950 Menschen in die Freiheit: Fluchthelfer Burkhart Veigel | Was für ein Leben – Folge 26
Shownotes
Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 wird Burkhart Veigel zu einem der erfolgreichsten Fluchthelfer Deutschlands. Als Medizinstudent entwickelt er spektakuläre Fluchtmethoden, gräbt Tunnel, baut Autos zu Fluchtfahrzeugen um und organisiert geheime Grenzübertritte. Mehr als 950 Menschen verhilft er zur Flucht aus der DDR. Im Gespräch mit Matti Geyer erzählt Burkhart Veigel von den dramatischen Jahren des Kalten Krieges, von mutigen Fluchtversuchen, den Methoden der Stasi und den Risiken, die er selbst auf sich nahm. Wie funktionierte die berühmte „Doppelgänger-Tour“? Warum scheiterten die Entführungsversuche der Stasi? Und was treibt einen jungen Studenten dazu, sein eigenes Leben für die Freiheit anderer zu riskieren? Darum geht es in dieser Folge von Was für ein Leben.
Transkript anzeigen
00:00:02: Hi, ich
00:00:08: bin Matti Geier und ihr hört den Podcast für außergewöhnliche Lebensgeschichten.
00:00:13: Ein heutiger Gast hat Fluchttunnel unter der Mauer mitgegraben, Autos zu Fluchtfahrzeugen umgebaut und Fluchtwege erfunden auf die vorher niemand gekommen ist.
00:00:22: Burkhard Feige war einer der erfolgreichsten Fluchthelfer über die Berliner Mauer.
00:00:26: Zwischen oneinundsechzig und neunzehntsiebzig half er nach heutigem Forschungsstand mehr als neunhundertfünfzig Menschen bei der Flucht aus der DDR.
00:00:35: Die Stasi jagte ihn, versuchte sogar ihn zu entführen.
00:00:38: Jahrzehnte später erhielt er für all das das Bundesverdienst Kreuz.
00:00:43: Wie wird aus einem Medizinstudenten ein Fluchthelfer?
00:00:46: Wie plant man eine Flucht, bei der ein einziger Fehler Menschen das Leben kosten könnte?
00:00:50: und warum hat er all das auf sich genommen.
00:00:52: Die Antworten auf alle diese Fragen hört ihr jetzt!
00:01:03: Bevor wir zur Mauerzeit kommen würde ich ganz vorne anfangen.
00:01:07: wo sind sie geboren und wie sind Sie nach Berlin gekommen?
00:01:10: Also ich sage Ihnen meinen Kurzlebenslauf.
00:01:12: Okay
00:01:13: In Thüringen geboren, aufgewachsen in Schwaben.
00:01:17: Mensch geworden in Berlin.
00:01:19: Mensch gewohnt in Berlin?
00:01:20: Ja.
00:01:20: Heißt...
00:01:22: Ja gut, da hat es natürlich auch mein Leben eine totale Wendung genommen.
00:01:26: Ich war vorher eigentlich eher ein musisch orientierter Mensch.
00:01:30: Hab Sophie Greige gespielt später dann auch dreißig Jahre einem halbprofessionellen Orchester gespielt.
00:01:37: aber dann wurde ich natürlich politisch als es darum ging den Menschen zu helfen.
00:01:43: Ich habe selbst gelitten unter deren Einschließung hinter einer Mauer.
00:01:51: Das war nicht ein Mitleid, ich habe selbst gelitten darunter.
00:01:55: Ich kann andere Menschen nicht leiden sehen.
00:01:58: Bei mir ist die Empathie in Gründen ziemlich stark ausgeprägt so dass ich eben selbst leide und ich hab selbst geliten unter den Verhältnissen, die so viel anders waren als die, die ich gewohnt war frei redend reiskutieren, natürlich vor allem auch frei denken kann.
00:02:15: Dass man auch in vieler Hinsicht machen kann was man will und das hat mir auch die Kraft gegeben neun Jahre lang durchzuhalten um nicht dran zu denken dass ich mein Studium weitermachen muss oder irgendwas sondern es war mir alles unwichtig gemessen an dem was sich anderen Menschen zur Freiheit verhelfen können.
00:02:34: ja
00:02:35: also sie sind Einen sechzig und halbes Jahr vor dem Mauerbau nach Berlin erst gezogen, nach West-Berlin zum Studium an der FU war das.
00:02:42: Und den Mauerbaus selbst haben sie dann verpasst weil es im Urlaub waren?
00:02:46: Das war mein schönster, tollster Urlaub, den ich gemacht habe.
00:02:49: Ich hab damals eben Griechenland erwandert.
00:02:51: wir haben in der Schule altgriechisch gelernt und sehr viel über die Tempel uns weiter gehört und ich wollte alle Tempels zählen.
00:02:57: Wir waren kein Tag am Strand und da war...ich hab in Sparta also Sparta war, habe ich in der Zeitung gelesen dass Berlin die Grenze geschlossen ist und dann haben Panzer gesehen.
00:03:09: Gut ich war vorher bei der Bundeswehr da kann dich Panzer auf dem freien Feld auch Panzer in der Stadt ist sondern das war für mich so.
00:03:16: was von absurd.
00:03:17: also ich wollte es dann auch sehen hab mir natürlich gefragt komme ich den noch gut rein und komme überhaupt wieder auch gut raus?
00:03:25: aber große Angst hatte ich ja jetzt nicht so sondern ich war eigentlich mehr.
00:03:29: Ich wollte mal sehen was los ist.
00:03:32: meinen Freund angesprochen, hilfst du mit den Leuten drüben zu helfen.
00:03:35: Das war für mich von völlig klar und ich habe am selben Tag noch meinen ersten Flüchtling
00:03:40: rübergeholt.".
00:03:40: Also Sie sind zurückgekommen?
00:03:41: Und das dann ging sofort los.
00:03:43: ja also es waren Kommilitone.
00:03:44: der sich angesprochen hat?
00:03:45: Genau!
00:03:46: Wie war denn diese erste Flucht?
00:03:49: Natürlich Hochspannung aber eigentlich keine Angst.
00:03:53: Wie die erste Flucht war, kann ich jetzt gar nicht so erzählen.
00:03:55: Oder
00:03:55: was Ihre erste Aufgabe war?
00:03:58: Wie Sie zuerst vorgegangen sind?
00:04:00: Die erste Sahar war natürlich Pässe!
00:04:02: Die gingen auch ganz toll.
00:04:04: Wir haben ja ab Mitte September etwa.
00:04:07: die Gruppe, in die ich reinkommen bin, hat vor allem mit Ausländerpässen gearbeitet weil die Aussender brauchten nichts weiter als ihren Pass.
00:04:14: Die Westdeutschen brauchte schon immer eine Tagesaufenthaltsgenehmigung und die Westberliner durften überhaupt nicht mehr rüber.
00:04:21: also jedenfalls ging diese Flucht mit Außendepässen auch nur bis zum sechsten Januar, also ab dem siebten Weil die DDR hat immer gefordert, sie möchten die Kontrolle der Ausländer übernehmen.
00:04:38: Aber die Ausländern, also Schweizer, skandinavische Länder usw.. Das war den Sowjetz vorbehalten und die Sowjets haben da auch nie nachgegeben.
00:04:48: Es heißt, die DDR hat einen Antrag gestellt und er wurde über Jahre ... Nein nicht mehr, aber über Monate immer wieder abgelehnt.
00:04:56: Und dann dadurch dass ein Spitzel sehr genau berichtet hat was wo wann passiert ist, haben die Sowjetzes erlaubt und da hat die DDR andere Kontrollen eingeführt nämlich man muss jetzt zum selben Punkt rausgehen, an zu dem er reingekommen ist.
00:05:13: Und beim Reingehen haben die nur den Namen und die Nationalität notiert.
00:05:17: Und wenn ein Pass so rausreißig kam, schaunten die nur nach.
00:05:20: Ist dieser Pass reingegkommen?
00:05:22: War ja ganz einfach!
00:05:23: Und wenn er nicht reingekommen war, kann es dann nur in Flüchtling sein... Das
00:05:26: haben Sie vorher nicht kontrolliert,
00:05:27: ne?!
00:05:27: Es waren ab dem siebten Januar twohundsechzig gingen eigentlich Pässe nicht mehr.
00:05:32: Was war Ihre Aufgabe?
00:05:33: Haben Sie damit gefälscht oder sind Sie mit dem Gefälschepass rüber?
00:05:37: Ich habe einen Freund gefunden.
00:05:40: Ein Syrer war ja sozialistisches Ausland und der wurde also praktisch nie Leibes visitiert.
00:05:47: Das war der große Vorteil, dass er mir die Pässe immer rüber transportieren konnte.
00:05:52: Ich habe ihm morgens ein Covert mit ... acht oder zehn Passen gegeben, maximal zehn und er hat dann den Ostberlin wiedergegeben.
00:06:02: So mit Umarmungen hat er in die Tasche gesteckt und es war seine Aufgabe schon erfüllt und ich musste eben die Flüchtlinge entsprechend instruieren wie sie Kontrollen laufen würden wobei es nicht so ganz einfach ist Denn ich meine, durch die Kaltestation, da musste man seine Identität nicht wechseln.
00:06:22: Aber ihr Päschen muss man nicht
00:06:24: wechseln.
00:06:24: D.h.,
00:06:24: Sie sind in den Osten mit rüber als Westheuter-Konfensee und haben dann sich wie mit den Leuten gesprochen?
00:06:28: Ich war jeden Tag drüben und wurde ja auch einmal verhaftet und habe deshalb eine Story ausdenken müssen.
00:06:35: Warum bin ich denn jeden Tag in Ostberlin und so weiter?
00:06:38: Habt ihr Liebesgeschichte erzählt?
00:06:40: Die hab mir meine Vernehmungen auch abgenommen.
00:06:42: aber also... In den Stasiakten steht an zwei Stellen drin.
00:06:48: Das war eine Passfälschung von Originalpässe, nicht zu unterscheiden sein.
00:06:52: Die Stasi hat mein kriminelles Element durchaus erkannt...
00:06:56: Wie haben Sie das geschafft?
00:06:57: Ja gut und es war so.
00:06:58: wir haben ja die Stempel nachgemacht.
00:07:01: Wir haben nadenlos also einen Stempeln nachzuzeichnen auf dem Bildsegment des Flüchtlings.
00:07:06: jetzt Da geht immer irgendwas schief Und es muss ja auf den tausendsten Millimeter muss ich das sehr genauer stimmen Abdrucken mit hart gekochten Eiern oder so was.
00:07:18: Wie fachst du?
00:07:19: Wir haben Nadenswollstempel nachgemacht, wir hatten dann also unsere German-Gruppe in der ich da aktiv war.
00:07:25: Die haben etwa sechzig Stempel von westdeutschen Städten und etwa sechshundert Stempeln ausländischen Städte gehabt.
00:07:33: Und dann sind sie rüber und haben im Osten ein Foto von den Flüchtlingen genommen... Nein!
00:07:38: ...und wie muss man das vorstellen?
00:07:40: Wohin hatte vorher?
00:07:42: später, wenn es länger gedauert hat haben wir Kontakt zu den Flüchtlingen gehabt und wir hatten natürlich Passbilder und andere Bilder von denen.
00:07:49: Und die Ostpassbilder waren ja auch Passbild entsprechend vergrößern und einen Stempel eines Westfotografen hinten drauf machen, unsere Geschichten.
00:07:59: Also wir haben dann schon einiges getan aber unsere Passfälschungen waren dann tatsächlich würde ich auch mal wirklich aber objektiv sagen waren ziemlich perfekt.
00:08:09: Da hat die Stasi da eben auch keine Chance dagegen gehabt irgendwie was zu entdecken selbst in die Mikroskope und Quarzlammen in den Kontrollstellen hatten und alles Mögliche.
00:08:19: also das war da war man schon ganz gut fit.
00:08:22: Ihre Gruppe waren ja Studenten, ja?
00:08:24: Großen Teil Studenten.
00:08:26: Also die Gruppe, die ich dann selbst aufgestellt habe nachdem ich selbst verbraten war kann aus den Akten nachvollziehen dass sie meinen Namen eben auch schon Ende Januar, neunzehnzechstig dann kannten und da ging ich nicht mehr rüber hat meine eigene Gruppe zusammengestellt Und das waren tatsächlich großen Teil studenten.
00:08:45: Ich hab praktisch kaum einen Geistessenschafter dabei gehabt Die Keramanisten Vor allem die Politologen und die Soziologen.
00:08:55: Die haben das sozialistische Experiment im Osten noch ganz wunderbar gefunden, da hat aber kaum einer mitgemacht.
00:09:01: Wer mitgemachten hat waren vorallem Mediziner nadellos!
00:09:05: Ich konnte einen Medizinern, konnte ich ziemlich jeden ansprechen der hat mit gemacht.
00:09:09: Und wie haben sich die Leute bei Ihnen gemeldet?
00:09:11: Die raus wollten oder die Leute kannten, die raus wollten?
00:09:14: Waren das vor allem Leute aus dem Westen, die zu Ihnen kamen?
00:09:19: Rausholen wollten.
00:09:19: Es ist so, etwa jeder dritte DDR-Bewohner hatte ja Westverwandtschaften und es ging letztlich nicht immer aber sehr häufig über die Westverwandschaft, die dann einen Kontakt mit Fruchträfern gefunden hat und eben den Kontakt zum Flüchtling hergestellt hat.
00:09:35: oder wenn's Freunde waren gerade innerhalb von Berlin aus Westberlin da hatten wir auch Freundschaft gegeben.
00:09:42: Bevor es gleich weitergeht ein Blick auf Die Zahlen und die haben es wirklich in sich.
00:09:47: Vor dem Mauerbau flogen rund zwei Komma sieben Millionen Menschen aus der DDR in den Westen, was ja der Grund für den Mauerbaubau war.
00:09:56: Nach dem dreizehnten August einundsechzig also nachdem Mauerbau wurde die Flucht lebensgefährlich trotzdem und fünftausend Menschen gelangen die Fluchte über die Berliner Mauer und etwa vierzig tausend konnten über die DDR Grenzanlagen insgesamt fliehen also auch die innerdeutsche Grenze.
00:10:12: Aber gucken wir noch auf die Zahlen der Todesopfer und dann sieht man, wie gefährlich das Ganze war.
00:10:17: Mindestens hundertvierzig Menschen starben an der Berliner Mauer, weitere zweihundertdreißig an der innerdeutschen Grenze und rund hundertfünfunddreißig bei Fluchtversuchen über die Ostsee Richtung Dänemark-Schweden-Bestdeutschland.
00:10:31: Und wer bei einer Flucht erwischt wurde musste oft mit Jahren im Gefängnis rechnen.
00:10:36: Wenn man das alles weiß, dann macht es die Geschichte von Burkhard Feigell umso beeindruckender.
00:10:41: Haben Sie direkt von den ersten Schüssen mitbekommen oder war Ihnen auch bewusst, was für eine Gefahr davon ausgeht?
00:10:47: Aber klar.
00:10:49: Als ich am drägersten Oktober nach Berlin kam hat es ja schon eine ganze Reihe Mauertode gegeben.
00:10:56: Am schwierigsten, wenn ich das so rückverfolge waren sicher die ersten Monate weil da hatte ich einfach noch nicht die Erfahrung.
00:11:02: später als ich die Erfahrung hatte habe ich eigentlich vor der Straße keine allzu große Angst mehr gehabt.
00:11:07: aber wann wussten sie denn an der Stasi, dass die Stasi sich auf den Kicker hatte?
00:11:11: Ja
00:11:11: ab dem siebten Jahr war das so.
00:11:13: Da hatten die eine Personenbeschreibung von mir weil da zwei Ehepaare verhaftet wurden, deren Flucht nicht gelungen ist und am Tag vorher war noch alles ganz normal und plötzlich sind die aus heiterem Himmel einfach verhaftelt worden.
00:11:27: und da war eigentlich schon klar, dass sie die Kontrollen geändert haben müssen denn sonst muss man erst mal ein Abführen, muss ihn verhören.
00:11:35: aber die sind sofort weggebracht worden.
00:11:38: klar, die Kontrollen sind anders und da haben sie das?
00:11:42: eine Epa hat auch sehr schnell gesprochen.
00:11:44: Ich habe gedacht ich hätte mindestens vierundzwanzig Stunden Vorsprung aber die waren eben mit den Nerven so runter dass sie dann innerhalb von Minuten gesprochen haben und ich, dass ich noch Glück hatte.
00:11:57: Dass ich noch die letzte S-Bahn, die der Gefahrenes noch gekriegt habe eine S-bahn später ist, haben sie schon ausgestoppt weil Sie gedacht haben, Sie können mich noch finden auf dem Bahnhof aber haben sie eben nicht und ich bin davon gekommen Aber da hab' ich keinen Fuß mehr in irgendein sozialistisches Land gesetzt.
00:12:15: Okay.
00:12:16: Sie haben aber dann auch Tunnel gegraben?
00:12:17: Wir haben vorhin über Tunnel gesprochen.
00:12:19: Ihr habt einen Tunnel mitgegeben.
00:12:21: Meine Lunge ist aus bestimmten Gründen nicht so ganz fit.
00:12:25: Jedenfalls habe ich da wahnsinnig Luftnot gehabt, wobei es sich jetzt glaube ich nicht so sehr darauf ankommt dass ein Sauerstoff bekommt.
00:12:33: man kann relativ gut und lange ohne oder mit wenig Sauerstoffs auch auskommen.
00:12:38: das Schlimme ist wohl dass nur das CO-Zwein nicht los wird und ich wusste aus dem Studium Kohlensäure, wenn das Blut sauer wird dann wird man ohnmächtig.
00:12:52: Das wusste ich und ich wusste auch die Thunnel waren nicht damals extrem knapp also vierzig-fünfzig Zentimeter hoch.
00:13:00: Da konnten wir gar nicht auf allen Vierengabbeln, da können sich durchschlängeln.
00:13:04: so vagisch Griechen!
00:13:06: Und ich wusst ja, wenn ich da ohnmächtig werde bin ich tot, da kann mir niemand helfen.
00:13:10: Ich hatte tatsächlich in dem einen Thunel den ich mitgemacht habe wahnsinnig Angst drum gebeten.
00:13:16: am nächsten Morgen, als wir aufgehört haben für diesen Tag.
00:13:20: Habe ich gebetet, dass sich der Ausscheide nun an den nächsten Tagen schon in der Verfassungsschütze gekommen und hat dann gesagt, hört auf die Stasi weiß es ihr da wuttelt und deshalb ist er aus dem Viertel sowieso nichts geworden.
00:13:33: aber... Und das war in Trepturen Richtung Kreuzberg
00:13:36: oder?
00:13:37: Ja also Neukölln, Tor.
00:13:39: Sie haben vorhin erwähnt, dass die Stasis sie einmal oder zweimal sogar eine Falle gelockt hat.
00:13:44: Sie meine, die Entführungsversuche ist.
00:13:47: Da waren die Passfluchten schon passé und da hat uns eben einer den ich für einen Spinner gehalten habe aber ich hab ihn nicht für einen Spitze gehalten hat gesagt ja da kann er ganze Gruppen von Menschen rüber bringen durch ein Zaun.
00:14:02: und da haben sie mich eben an Zaun gelockt und da bin ich eben wirklich dem Tod der Schiebe gesprungen weil ich drei Meter gelegen habe am Zaun Drei Meter entfernt von der Streife, die an mir vorbei ging.
00:14:15: Es war ziemlich dunkel.
00:14:17: Ich habe die Reden hören und ich habe deren Zigarettenrauch gerochen.
00:14:21: Und da hat er diesen weitergegangen bis ein Freund, wo mir sie entsprechend abgelenkt hat mit einer Rakete, die er hoch gelassen hat, so eine Feuerwerksrakete.
00:14:33: Dann konnte ich eben abhauen und konnte da weg vom Zaun.
00:14:36: Aber es hat schon Situation gegeben.
00:14:38: bei der Entführung war es eben so dass sich das einmal in.
00:14:43: Sie kennen die Gegend, hohen Sorte am Runder zur Gläale oder zur Argentinischen Allee.
00:14:49: Und da war ein Auto hinter mir was egal ob ich abgebogen bin, ob ich schneller langsam gefahren bin das war immer hinter mir.
00:14:58: und dann habe ich sie eben tatsächlich an Mexiko Platz ist mir gelungen sich abzuschütteln.
00:15:03: Was hatte es mit dieser berühmten Doppelgänger vor Aufsicht?
00:15:05: Wie sind sie draufgekommen und wie hat's funktioniert?
00:15:08: Bei meinen Vorträgen zeige ich dazu immer Schautafeln an dem man das nachvollziehen kann.
00:15:14: Ihr suchst jetzt mal so freihändig, freimündig zu erklären.
00:15:19: also das Prinzip war dass ein Fluchthäfer zweimal durch die Kontrolle geht.
00:15:25: Dadurch hatten wir einen registrierten Pass der an der Grenze registriert war der natürlich auch ohne Probleme wieder raus kam.
00:15:34: irgendwann hat die CIA als der amerikanische Geheimdienst hat sich gesagt es kann ja gar nicht sein dass da ein Flüchtling durch die Grenze geht mit einem Pass und gar keine Schwierigkeiten hat.
00:15:47: Aber das JEE hat es nicht begriffen, und drei Tage später war's auch bei der Stasi über das Notaufnahme Lagermarienfelde.
00:15:55: Da saßen die ja praktisch ... Die haben ja Spitzel drin gehabt aber auch die hatten sie nicht begriffen.
00:16:00: Die haben eine.
00:16:01: teilweise weiß ich aus den Akten vermute, dass wir Waffenschmuckeln oder irgendwas.
00:16:05: Aber was wir Menschen schmuggeln auf die Ideen sind gar nicht
00:16:08: gekommen.".
00:16:09: Also die Tour ging so – ich versuch's mal zu beschreiben – der Doppelgänger Einfluchthelfer, deren Bisschen dem Flüchtling ähnlich sehen musste.
00:16:17: Größe etwa, etwa alteraufmäßig!
00:16:20: Der Doppeltgänger geht mit einem Begleiter durch.
00:16:24: Der Duppeltganger hat aber einen falschen Pass dabei den pass für den Flüchtlingen.
00:16:28: da ist sein Bild drin.
00:16:29: das ist also alles sehr seriös gemacht.
00:16:33: Und die gehen beide durch die Kontrolle, treffen sich in einer spanischen Wand, die vor der Toilette aufgestellt war und umarmen sich.
00:16:44: dabei übergibt der Doppelgänger diesen falschen Pass an den Begleiter.
00:16:50: Der Begleitter geht rüber in Osten natürlich mit seinem Pass.
00:16:54: ganz klar kein Problem.
00:16:55: wir haben also den pass.
00:16:56: für den Flüchtling haben er schon mal im Osten.
00:16:59: Der Doppelgänger hat aber jetzt keinen Pass mehr, der geht jetzt in die Toilette und sieht sich entsprechend um.
00:17:05: Also wenn er blond ist, zieht dann eine schwarze Mütze über, da ist ein Anorak auf links, der vorher vielleicht grau war... Ist
00:17:11: das so, muss man sich vorstellen?
00:17:12: Ist es so eine Art zwischen Stationen, zwischen Passkontrolle und...?
00:17:16: Am Ausgang ist diese Toiletten halt!
00:17:19: Die Passkontole, also eine große... Es war in so einer Baracke untergebracht, die Passkntrolle ist in dieser Barackel- und dann im Ausgang Bevor man rausgeht zu dem Berage wieder, da ist er eine Toilette.
00:17:31: Und da war der rein und hat sich entsprechend umgezogen wie gesagt.
00:17:36: Anurag nach links gedreht auch sonst sich vielleicht verändert was eben so zu verändern war was er schon vorher überlegt hat was er verändern will und kann.
00:17:45: Jedenfalls muss der wenn der zur Tür raus geht zum Ausgang raus geht muss eine zweite Gruppe bereits da sein.
00:17:54: Ich habe das ganze beobachtet von den Beobachtungsposten aus und konnte jetzt sehen, wenn der Begleiter rausgeht, der mit zwei Pässe dabei hat.
00:18:06: Wenn er raus geht, dann weiß ich, hoppla!
00:18:08: Jetzt ist der Doppelgänger in der Toilette, sieht sich um... Und Benachrichtige durch Nase, Schnäuze oder so irgendwas harmloses.
00:18:17: Benachrichtige eine zweite Gruppe die hinten das ganz herzlich in der Heinrich-Heine Straße abgespielt Die hinten am Moritzplatz steht und dann wissen sie aha jetzt müssen Sie los Jetzt gehen die rein und dann treffen die sich praktisch an dem Ausgang der Barke Treffen die sich.
00:18:33: die fahren mit dem Auto noch ein bisschen rein und parken dann vor dem ausgang Wenn der Doppelgänger rauskommt wie gesagt ohne pass aber sieht jetzt anders aus.
00:18:42: Und dann begrüßen die sich gesagt, ist ja Wahnsinn.
00:18:45: Jetzt haben wir uns ja Monate nicht gesehen und ausgründierende Grenzstationen sehen bei uns und haben sie umarmt und haben gejubelt und sich Geschichten erzählt usw.
00:18:55: Dabei hat eben einer der neu zugekommen dein Originalpass zugesteckt.
00:19:00: ab da hatte er sein Original Pass Da kann nichts mehr passieren.
00:19:03: da können auch kann.
00:19:04: auf jede fangfrage Kann er richtig antworten weil es sein original pass.
00:19:09: Und dann plaudern die weiter und gehen einmal einfach von dem Auto zum Eingang der Parke.
00:19:16: Und der Doppelgänger geht eben mit, und geht wieder zur Kontrolle.
00:19:21: dabei hat sie es auch mal ergeben dass ein Grenzer da Aufblick fast hat, sagt Sie waren doch gestern schon da?
00:19:29: Der war vor einer halben Stunde nicht gestern schlagfertig genug sein und sagen, ja ich geh zur Zeit des Perkermann Museums.
00:19:38: Und es dauert ein bisschen da muss sie halt jeden Tag hin und so und dann komme ich häufiger.
00:19:42: Man musste also einfach schnell die Richtige... Entwort haben, muss schlagfertig sein.
00:19:48: Dann war die Tour einfach für die Fluchthelfer nicht besonders gefährlich.
00:19:53: Also weniger gefährlich als ein Tülle zu graben oder sonst irgendwas.
00:19:58: Aber
00:19:58: das Timing musste passen?
00:19:59: Sie ist ja auch in drei Vierteljahr gelaufen und da ist niemand verhaftet worden.
00:20:04: Und wie viele Leute konnten sie rausholen dadurch?
00:20:05: Ja
00:20:05: etwa hundert Leute sind da rübergekommen.
00:20:09: Sie ist dann erst aufgeflogen als ein Freund von mir in einer ganz anderen Geschichte bei der Leipziger Frühjahrsmesse überwollte.
00:20:16: Mir auch Menschen rüberholen, da ist er verhaftet worden und der hat die Tour mehrfach mitgemacht und hat es eben erzählt.
00:20:23: aber er sagt ... Die Worte sind ihm auf den Mund rausgeflossen.
00:20:29: aus dem Studium weiß ich noch dass da irgendwie Skobolamin oder solche Sachen vielleicht eine Möglichkeit sowas gibt das man jemand so hier drücken einflößt.
00:20:38: das musste er gar nicht wissen.
00:20:39: Und dann redet er, ich kenne mich da aber zu wenig aus und da konkretes sagen zu können.
00:20:45: Aber jedenfalls hat er sich später die Schuld gegeben, dass der Sache verraten hat.
00:20:51: Aber wie gesagt es gibt sicher Situation wo man gar nichts ändern kann, wo man einfach Opfer ist und deshalb eigentlich nicht geächtet werden kann wenn jemand Verraten hatte.
00:21:02: Das Ende ist sehr einfach, war für die Grenzer.
00:21:04: Die haben einfach an die Eingänge, also wo ein Auto reingefahren ist oder zu Fuß reingegangen ist.
00:21:09: Haben die einfach so jemand mit einem Abrissschalter oder einen Abrissmarken gegeben?
00:21:16: Eins bis fünftausend.
00:21:18: Jeder der reingekommen ist hat eine Marge gekriegt und einer, der eine Marve gekriegte, war als in Ordnung.
00:21:23: Einer, der keine Marge gehabt hätte, kann ja nur ein Fluchthelfer sein.
00:21:27: Also insofern war das Unterbinden der Tour ganz einfach.
00:21:31: Also ist das Ihre Lieblingsfluchtgeschichte?
00:21:33: Ich wollte dir sowieso fragen, ob Sie eine Lieblungsflucht-Geschichte haben.
00:21:35: Ja, ist
00:21:36: natürlich schon schön.
00:21:36: Das bin ich heute noch stolz drauf!
00:21:40: Und an Ihrer anderen Erfindung war ein umgebauter Cadillac, den sie so umgebaut haben dass sich einen Flüchtling im Amaturenbrett verstecken konnte.
00:21:46: Wie sind Sie darauf gekommen und wie kompliziert war es das überhaupt umzubauen?
00:21:51: Ich habe eben schon überlegt wo kann ich in einem Auto ein Versteck unterbringen indem gar niemand vermutet das dann Verstieg ist Bis mir eingefallen ist Armaturenfreitag, das wäre eine Sache.
00:22:04: Ich wusste natürlich gleichzeitig... Das geht nur mit seinem Amischlitten weil die eben entsprechend groß waren, entsprechend große Armaturendreiter auch hatten.
00:22:13: Ein Gröhrenradio da drin was man durch ein Transistoradio ersetzen kann Handschuhefach nach unten verlegt.
00:22:21: Wir haben also einiges gemacht und zum Beispiel den Zugang.
00:22:24: Es war im Stemmeisen völlig unmöglich Da kamen wir überhaupt nicht durch auf einen elektrischen Kontakt dann in drei Bolzen runtergefahren sind.
00:22:35: Dadurch ist das Armaturenbrett runtergefallen, aber der Außelse-Mechanismus hat im Zigarettenanzünder gesteckt.
00:22:46: Wer greift denn den Zigarrettenanzünde rein und drückt da drauf?
00:22:50: Er denkt, er brennt sich ein Finger oder sonst irgendwas.
00:22:53: Aber wir haben schon einige Tricks eingebaut die sich eben auch so bewährt haben.
00:22:59: Das ist das Auto... drei Jahre lang gelaufen ist
00:23:02: und
00:23:03: nach drei Jahren hochgegangen ist.
00:23:05: Und damit sind immerhin zweihundert Menschen in Freiheit gekommen.
00:23:08: Gibt es das Auto noch?
00:23:09: Das Auto gibt's leider nicht mehr, ich hätte es wahnsinnig gerne gezeigt natürlich wie man den Armaturenbrett aufmachen kann, wie die dann runterfällt, wie man dann in so ein Loch reinguckt... Ich hab Bilder davon aber ich habe leider das Auto selbst nicht mehr.
00:23:24: Ich weiß dass er eine Zeit lang im Stasi-Museum in Prag gestanden hat Das Starfluchtauto.
00:23:30: Da konnten die auch nicht ... Die haben ja Hunde gehabt, die geschnüffelt haben und das hier ...
00:23:34: Also ich hab es einmal so miterlebt wie sie das in Weithaus der Grenze Schäler-Wakai bundesorbig was ich gesehen habe dass dieses Auto nicht auf so eine Hebebühne sondern auf so einer Werkstattgruppe geleitet haben Und abgeklopft haben und mit Hunden untersucht haben.
00:23:50: aber die Wunde haben einfach schon nichts gerochen weil die Motoren damals von der Öl und Benzin waren.
00:23:56: Und der Geruch war so stark, dass eben die Flüchtlingsfrau, die da drin war, nicht gerochen haben.
00:24:02: Als sie dann nach einer Dreiviertel stündig gesagt haben okay Sie können fahren, haben den Flüchthelferl hinterher die Knie gezittert.
00:24:10: also die waren auch ganz schön mitnervenpart her.
00:24:13: aber die Fluchtingsfrau hat gejubelt, dass sie endlich zu ihrem Verlobten kommt und ich habe sie gefragt ob sie keine Angst gehabt hätte.
00:24:20: Dann hat sie gefragt ja sind alle Kontrollen so?
00:24:23: Die hatten natürlich angenommen, alle Kontrollen sind so.
00:24:26: Und sie wusste ja von dem... Das hat die Gesichter der Flüchtlinge und das Fahrers, die waren ja sechzig Zentimeter auseinander.
00:24:34: Der Fahrer hat also vorher gesagt jetzt bitte keine Bewegung nicht häuspern, kein... Total Ruhe!
00:24:45: Von euch darf er gar nichts wahrnehmen.
00:24:48: Und die Kontrolleure haben ja oft zehn, zwanzig Zentimeter vom Gesicht oder vom Körper des Flüchtlings durch alles abgeklopft und so weiter.
00:24:57: Und da durfte natürlich nichts nach außen kommen, man hat keinen Husten reist in so einer Situation.
00:25:03: Das darf man einfach nicht haben und man hatte es dann auch nicht.
00:25:06: Also jedenfalls war ich eine normale Kontrolle, zwanzig Minuten auch das ist lang aber eine dreiviertel Stunde ist natürlich schon extrem lange und die Frau hat eben angenommen die Kontrollen seien normal so.
00:25:18: Die waren aber schon ... Eine Dreiviertelsstunde war schon ungewöhnlich.
00:25:22: Haben Sie noch Kontakt zu Menschen, denen Sie geholfen haben?
00:25:25: Ganz viel.
00:25:25: Ich habe ganz gezielt auch Kontakt wieder aufgenommen und dann mich ganz vielen Interviews geführt.
00:25:31: Ich hab etwa hundert Interviews und das war mein Reservoir für mein neues Buch wo ich im Unterschied zu allen Büchern dieses Thema gibt die ja untersuchen was wann wie passiert ist untersucht, warum was passiert ist.
00:25:47: Warum will einer abhauen?
00:25:49: Warum will er seine Heimat verlassen?
00:25:51: Warum schweißt du alles hin und möcht noch mal neu anfangen?
00:25:55: Mut und Freiheit ist der Titel...
00:25:58: Sie haben ja da in den Neunzehn-Siebzig aufgehört mit der Fluchthilfe und haben Berlin verlassen.
00:26:02: Warum dann so plötzlich...?
00:26:05: Die letzte Tour die ich vier Jahre lang betrieben habe, mit der vierhundert Menschen in Freiheit gekommen sind war eine Tour mit einem französischen Alliierten, der dem uns sagt geholfen hat.
00:26:16: Ein Algerier, der so viel Empathie für Freiheit hatte.
00:26:22: Er hat immer gesagt die Egalité und die Fadthederte sind ihm völlig egal.
00:26:27: Die Liberty ist für ihn entscheidend.
00:26:30: Und er hat sehr gut Deutsch gesprochen.
00:26:33: Der hat mich motiviert, dass ich sagt... Ich möchte wieder mal was machen.
00:26:37: Und das heißt, der hat gedrängt, dass er noch mehr helfen kann als jetzt einfach technisch oft möglich war.
00:26:44: weil wir haben ihn dann einen kleinen LKW umgebaut in dem er mit einem Mal vierzehn Flüchtlinge bringen konnte.
00:26:52: also mit den Franzosen war es sehr viel einfacher dass ich mir erlauben konnte, staatsksam zu machen in Medizin.
00:26:58: Zu heiraten und eine Tochter zu zeugen.
00:27:01: Entweder ist unsere Tochter dann im Frühjahr neunundsechzig geboren.
00:27:06: Und da hat meine Frau zu mir gesagt also weiß wenn du auch keine Angst hast von einer weiteren Entführung?
00:27:12: Ich habe Angst!
00:27:14: Und das Baby können sie entführen.
00:27:15: Lass uns rausgehen aus der
00:27:17: Linie.
00:27:17: Das
00:27:17: habt ihr immer nach Hannover gezogen ... Hannover schon deshalb, weil ich in ... ... fünfundzwanzig Minuten mit einem Berlin sein konnte.
00:27:24: Und dann habe ich dann aber tatsächlich von Hannover aus... ... noch ein bisschen Regie geführt und die ganze Tour dann an einen... ... zwei Stromen auch übergeben, die die Tour weitergemacht haben.
00:27:34: Ich musste also kein schlechtes Gewissen haben,... ... dass sich aufhöre obwohl ich eine Möglichkeit hab,... ... anderen mich nicht zur Freiheit zu verhelfen.
00:27:41: Die haben ja weiter gemacht.
00:27:43: Und deshalb habe ich siebzig aufgehört und bin dann voll Mediziner
00:27:46: geworden.".
00:27:46: Ja Sie waren dann Medizine?
00:27:48: Vor allem in Stuttgart.
00:27:49: dann, ne?
00:27:50: Bis aus dem Sechs.
00:27:52: Wie haben Sie den Mauerfall erlebt?
00:27:53: und wo?
00:27:54: Nur heulend am Fernsehgerät.
00:27:57: Ich habe ja meistens so bis zwölf Eins nachts gearbeitet Und irgendwann zwölft Nachts hat meine Frau mich angerufen Du komm nach Hause Die tanzen um die Mauer rum und gehen durch die Mau.
00:28:07: Da sag ich komm du spinnst.
00:28:09: Das war so ein grimmiger Hörster da Und er sagt Nein!
00:28:12: Du musst da kommen.
00:28:13: Dann bin ich eben nach Hause gegangen Und hab noch geheult Weil das natürlich... für mich die ganz große Erfüllung war.
00:28:20: Sie haben ja dann auch, haben wir es schon erwähnt, Ihre Stasiakte gesehen?
00:28:23: Wie groß war diese Stasiakte?
00:28:25: Wie dick!
00:28:27: Ein Rollwagen fassten mehr oder sechzigzehn Meter hoch mit lauter Akten bedeckt.
00:28:32: Nach drei Tagen konnte ich aber nicht mehr weiter waren und das hat mich so krank gemacht, diese Statiakten zu lesen.
00:28:40: Ich war ja als Mediziner mein Anliegen.
00:28:44: Ich möchte einem anderen Menschen helfen.
00:28:46: Und da geht es seitenweise, hundertseitenweise immer nur darum, wie kann man einen anderen Menschen besser schaden?
00:28:54: Wie können wir ihn sehr sitzen in der Stasi-Scharikon?
00:28:57: Das war für mich so entsetzlich.
00:28:59: Ich habe nach drei Tagen aufgegeben und hab gesagt ich kann vielleicht später wiederkommen aber ich kann das einfach nicht mehr weiter machen.
00:29:06: Als ich dann zwei Jahre später wieder die Akten angefangen hat, habe ich noch drei Aktenordner
00:29:11: bekommen.".
00:29:13: Jetzt schließt sich der Kreis!
00:29:14: Jetzt sind Sie zurück nach Berlin gezogen und wohnen auf dem ehemaligen Mauerstreifen.
00:29:18: Was hat sie zurück nach berlin verschlagen?
00:29:20: Ich hatte ursprünglich vor wenn ich brenntet bin wird mache ich jazzmusik Also mal nicht nach Noten, sondern ich mache es frei.
00:29:29: Nachdem was mir im kopf schwäbt mach ich musik.
00:29:32: aber dann kam eben spiegel tv fernsehl und sagt sie haben doch und sage ja okay Dann haben die in ersten film gemacht über mein leben als fluchthelfer.
00:29:42: Und dafür bin ich das ganz andere Thema, wie sie wieder aufgewärmt wurden.
00:29:47: Und ab da habe ich mich eben um diese Ostfestfragen, um Fluchthilfe, um die verschiedenen Gruppen der Fluchthilfe und so weiter gekümmert und hab dann eben aufgearbeitet oder versucht auch zu arbeiten.
00:30:01: Ich habe mich ja da ein bisschen orientiert an dem Periglestspruch.
00:30:04: Er sagt Das Geheimnis des Glücks ist Freiheit.
00:30:08: Aber das Geheimniss der Freiheit ist der Mut Und ich denke, das ist tatsächlich eine gute Sache.
00:30:16: Dass man einfach auch Menschen auffordert hat Mut und seid bleibt dran am Ball lasst euch nicht abwirken und Gleichgültigkeit kann ich also überhaupt nicht vertragen.
00:30:27: Er hat es angesprochen.
00:30:28: Burkhard Feigel hat über all das auch mehrere Bücher geschrieben.
00:30:31: Das neuste heißt mut und Freiheit.
00:30:33: meine Flüchtlinge und meine Fluchthelferfreunde.
00:30:36: Wenn euch dieser Podcast gefallen hat dann würde ich mich freuen wenn ihr ihn bewertet Wenn ihr ihn teilt, weiter empfehlt und wenn wir uns dann in der nächsten Folge wieder hören bzw.
00:30:44: wenn ihr jemanden kennt, der oder die auch eine richtig spannende Lebensgeschichte hat – dann immer her damit!
00:30:49: Meine E-Mailadresse findet ihr in den Shownotes.
00:30:52: Von den großen politischen Umbrüchen der Geschichte wechseln wir in der nächste Folge zu den Herausforderungen der Gegenwart.
00:30:58: Dann ist mein Gast Herr Ref, Lehrer & Tiktoker.
00:31:01: mit ihm spreche ich drüber wie aus einem Jungen, der selbst Armut und Ausgrenzung erlebt hat einer der bekanntesten Lehrer Deutschlands wurde.
00:31:09: Ich bin Marti Geier und wir hören uns beim nächsten
00:31:18: Mal.
Neuer Kommentar