Vater, der war ja nebenbei so DSF-Vorsitzender, glaube ich und hatte mit den Russen immer viel.

00:07:23: In Meinigen waren sehr viele striitkräfte sowjetische Streitkräftestationiert.

00:07:27: Also ich war als Kind halt immer mit bei Fäden im Wald, wenn gekrelt wurde und das war auch der Hintergrund, also ich konnte als Kind ziemlich gut Russisch, weil Ich das immer gehört habe.

00:07:38: Also da brach dann ein Stück zusammen, das war so in den siebziger Jahren als ich dort war.

00:07:41: In der Preschnäuhera wurde später als die Zeit der Stagnation beschrieben und da war ich teilweise schon hin- und hergerissen auf der einen Seite schon eine Großartigkeit der Stadt aber natürlich auch Dinge, die man nicht für Möglichkeiten hätte.

00:07:58: ja also von dem überall anwesenden Alkoholismus wo im Winter bis zu Manchmal über Schniewin gegangen und dachte, da ist irgendeine Schnittlache.

00:08:08: Aber ein eingeschlafener Besoffener unter dir, über den du gestolpert bist.

00:08:12: Wirklich?

00:08:13: Alltägliche Gewalt, glaube ich gleich in der ersten Woche.

00:08:17: Also jetzt genau fünfzig Jahre her, dass ich da angefangen habe... In der ersten Woche war es sehr heißen wir waren Baden und haben da eine furchtbare Schlägerei zwischen dem Ehepaar mitgekriegt und schreien den Kindern.

00:08:26: und als wir uns einmischen wollten also ich und ne Freundin aus der DDR Da wurden wir gewarnt bloß nicht Entweder er werdet mit, verkloppt und die Miliz wird euch nicht anhören.

00:08:37: Lass das mal!

00:08:38: Das ist Privatsache.

00:08:39: Das ist sozusagen Teil unserer Kultur.

00:08:42: Naja so Dinge, die ich nicht kannte... Ich war ja in einer harmonischen Kuschelfamilie aufgewachsen also es war schon brutal.

00:08:49: Und dieser Widerspruch... Ich glaube man hat die Geschonekte auch in der gleichen Zeit in Moskau studiert.

00:08:55: Der hat gesagt, ich kriege es nicht zusammen.

00:08:58: Einerseits die Zartheit der sogenannten russischen Seele die Kunst, die Kultur.

00:09:05: Und auf der anderen Seite diese wahnsinnige Brutalität und Willkür im Alltag.

00:09:10: Das habe ich auch erfahren.

00:09:12: Aber es war eben prägend auszukommen mit nichts.

00:09:16: Es gab ja in dieser Zeit ... Ich weiß noch, meine Stiefe gingen dann im Winter kaputt.

00:09:20: Es gibt keine Schuhe oder Stiefel, es gab monatelang keine Zahnpasta.

00:09:25: Du konntest doch niemanden fragen, wenn du jetzt sowjetische Kommilitonen gefragt hast, wie löst ihr das?

00:09:31: Achselzucken Verschwiegenheit, sie hatten irgendwie eigene Methoden keine Ahnung.

00:09:36: Und wir haben dann immer über DDR-Botschaft und so weiter... ...und dann über meine ältersten Mutti Schickzahn, das kannst du mir doch nicht erzählen!

00:09:42: Das ist intersoffit und ihr habt keine Zahnpasta gebt!

00:09:45: Das war schon wieder an die kommunistische Propaganda für Sie hier.

00:09:48: Aber das waren natürlich Dinge wo ich dachte Halleluja ja es mangelt wirklich an.

00:09:53: also in den Jahren unglaublich.

00:09:55: Ich mein Klopapier und sowas, damit haben wir gar nicht gerechnet dass es gibt, das wussten wir schon.

00:10:00: Aber solche Sachen, wenn man dort lange lebt und dann abgesehen auch von der Ernährung frag ich mich heute in der Erinnerung manchmal wie wir uns ernährt haben.

00:10:09: Ja?

00:10:09: Wie

00:10:09: lange warst du da?

00:10:10: Fünf Jahre.

00:10:11: Oh

00:10:12: okay!

00:10:12: Es

00:10:12: gab ab Oktoberab.

00:10:14: Betabs keinen Frischobst mehr.

00:10:17: es gab Kapusta also Kraut das war das einzige.

00:10:20: Und natürlich die Russen zuhause kochen alles ein im Sommer.

00:10:24: aber wenn Du da als Studentin bist es gab merkwürdigel Konserven aus Bulgarien die eigentlich ungenießbar waren Also praktisch vitaminfrei durch den russischen Winter.

00:10:34: Und mein Russisch Lehrer, der mich noch von der EOS kurz vor der Abfahrt getroffen hat, er hat zu mir gesagt Astrid!

00:10:39: Denken Sie daran nehmen sie irgendetwas Vitamin Tabletten oder irgendwas.

00:10:43: ist was Sie finden.

00:10:43: das ist furchtbar.

00:10:44: sie werden ab September Oktober keinen Apfel mehr finden kein gar nichts.

00:10:48: Sorgen Sie dafür.

00:10:49: essen Sie viel Kohl essen Sie Kohl Essen Sie Knoblauch.

00:10:52: ja dann habe ich noch so gelacht dachte ich nach dem macht hier einen auf Drama und es war wirklich schon hart Und man hat sich auch international so ein bisschen geholfen.

00:11:01: Also ich war ja fast die jüngste, viele hatten ja vorher schon mal gearbeitet oder was?

00:11:06: Oder auch Ausländer, die schon Mitte zwanzig waren und die kochen konnten zumindest ja und die auch so eine... Die Latinos haben immer gezaubert aus irgendetwas wo wir immer gestaunt haben, wo sie das herhaben und haben uns dann eingeladen.

00:11:19: Ich frag mich jetzt gerade hast du da noch an den Sozialismus geglaubt oder auf einen anderen Sozialismus gehofft?

00:11:24: Es waren wirklich nach Ende dieser Zeit Ganz ernste Zweifel, was diese Wirtunion betraf.

00:11:32: Andererseits war ich ja meine Oma in der Zeit gestorben und dann durfte ich natürlich in die DDR fahren.

00:11:38: Und wenn du nur so einmal im Jahr kommst hast du gemerkt, dass sich in derzeit in der DDR rasant verändert.

00:11:45: Da war aber auch nicht so begeistert weil da gab es diese Exklusiv-Läden, diese Fressex und das alles.

00:11:52: Es entwickelte sich ein Rückzug ins private und Konsum.

00:11:56: Das war eigentlich auch nicht meins, ja.

00:11:58: Und die guckten mich an und sagten, hey was hast du nun?

00:11:59: Dann kauft ihr mal ordentliche Klamotten und so.

00:12:01: Ich war ja auch total runtergerannt sehr.

00:12:04: Und alle wollten nur Kakao- und Nestcafé und so... Also die große Frage war für mich mal sehen ob das noch gut geht und wie lange.

00:12:13: Und wie hattest Du Westkontakte?

00:12:16: Ich habe

00:12:16: dann im Zentrat internationale Beziehung gemacht und da hatte ich halt Kontakt zu allen möglichen Leuten in der Welt Nicht so die Kanzen gezogen, das sollten ja nur so dienstliche Kontakte sein.

00:12:26: Aber ich hatte eben auch viele private Freundschaften und zumindest was die Wessler betraf, die kamen dann eben als Uni DDR mit einem Visa und wir haben uns getroffen und haben vor allen in den Endjahren also ab der Perestroika eigentlich uns auch ein bisschen politisch verständigt.

00:12:45: Also es waren alles so Mitglieder auch in linken Organisationen Usos und studentische Organisationen.

00:12:51: Also habe ich bis heute gute Freunde, das hat sich erhalten aus der Zeit.

00:12:56: Ja weil die mich halt immer gefragt haben so als authentische Person was glaubst du wie das weitergeht bei euch?

00:13:02: Ich hab unter anderem so eine lustige Anekdote und musste ja wenn man Interviews der Westpresse gegeben hat als DDR-Bürgerin oder noch dazu damals in meiner Funktion um Genehmigung.

00:13:12: Es musste über das weiß ich nicht sogar Außenministerium oder so Presseamt gehen und mich fragte Ein Freund, der beim Vorwärts arbeitete damals.

00:13:20: Dieses Organ von der SPD gibt es glaube ich heute noch so eine theoretische Zeitung der SPD.

00:13:24: Das war sieben und achtzig ob ich ein Interview geben würde.

00:13:28: Und habe gesagt ja weil ich ja auch so... Ich wollte ja so ne Message raushauen Ja aber die haben mir auch gleich zugesichert.

00:13:36: also wir machen das nicht unter deinem Namen Es machen wir anonym.

00:13:40: ja Aber mit FDJ muss schon was kommen und so weiter und sofort.

00:13:43: Und da war halt die Frage, wie geht es weiter in der DDR?

00:13:46: Herr Streuker war ja schon.

00:13:48: Wie schaut eure Herr Streuka aus?

00:13:50: Wer ist sie denn?

00:13:50: Könnten die Träger sein?

00:13:51: Die Menschen, die den Prozess in Gang bringen?

00:13:54: und ich weiß das, was ich damals gesagt habe!

00:13:56: Ich hoffe nicht, dass die Generation Schabowski ein Grenz ist, hoff' ich nicht weil dann vertraue ich mehr den alten Antifaschisten als Degen.

00:14:05: Aber es muss irgendwas passieren und so und so... Naja, das wurde gedruckt und es kam trotzdem raus.

00:14:12: Ich wurde nicht direkt angesprochen, sondern es wird in einer Parteiversammlung gesagt.

00:14:15: Es gibt hier unter uns Menschen genossen die dem Klassenfeind Argumente liefern und bla bla bla.

00:14:21: Und ich wusste natürlich, das geht um mich aber... ...ich weiß bis heute nicht warum, ich würde nicht direkt abgesprochen und auch nicht bestraft.

00:14:28: also.. Das ist eben in solchen Regimen wo dann so eine Angst immer über dir schwebt ja?

00:14:35: Es könnte sein dass.. Also die sich im Unsicheren lassen!

00:14:39: Das ist schon eine Methode.

00:14:41: auch Ja, es ist nicht passiert.

00:14:43: Und dann hat man mir sogar noch vorgeschlagen, sieben und achtzig aufzusteigen eine höhere Funktion zu nehmen weil viele Westeuropäische Jugendorganisationen gesagt haben das ja so gern mit mir zusammenarbeiten bla bla bla.

00:14:55: da habe ich aber sofort gemerkt dass die Krise so eklatant war, dass ich jetzt als Schaufensterpuppe praktisch instrumentalisiert werde und hab gesagt, dass sich um meine Abrufung bete.

00:15:07: An deinem auch nicht weiter passiert?

00:15:10: Das entscheidest nicht du Du gehst oder nicht?

00:15:13: Und hab ich gesagt, dann weiß ich mich krank schreiben und so.

00:15:16: Aber hast du dir eine andere Arbeitstag?

00:15:18: Ja beim Jugendfernsehen hatte ich damals ein Angebot bei Ilfen-IX.

00:15:21: Das kannst du vergessen das entscheidest du auch nicht wo du hingehst.

00:15:24: So und dann kam aber der Rundfunk.

00:15:26: also dann gab es von der Intendantin des Jugendsenders die kannte ich gut und da hatte ich auch schon einen Sendung gemacht.

00:15:33: Wir waren auch schon mal zusammen verreist und ich kannte so ein paar Journalisten dort.

00:15:36: Die haben mich dann praktisch angefordert Siehmern-Achzig glaubt los, so DT-IV-Sechzig gegangen.

00:15:44: In den Achtzigern und vor allem in den Neunzehnundachtsjahren wurde DT-Vierundsechzig zu einem Experimentierfeld.

00:16:14: Da ging es plötzlich um Rassismus, um Sexualität, um queeres Leben, um Einsamkeit, um Flucht.

00:16:21: Während draußen noch die alten Parolen galten, wurde im Radio schon anders gesprochen.

00:16:26: Und als die friedliche Revolution begann, war DT vierundsechsig oft schneller als die Politik.

00:16:32: Beschreib mal die Atmosphäre, die damals da geherrscht hat.

00:16:35: Ja, das war schon Aufbruch!

00:16:37: Vor allem hing es mit einem Ereignis zusammen, was gar nicht mehr in der Erinnerung ist.

00:16:42: Der Sputnik war eine sowjetische Zeitschrift und die wurde in der DDR plötzlich verboten.

00:16:46: Siebenundachtzig Und Zylke Hasselmann hat da eine wunderbare Nachrichtenstimme, die hat also Nachrichten gelesen bei TT-IV und hat gesagt heute in den Frühmorgengestunden wurde über dem Gebiet der DDR ein Sputnick abgeschossen.

00:17:02: Wir mussten uns irgendwie äußern aber wir wussten ja nicht wie.

00:17:06: unter anderem war auch typisch, da war ich dann schon präsent.

00:17:11: Eine Freundin von mir aus meiner Redaktion hat eine Sendung gemacht über Rassismus in der DDR und hatte das angekürt echt und gab so Disputen.

00:17:21: Auf jeden Fall können wir es nicht Rassismus nennen nur unter uns ja sondern Vorbehalte gegen ausländische Mitbürgerinnen.

00:17:27: die hatten Umfragen gemacht in der S-Bahn schwarze Jugendliche befragt wie sie so wenn sie nachts und so also die ganzen Diskriminierungserfahrungen Und wie durch ein Wunder die Sendung wurde durchgewunken.

00:17:40: Wir haben dann immer später gesagt, das waren wir vorsichtig!

00:17:44: Also wir haben ja gar nicht das sozusagen in der Krassheit auch zum Ausdruck gebracht, wie die reale Situation war sondern ganz, ganz vorsichtig.

00:17:52: Auch aus Angst natürlich dass es ganz gestrichen wird.

00:17:55: Es passierte nichts.

00:17:57: zwei Wochen verging drei Wochen wieder diese unheimliche Stille Und plötzlich hat der Tagesspiegel in West-Berlin eine Hotline gehabt, Ostberliner Jugendcenter gesteht, Assismus und Ausländerfeindlichkeit ein.

00:18:10: Ich habe mir es dann so zusammengereimt dass die alten Herren ja nicht unseren Sender ständig gehört haben weil die Musik sie ja ziemlich angekostet hat, haben die auch die Wortbeiträge oft nicht gehört.

00:18:19: aber die Westpresse wurde ja immer ausgewert und da platzte die Bombe.

00:18:23: also da sind die Macharen dann vorbestellt worden.

00:18:26: zur Intendanz des Unfungster DDR So straf es sollten die dann alle auf eine Parteischule gehen.

00:18:33: Und da war aber schon so alles brüchig, bevor das dann losging.

00:18:36: der Kurs ... Wurden diese Partei schon irgendwie ab?

00:18:38: Ich weiß nicht mehr.

00:18:39: Jedenfalls kam's nicht dazu, die blieben dann.

00:18:41: War ne Zeitlang beurlaubt ja... Aber das war also diese Zeit von ... ... bis nachtzig sag ich mal.

00:18:50: Also viel Aufbruch!

00:18:51: Natürlich in den Musiksendungen darf man ja nicht vergessen.

00:18:55: Jungradio war ja sozusagen in der Wortredaktion und die Musikredaktionen geteilt.

00:19:00: Die Musik hat ihres Set so beigetragen, mit Punk, Funk, Underground Band alles gespielt.

00:19:05: Das ging auch mal relativ reibungslos weil wenig in den höheren Organen Kulturministerium oder ZK davon Ahnung hatten.

00:19:14: Es gab das für Auseinandersetzung aber die Wortsbeiträge da musste man schon ein bisschen aufpassen.

00:19:19: Aber da wurden wir eigentlich immer mutiger.

00:19:22: Und ich war dann in der Senderachse Die war damals ziemlich bekannt, Mensch du.

00:19:28: Die hat ein Freund von mir, Psychologe entwickelt der sozusagen über psychologische Themen bisschen an den Grundfesten geradelt hat.

00:19:37: ja also zum Beispiel Thema Mensch du ich will nicht mehr leben es war ja eigentlich auch ein Tabuthema.

00:19:43: Mensch du Ich bin so allein, Mensch Du ich bin schwul, Mensch Tu ich bin lesbisch.

00:19:47: Also alles solche Themen die nicht woanders so präsent waren.

00:19:51: Und wir haben vor allem einem Thema auch Sexualität sozusagen den Aufstand geprobt, ja?

00:19:55: Also man sagt freie Sexualität gibt es nur wenn und hatten dazu befragt immer einen Psychologen.

00:20:04: Ja das war ein unglaubliche Sendung.

00:20:07: also wir haben wirklich wäschelkörbelweise Brust gekriegt und ich habe das sehr gerne gemacht.

00:20:14: Es war bei uns wirklich gesetzt dass die höheren Posts beantwortet wird, ja das alles gelesen wird.

00:20:20: Alles beantworted wird ganz viele verzweifelte Post aus den bewaffneten Kreisen also in VA und so weiter.

00:20:27: Also junge Männer die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder auf anderen Sachen Gewalterfahrung gemacht haben.

00:20:35: Also Jugendradio war sozusagen wie die vertrauensvolle Stimme der jungen Leute wo man sich hinwenden konnte bei Liebeskummern, bei Ungerechtigkeiten, bei suizidalen Gedanken, also alles was man so zwischen fünfzehn und fünfunddreißig durchlebt.

00:20:52: Extrem durchlebend noch in eine angespannten politischen Situation.

00:20:57: das haben wir drauf gekriegt.

00:20:59: Ihr wart quasi der Dr.

00:21:00: Sommer des Ostens?

00:21:02: Ja

00:21:03: auf

00:21:04: hohem Niveau!

00:21:05: Also unsere Sendeachse.

00:21:06: dann gab es ja andere Also auch politische Formate, die auch ein bisschen anders waren als bei den anderen Sendern.

00:21:12: Und sagen muss man ja gerechterweise auch dass wir viel mehr Freuräume hatten als die anderen.

00:21:16: Aber wie kam das?

00:21:18: Um?

00:21:18: wahrscheinlich muss man ehrlich sagen der Sender hatte eine Funktion die Jugend an DDR ein bisschen zu beruhigen stillzuhalten und dadurch so gewisse Liberalität wurde uns auch zugestanden.

00:21:31: Also das wir nicht so hartlinerisch auftreten mussten, wie man entweder stimmt mit der DDR oder Radio-DDR.

00:21:39: Da gab es ja Kolleginnen da im Sender die waren schon zwanzig Jahre in einer Leberstraße erst bei dem und bei dem Sender oder Musikredakteur.

00:21:47: Die kannten das alles besser.

00:21:48: ich hatte den Futter ich war ja relativ frisch.

00:21:50: Ich kannte zwar weil ich öfter auch zu tun hatte und mal als sowie jetzt als Interviewpartnerin da im Studio war.

00:21:58: Aber ich merkte, dass bei den anderen Sendern wir überhaupt nicht beliebt waren.

00:22:02: Also wir waren sozusagen die durchgeknallten Leute von DT-Pfianz IV aufmüpfig geschützt durch Egon Grenz oder wem auch immer keine Ahnung... mit so viel Freiräumen und auch nicht so entsprechend qualifiziert.

00:22:17: Bei den anderen war es ja so, du musstest unbedingt Journalismus studiert haben.

00:22:21: Und bei uns waren alles Quereinsteiger.

00:22:23: Also Leute die ... Nicht alles!

00:22:24: Das war schon ein Grundsatz von Leipziger Journalistikabsumenten.

00:22:29: Es gab eben Leute, die gefeuert wurden sind als Stabilärer... Es gab schwule NVA-Offiziere, die bei uns landeten.

00:22:36: Jens Bieske hat bei uns seine ersten journalistischen Schritte gemacht als Praktikant.

00:22:41: also Es sind auch viele bedeutende Journalisten draus hervorgegangen.

00:22:45: Also es war ein ungewöhnlicher Sender im Orchester der Rundfunk-Sender, der DDR und du hast glaube schon eine Reihe von Tabuthemen die nicht so um Burg waren?

00:22:56: Ich wollte dich sowieso fragen welche, auf welcher Sendung oder welches Thema du im Nachhinein besonders stolz bist.

00:23:00: oder warst das quasi was du eben erwähnt hattest?

00:23:02: also ich finde zu Suiziden diese Sendung das war ganz wichtig weil das war schon sehr tabuisiert auch wie hoch die Zahl war Und da haben wir in der Sendung auch versucht, zur Erklärungsmuster zu finden.

00:23:13: Hat mir auch eine Sendung, Armee macht krank!

00:23:16: Das war meine Lieblingssendung wo wir also alle armeen nicht nur die NVA sondern Armee Macht.

00:23:21: Krank muss ich jetzt immer dran denken an diese... Nicht diese Auseinandersetzung sehe die wir jetzt in der Welt haben Ukraine Russland was das mit jungen Menschen auf lange Zeit wie zerstörerisch?

00:23:32: das wirkt nicht nur körperlich sondern vor allem mental.

00:23:37: und dann habe ich ja mit meiner Kompelina und Kollegin Tanja gleich in den Einen Achtzig so eine Frauenzendung kreiert.

00:23:45: Lila,

00:23:45: ein Magazin nicht nur für Frauen und Mädchen.

00:23:50: Das klang wie eine Drohung zu gehen über den Mann.

00:23:52: Aber sagen wir es ja auch gemeint!

00:23:54: Es war uns schon irgendwie ein Herzensthema.

00:23:56: Ja das war ja auch also nicht so erwünscht unbedingt der DDR Feminismus War ja auch westliches Teufelszeug mehr oder weniger.

00:24:03: Und immer die Angst Hey, weil die Männer abschaffen.

00:24:10: Die haben natürlich nicht den Kern der Sache erkannt.

00:24:13: und auf diese Reihe, die haben wir dann glaube ich zwei Jahre gemacht bis sich dann plötzlich ganz allein in der Redaktion war.

00:24:20: Der Sender begann sicher nach neunundachtzig und nach neunsich so auch ein bisschen aufzulösen selbst Auflösung, weil viele keine Perspektive mehr da gesehen haben.

00:24:29: Und dann war das letzte Format, dass ich auch also nicht nur ich sondern vor allem Der Kollege, der das sozusagen als Redakteur begleitet hat, hieß Stand Up Wege zum Aufrechtengang.

00:24:40: Das war die letzte Sendereitig gemacht haben und da haben wir tolle Sachen gemacht.

00:24:46: Stichwort Selbstermächtigung.

00:24:48: Und dann lief ja alles schon in Richtung Bundesrepublik... Wir waren auch keine begeisterten Anhängerinnen dieser schnellen deutschen Einheit.

00:24:55: Wir waren im Wesentlichen viele von uns bei Jungtradio für einen dritten Weg oder demokratischen Sozialismus oder irgendetwas anderes.

00:25:03: Und ich wurde auch nach, habe mich die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben.

00:25:07: Ich hatte plötzlich auch noch schwanger in deinundneunzig und hab dann ein Kind bekommen... ...und hab dann nicht mehr so bei Sputnik oder so einen Befangen.

00:25:16: Das war das Ende

00:25:18: der Radiokarriere.

00:25:20: Aber bevor wir weitergehen würde mich noch interessieren.

00:25:23: Hattest du eine Stasiaktion?

00:25:24: Hast du sie je gesehen?

00:25:26: Nee!

00:25:26: Weil ich hatte ja viele Freunde in der M-Posix Szene und so weiter und sofort Und das war ja zerstörerisch.

00:25:32: Die einen waren enttäuscht, dass sie nur ein Blatt Papier hatten und die sich wähnten, dass Sie aufrecht gegen das System gekämpft haben.

00:25:40: Die anderen haben festgestellt, dass Familie, Freunde alles ringsum sie bespitzelt hatten.

00:25:45: Das wollte ich gar nicht wissen!

00:25:47: Ich hatte so meine Vermutung und dachte auch mein Gott... Ich weiß es bis heute nicht mehr gut.

00:25:51: ...ich war ja auch befreundet in Pankow mit Leuten, die dann ja die PDS mitgegründete einmal so ein Drehprieh und so wenn wir uns angerufen haben.

00:26:00: Regelmäßig ging das Telefon nicht und also, Telefon war auf jeden Fall Überwachung.

00:26:06: Aber ich hatte zum Beispiel nie Angst.

00:26:08: Ich weiß noch ein Journalist vom österreichischen Rundfunk ÖR-Trei hat mich mal interviewt und er sagt Frau Landeos Sie mit ihrer frechen Guschen hatten sie nie Angst?

00:26:20: Warum denn?

00:26:21: Also das Maximale was mir vielleicht passiert wäre Dass ich an der Ostsee hätte Kellnern müssen, also für Knast hat's glaube nicht gereicht mein

00:26:28: Berufsverbot.

00:26:31: Ja, also ich hatte keine Angst und ich dachte auch immer, ich sage ja nichts Falsches!

00:26:35: Also doch ein bisschen naiv.

00:26:37: Und du warst eine der Gründerinnen der ersten Ostberliner Frauenprojekte.

00:26:43: dann in der Wendezeit?

00:26:45: Das das Thema Frauen betrifft, es zog sich eigentlich muss ich ehrlich sagen durch meinen ganzes Erwachsenenleben.

00:26:52: Deswegen wieder mit meiner Oma zusammen Die immer gesagt hat, wenn du mal groß bist Mädchen geh nach Berlin studiere etwas Ordentliches aber heirate nie.

00:27:01: Also die war als junge Frau in Berlin, hat da so als Dienstmädchen gearbeitet fand das großartig das Leben der Großstadt und also dann zurückkam Nach Thüringen weil sie hat bei einer jüdischen Familie gearbeitet und diese emigriert konnten.

00:27:15: noch rechtzeitig emigrien kamen sich zurück nach Thüring und heiratete ein Bauern und hatte kein glückliches Leben.

00:27:22: Naja, jedenfalls habe ich mich immer sozusagen an ihr... Ich musste das versprechen wahrmachen und war immer sehr hellhörig so über was Ungerechtigkeit betraf im privaten Raum.

00:27:33: Was meine Großmütter die kluge Frauen waren und uns zu melden hatten ja.

00:27:38: Mein Opa hat meiner Oma nie mit Vornamen angeredet der hat immer eske gesagt, frag erst mal also wie ein Gegenstand.

00:27:45: Das Thema hat mich schon auch aus Gerechtigkeitsgründen interessiert Und dann so in meinem politischen Tun.

00:27:52: auch bei der FDF hatte ich ja, hab ich das alles sehr gut beobachtet immer was da läuft und hat eben auch so viele feministische Freunde im Westen viel gelesen.

00:28:00: Also das ging schon die ganzen achtziger Jahre so.

00:28:04: Und Ende der achtzigen Jahre in Pankow hatten wir solche verschiedenen Küchenrunden sag' ich mal wo Frauen...

00:28:10: Nach der Wende?

00:28:10: Nee!

00:28:11: In der DDR.

00:28:12: So man sagt heute sociologisch diese informellen Gruppen haben wir uns überhaupt nicht so gesehen.

00:28:18: Wir haben uns Sonntags zum Brands bei irgendjemanden getroffen und haben halt gesagt, wie ungerecht es ist.

00:28:25: Dass man so-und-so als alleinerziehende Mutter behandelt wird oder dass das uns geholfen... Ich war dann in einem Kreis von Frauen die mit Partnern verheiratet oder befreundet waren, die nicht aus der DDR stammten, die noch mal so eine spezifische Problemlage hatten.

00:28:41: Da haben sich auch Welten aufgetan, dass sie unter Beobachtung standen und da Verdacht standen.

00:28:47: Dann, kam es jetzt zur Gründung des unabhängigen Frauenverbandes.

00:28:52: Ich hatte mit Tanja, glaube ich schon diese Frauensendungen initiiert und da war ich dann in der Volksbühne.

00:28:58: Und das kam mir so dass in der ganzen DDR die ja noch bestand, so in den letzten Zügen überall solche Gruppen waren, solche informellen Gruppen, die sich unabhängig nannten vor allem auch unter dem Dach der Kirche.

00:29:09: Das sind vor allem lesbische Frauen aber auch Frauen in der Kirch, Frauen von unten, Frauen gegen den Krieg Und auch so kritische Frauen aus der SED.

00:29:18: Das war ein sehr politisch breites Spektrum und die haben sich alle am dritten Dezember in einer Volksbühne da vereint zu einem Dachverband, ja?

00:29:28: Wir haben einen Manifest verabschiedet wie wir uns einen zukünftigen Staat, wo also Frauen was zu sagen haben unter dem Motto ohne Frauen ist kein Staat zu machen.

00:29:38: Dann war die Zeit der Konkresse dann ging die Mauer auf, dann kam natürlich unsere Westschwestern ins Land, die westlichen Feministinnen Und da gab es einen legendären Ost-Westfrauenkongress im März, der in großen Teilen in die Hose ging.

00:29:54: Weil die Erwartungen gegenseitig so falsch waren und ich muss sagen habe das wirklich auch erahnt weil ich ja beide Seiten relativ gut kannte also die westlichen Feministinnen die fast alle hochgradige Akademikerin waren von der TU haben da Referate gehalten und die Ostfrauenbewegung war ja jetzt keine Massenbewegungen Aber sie war eben sehr diverse, würde man heute sagen.

00:30:19: Also da war eben die Kranführerin und die Literaturprofessorin also so wie die DDR-Gesellschaft eben war.

00:30:26: Da waren alle sozialen Schichten, alle Bildungslevels drin, verheiratete Frauen unverheiradete Frauen mit Kinder... Die meisten Frauen natürlich mit Kindern ganz weniger ohne Kinder ja!

00:30:34: Und das war natürlich Welten von dem wie westliche Feministinnen, die auch nur eine kleine Bewegung waren.

00:30:40: Die fast alle keine Kinder hatten die Sozial-, ja, die in Paris studiert hatten und so weiter.

00:30:46: Und sofort ... Die sagten dann, ihr müsst aufpassen, dass ihr euch die Errungenschaften des Sozialismus an DDR nicht weggenehmt!

00:30:54: Und immer so praktisch auch Ratschläge gaben, wo wir ja ganz empfindlich waren also auch durch DDR-Geschichte... Und es gab da eine kleine Palastrevolution gegen die Westfrauen.

00:31:06: Dann wurde noch ein Kameramann von der aktuellen Kamera, der wurde nicht reingelassen zu dem Kongress.

00:31:12: Dann, als ich mich dafür eingesetzt habe und gesagt wir wollen ja im Fernsehen kommen.

00:31:16: Nein!

00:31:16: Die ist ein Männer kein Zutritt und so.

00:31:18: Das war eine harte Auseinandersetzung.

00:31:21: Und in dem Jahr zwei Tausend Dreiundzwanzig wurdest du ausgezeichnet mit der Pankoa Bezirksmedaille?

00:31:26: Also es ging ja dann weiter offenbar und das noch sehr viel gemacht nach der Wende.

00:31:31: Ja aber ich hab erstmal das gemacht was viele in meiner Generation dann widerfahren ist.

00:31:37: also ich hatte das Kind Radio kam nicht mehr infrage.

00:31:40: Dann kam mir diese Länderstruktur und ich dachte, das schaffte ich auch nicht.

00:31:44: Mein Mann, Chilene, der arbeitete im Restaurant.

00:31:47: also das wäre gar nicht zu managen gewesen und ich war ja auch keine junge Mutter.

00:31:50: Ich war schon fast vierzig damals Und habe dann erst mal so mit abm stellen mich in den neunziger Jahren über Wasser gehalten So wie viele.

00:31:58: und ich muss sagen im nachhinein war es auch eine wertvolle Zeit.

00:32:01: ich hab im Kulturanbieter gearbeitet Kulturprojekte gemacht Tarelles mitgemacht und Mit wenig Geld aber sehr sehr glücklich Ja.

00:32:11: Das Kunsthaus meinst du?

00:32:12: Ja, was jetzt commercialisiert ist im Wesentlichen... Aber wir hatten wahnsinnige Galerie und das war halt auch die Zeit da.

00:32:18: Also du an Mitte da war Aufbruch, da war jeder zweite Konsum wurde dann zur Galerie.

00:32:24: ja und es war eigentlich auch großartig diese Zeit mit dem wenigen Gehalt, wo ich immer sage wie hat man so ähnlich wie in die Moskauerzeit von Was haben wir gelebt mit einem kleinen Kind?

00:32:36: Dann standen wir kurz vor der Frage, dass wir so ein alternatives Kulturcafé übernehmen.

00:32:39: Mein Mann und ich... Aber da hab' ich gesagt nechtet, trau' ich mir dann nicht zu das war's denn zu viel!

00:32:44: So, dann habe ich um es weiterzuführen ja nochmal im Bundestag glaube ich auch gearbeitet.

00:32:50: Ich war nicht Mitgliederlinke aber für die Linke dann in so einem Büro einer Abgeordneten gearbeitet und habe aber noch zwei drei Jahren gemerkt.

00:32:58: also ich möchte schon bisschen Spuren hinterlassen Das kann ich hier gar nicht.

00:33:02: Also dieser Politikbetrieb war mir doch sehr sehr sehr

00:33:06: Trocken,

00:33:07: fremd.

00:33:07: Es

00:33:08: war nicht meins.

00:33:09: Ich sag jetzt mal so ich will das gar nicht bewerten es war einfach nicht meines und ich habe mich da ein bisschen gequält aber eben interessante Erfahrungen gemacht ganz nette Leute auch kennengelernt.

00:33:19: So dann hab' ich einen Frauenzentrum übernommen erst im Friedrichshain Frieda Frauenzentraum geleitet Und Dann habe ich nochmal eine Stelle gehabt auch an der FU.

00:33:28: drei Jahre an der Freien Universität in zum Institut für Innovationen und Projektmanagement.

00:33:34: Da hab ich so Projekte, Schulprojekte für einen Pädagogik-Professor gemanagt im Ausland in Thailand und Südafrika.

00:33:42: Also Akquise gemacht, dass da Schulen vor allem für weißen Kinder eingerichtet worden sind.

00:33:48: Das habe ich auch noch zwischendurch gemacht.

00:33:50: Und dann kam ... ... two thousand eight nine Paula Panker?

00:33:56: Und da hatte ich ein Bezug, weil ich hab ja immer in Panko gewohnt in den achtziger und neunziger Jahren Also Paula Pankow war ich halt wirklich bei der Gründung dabei und kannte da alle Frauen.

00:34:07: Und da hörte meine Vorgänger dann auf, die gingen in Rente und da wurde ich vorgeschlagen.

00:34:11: Dann habe ich gesagt ja also...und das hab' ich gemacht bis zum Jahr zwei tausend zwanzig.

00:34:15: In dem Zusammenhang habe ich erst mal den Frauenpreis der Stadt Berlin sogar bekommen.

00:34:21: Da denke ich immer noch, dass ich vorher einen giftigen Artikel geschrieben habe, Dreizig Jahre deutsche Einheit erst zweit Ostdeutsche den Ost-Berliner in dem Preis bekommen haben.

00:34:30: Hast du vorher geschrieben?

00:34:31: Ja, okay.

00:34:33: Na ja.

00:34:33: Wer weiß, habe ich da so ein bisschen rum und es war ja auch so, also unverhältnismäßig.

00:34:39: Also das war ein schöner Abschluss.

00:34:42: Und dann den Preis von Panko noch.

00:34:45: Das singt sicher damit zusammen dass wir einen Frauenzentrum waren, Paula Panken was sich ziemlich zeitig wo keine... noch ernst genommen hat, mit dieser Partei angelegt haben die sich für eine Alternativ erhält oder von manchen auch für eine alternative gehalten wird.

00:35:00: Es gab einen ersten Mai wo wir glaube ich am Vorabend bei einer Vorstandssitzung gelesen haben oder gehört haben dass die den ersten Mai bei uns gegenüber im Park in diesem Bleichröder Park der Schulstraße machen wollen.

00:35:18: Die Machen erste Mai Party da ist ja schräg Naja, da machen wir aber auch eine Paar.

00:35:23: Erst die Idee war, wir besetzen... Wir machen Sit in dem Park und setzen uns ab Früh um fünf dahin.

00:35:31: Und ich habe dann gesagt, Mädels!

00:35:32: Es ist erst April, es ist kalt und feucht.

00:35:36: Da ist wie lange jeder sitzen muss und werden von der Polizei weggedragen bla-bla-bla.

00:35:40: Lasst uns doch einfach unsere Party machen.

00:35:42: Lass uns so ein schönes Nachbarschaftsfest machen.

00:35:44: aus dem Boden gestampft innerhalb weniger Stunden.

00:35:48: Resultat war das bei uns glaube ich weiß nicht.

00:35:51: Dreihundert Leute waren draußen und drin, es war ein wunderschönes Wetter.

00:35:55: Alle Jugendprojekte, Pankos alle Parteien von Grünen über SPD kamen zu uns mit Kindern.

00:36:03: die ganzen Bewohnerinnen vom Haus in der Schulstraße kamen malten selbstständig Plakate.

00:36:09: so leben wir vielfältig bla bla bla in Panko.

00:36:13: also das war unglaublich und im Grunde genommen komplett ungesteuert.

00:36:17: er hat nur eine Einladung gemacht und sagt fest Toleranz und der Nachbarschaftlichkeit.

00:36:22: Und auf dem Platz waren so zehn junge Männer, die Bratwurstasen...

00:36:29: ...und

00:36:30: sich geärgert haben!

00:36:32: Ein Polizeiaufgebot unverstellbar was zum Piepen war weil dann kam natürlich auch Andi Fahre aber es ging alles friedlich aus.

00:36:41: wir haben schön aufgeräumt Und dachten, das war's.

00:36:43: Wir waren stolz auf uns und hatten eine schöne Party.

00:36:46: Wir hatten viele neue Verknüpfungen in die Gesellschaft hinein zu Partnern.

00:36:51: Eine Woche später wurde ich vom Senat angerufen, dass es eine große Anfrage gibt im Berliner Parlament im Abgeordnetenhaus gegen Paula Panko und meine Person.

00:37:01: Ja, sie wird mir das schicken und ich sollte mal zu den einzelnen Fragenaustellung nehmen.

00:37:05: So ungefähr weiß ich nicht.

00:37:08: Von der AfD?

00:37:09: Und dann ging das weiter.

00:37:10: Dann wurde noch mal nachgefragt, da ist Bezirksparlament und die rückten auch nach mit Fragen, woher wir unsere Finanzen haben...

00:37:19: Von oben gesteuert?

00:37:20: ...von oben gesteuert und wie auch immer.

00:37:23: Aber ich weiß noch, es war natürlich ein bisschen schreckes, hatte sich ja noch nie jemand so getraut.

00:37:28: aber ich habe dann im Wesentlichen immer geantwortet bei den Fragen die Sache, den Verein betreffen bitte nachschauen www.

00:37:36: Paula-Panke.de, weil es steht ja alles drin, ist ja alles transparent wo das Geld herkommt, welches Zielgruppen

00:37:42: usw.,

00:37:42: man muss die Website lesen habe ich ihnen empfohlen?

00:37:46: Das hat sie glaube auch gereizt, da waren sie dann sauber und haben immer noch mal nachgefragt Und ganz lustig wurde es dann als ich nach der Berendung bin ich halt in die BVV noch gegangen.

00:37:56: Ganz überraschend bin ich da gewählt worden und hatte natürlich mit den Jungs direkt zu tun Die aber unheimlich scheinbar so Angst vor mir hatten Dass sie leibhaftig mir begegnen.

00:38:08: Die waren dann in meinem Ausschuss-Trenner von der Fraktion Ja, aber ganz ruhig und professionell.

00:38:15: Ich würde mich zum Abschluss kommen.

00:38:16: Aber vielleicht als letzte Frage... Jetzt hast du beide Systeme mitbekommen?

00:38:20: Warst immer schon kritisch.

00:38:22: Was würdest du dir jetzt für Deutschland wünschen?

00:38:26: Was läuft gerade schief oder gibt es noch irgendein Wunsch?

00:38:28: Irgendwas was du noch gerne sehen würdest?

00:38:31: Riesenfrage Das ist ja eine Frage Halleluja.

00:38:35: Also eigentlich würde ich mir sowas wünschen wie so eine junge Generation, die dieses System grundsätzlich infrage stellt.

00:38:42: Da könnte ich natürlich sagen vor allem finde ich mich frieden dass diese Konflikte aufhören.

00:38:47: aber da bin ich überhaupt nicht optimistisch bin realistisch es wird immer wieder aufflammen.

00:38:52: das ist halt wirklich auch systememmanent.

00:38:55: es gibt halt so viele interesses konflikte und auch Konflikte, die aus den alten Zeiten des Kalten Krieges kommen oder noch vorher liegen.

00:39:05: Also Ukraine Russland ist halt auch ein uraltes Ding.

00:39:08: Ich wünsche mir einfach so eine neue Generation von Politikern.

00:39:11: Das hängt ganz viel damit zusammen angefangen von meiner Altersgruppe, dass da die Jungs endlich mal sagen sollten wir können uns jetzt um die Enkelkinder und lassen mal jüngere ran.

00:39:21: Weil ich finde ab so einem gewissen Alter nicht alle Menschen aber viele sind dann haben eine Neigung zu einem derartigen Blasenblick oder wenn du auch zu lange in der Politik bist.

00:39:35: Ich habe das ja erlebt im Bundestag, Leute die da über Jahrzehnte im Bundestags sind und vorher auch schon irgendwo waren.

00:39:42: also des politisches System muss sich erneuern finde ich.

00:39:45: Das wäre so ein Wunsch weil das was wir heute haben ist ja eine Konsequenz davon dass überhaupt nicht weiterentwickelt hat.

00:39:54: und dann sagen alle, wir müssen die Demokratie schützen und sichern.

00:39:58: Ja wie denn?

00:39:59: Man musste auch mal ein paar Sachen luftiger und durchlässiger machen und muss neue Erjangsten schaffen und so wie das die Frauen geschafft haben, ich sage mal unsere überparteiliche Fraueninitiative in Berlin, die ich dann auch nach Pankow ins Parlament noch transformiert habe dass man parteiübergreifend zusammenarbeitet also ein bisschen zuversichtlicher und tatkräftiger Ja, mehr Selbstermächtigung.

00:40:24: Und dass sich die Generationen mehr austauschen und dieses Teil- und Herrschenschema fallen, was ja jetzt auch ein bisschen durch Rentendiskussion und Bundeswehr

00:40:34: usw.,

00:40:35: da flammen ja auch solche Generationskonflikte auf.

00:40:38: Also das man das einfach erkennt, dass man sagt, da stimmt etwas nicht und wir müssen das auftröseln und lassen uns hier nicht belügen zum Beispiel.

00:40:48: Spannend.

00:40:48: War so oder so ähnlich hättest du es ja auch in der Jugendlichkeit sagen können?

00:40:52: Neue Generationen von Politikern... Ja,

00:40:54: nur dass ich dann mal zuzählte also in der Jugendsigkeit.

00:41:00: Da schließt sich der Kreis.

00:41:01: Vielen Dank für das sehr spannende Gespräch!

00:41:04: Sehr gerne.

00:41:05: Sie seicht keine, die ihre Geschichte groß ausstellt.

00:41:08: Aber vielleicht ist sie genau deshalb so eindrücklich?

00:41:11: Astrid Landero zeigt wie viel sich bewegen kann wenn Menschen ihre Spielräume nutzen auch in einem System das eigentlich keine vorsieht.

00:41:20: Und in der nächsten Folge geht es um eine ganz andere Geschichte von Freiheit und was sie kosten kann.

00:41:26: Thomas von Grumko wächst in der DDR auf hört kein DT- tape in den Westradio Träumt vom Reisen, vom Unterwegssein und in den Westen zu fliehen.

00:41:38: Wenige Meter vor der Grenze wird er angeschossen und verliert sein Bein.

00:41:43: Ein Leben zwischen Repression, Widerstand und Neuanfang.

00:41:47: Mein Name ist Marti Geier – Danke fürs

00:41:56: Zuhören!

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