Michael Sturm: Lebensborn-Kind auf der Suche nach der eigenen Wahrheit | Was für ein Leben - Folge 21
Shownotes
Eine Biografie zwischen Verschleierung, Aufarbeitung und einem Leben im Schatten der NS-Vergangenheit Manche Lebensgeschichten wirken wie aus einem Drehbuch – nur dass sie real sind. Michael Sturm ist so eine Geschichte. 1941 in Bad Polzin (heute Polen) geboren, verbringt er seine ersten Lebensjahre in einem Lebensborn-Heim der SS. Was er selbst davon weiß? Jahrzehntelang praktisch nichts. Denn seine Herkunft wird ihm systematisch verschwiegen – von seiner Familie, von seiner Mutter, von einer Vergangenheit, über die nicht gesprochen wird. Er wächst mit einer anderen Geschichte auf: Sein Vater sei ein Widerstandskämpfer des 20. Juli gewesen, gefallen im Kampf gegen Hitler. Erst viele Jahre später beginnt diese Erzählung zu bröckeln. Als Michael Sturm selbst anfängt zu recherchieren, stößt er auf eine völlig andere Realität – und auf eine Wahrheit, die alles verändert. Er erfährt, dass er ein Kind des Lebensborn-Programms war – jenes SS-Systems, das während des Nationalsozialismus Kinder nach „rassischen“ Kriterien auswählte, Geburten in Heimen organisierte und Identitäten verschleierte. Und er entdeckt, dass auch sein Vater nicht der vermeintliche Held war, sondern Teil der NS-Militär-Elite. Aus der Suche nach der eigenen Herkunft wird eine Auseinandersetzung mit Schuld, Schweigen und Familienlügen – und mit der Frage, wie viel Wahrheit ein Leben aushält, wenn sie Jahrzehnte zu spät kommt. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Michael Sturm über ein Leben zwischen Erinnerungslücken, schmerzhaften Enthüllungen und dem Versuch, die eigene Geschichte neu zusammenzusetzen.
Habt ihr eine Geschichte für uns? Kennt ihr jemanden, der oder die ein außergewöhnliches Leben geführt hat?
Eine Geschichte, die man einfach hören muss? Dann schreibt uns an matti.geyer@fluxfm.de
– vielleicht wird genau daraus eine der nächsten Folgen von "Was für ein Leben".
Zum Host des Podcasts: Matti Geyer arbeitet als Redakteur beim Berliner Radiosender FluxFM. Speziell durch seine Arbeit als Stadtführer von toursofberlin bringt er Expertise in Sachen Historie ins Programm ein.
Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:08: Manche Lebensgeschichten klingen, als wären sie direkt aus einem Roman gefallen.
00:00:12: Und sind doch brutal echt!
00:00:15: Um genau solche Biografien geht's hier im Podcast.
00:00:17: Persönlich direkt von den Menschen selbst erzählt ohne Filter.
00:00:21: Ich bin Matti Geier und in dieser Folge spreche ich mit Michael Sturm.
00:00:25: Dabei geht es um eines der dunkelsten Kapitel Deutschlands – um den Verein Lebensborn.
00:00:30: Das war ein SS-Programm im Dritten Reich, mit dem Ziel mehr arische Kinder zu bekommen.
00:00:36: Sein Leben lang wusste Michael Sturm nicht, dass auch er so ein lebensborn Kind war, seine ersten Jahre in einem Heim verbracht hat und eigentlich zur Adaption freigegeben war.
00:00:45: Nicht nur das – seine Herkunft wurde systematisch verschleiert, weil seine eigene Familie Teil dieses Lügen gepflegt zwar.
00:00:52: Wie er letztendlich trotzdem die Wahrheit über seine Herkung herausgefunden hat… Und was es mit ihm gemacht hat?
00:00:58: Darum geht's jetzt!
00:01:01: Und das ist meine Geschichte.
00:01:04: Außergewöhnliche Lebensgeschichten auf Lux-FM.
00:01:07: Ich fand schwer, unser Interview zu strukturieren Denn zum einen wollen wir über ihr Leben sprechen Zum anderen haben sie selbst aber erst mit Mitte sechzig überhaupt erfahren wo sie geboren wurden und wo sie ihre ersten Jahre verbracht haben.
00:01:19: Das rüsseln wir jetzt alles auf.
00:01:20: Aber am Anfang erstmal Wann sind Sie geboren?
00:01:24: Ich bin am siebzehnten zwölften, nineteenundvierzig in Bad Polzin geboren.
00:01:30: Dieser Ort sagte mir nichts, lag ja dann auch in Polen.
00:01:35: Es stand in meinen Unterlagen und hab als erstes Fotos von mir als Baby gefunden eben auch mit der Unterschrift Bad Palzin Und das war's.
00:01:46: dabei habe ich es belassen.
00:01:47: Was sind denn Ihre frühsten Erinnerungen?
00:01:50: Das ist etwas komisch, das muss sich ausholen.
00:01:52: Ich habe bis nineteen hundert vierzig keine Erinnerung an meine Mutter was an für sich in dem Alter ... unverständlich ist.
00:02:01: Ja.
00:02:02: Er lebte bei meiner Großmutter in Grünheider, wo ich offensichtlich dann nach Koronsales vor Kriegsänder... ... dorthin gebracht wurde oder abgeholt wurde wie auch immer.
00:02:14: Die eigentliche Bedeutung dieser ganzen Geschichte habe ich überhaupt nicht nachvollzogen und bin auch erst ... ... in Grunheide evangelisch getauft worden.
00:02:27: Und das haben Sie aber Ihr Leben lang Nicht erst mal nicht hinterfragt und nicht komisch gefunden, oder?
00:02:32: Ja.
00:02:32: Es wurde dann kitzlich die ganze Angelegenheit als ich das erste Mal heiratete ... oder heiraten wollte.
00:02:40: Und dort war natürlich die Geburtsurkunde verlangt.
00:02:44: Ich hatte keine Geburzurkundung.
00:02:48: So steht es auch in meinen Taufunterlagen im Kirchenregister von Grünheider.
00:02:53: Nicht auffindbar oder nicht vorhanden.
00:02:55: Und meine Mutter hat dann eine eidesstadtliche Erklärung abgegeben.
00:03:00: Beim zweiten Mal, als ich das zweite mal in Rostock geheiratet habe ... Da standes Amt nach Polen geschrieben.
00:03:07: Das war noch zu DDR-Zeiten.
00:03:10: Sie mögen doch bitte mal nachschauen, ob in den Registern etwas über mein Geburt in Polsien zu finden ist?
00:03:18: Null!
00:03:19: Es kamen zwei Schreiben mit einem großen Kopf und ... Aktenzeichen und Stempel in polnischer Sprache.
00:03:29: Kurioserweise hat sich niemand die Mühe gemacht, das zu übersetzen was da drin stand sondern das war der Freifahrtsschein für meine Eheschließung.
00:03:40: erst im Jahr zwei Tausend Sehen hat meiner Tochter dann eine Kommilitonin aus Polen gebeten das mal zu übersätzen und unter dem Strich kam raus, da war nichts.
00:03:53: Also, es ist nichts gefunden worden.
00:03:56: Daraufhin habe ich dann Anfangs- Jahrzehnte die Bürgermeisterin von Polzin angemorst übers Internet und das ist ja dann auch alles möglich gewesen und die war auch sehr aufgeschlossen und hat mir dann bestätigt also erstaunen.
00:04:13: es tut mir leid wir haben hier nichts.
00:04:16: aber und dann kam Das große Erwachen, es gab hier einen von der SS-Betriebenes Mütterhaus Lebensborn.
00:04:28: Ich hatte bis dahin keine Ahnung was Lebensborn ist und hatte den Begriff auch nie
00:04:32: gehört.".
00:04:32: Bevor's gleich weiter geht hier nochmal die Einordnung zum Lebensborn eV.
00:04:37: das war ein Programm des SS im Nationalsozialismus gegründet von Heinrich Himmler.
00:04:41: Offiziell ging es um Geburtenförderung in Wahrheit aber um rassistische Selektionen.
00:04:47: Das bedeutete konkret, der Staat beziehungsweise die SS hat Frauen ausgesucht, die als arisch und erb gesund galten.
00:04:54: Und ihnen Schwangerschaften, Geburten und die anschließende Betreuung in speziellen Heimen ermöglicht – oft streng geheim!
00:05:01: Unehrliche Kinder von SS-Männern wurden dort geboren, registriert und dann häufig ein Regimentreue Familien vermittelt.
00:05:08: Noch schlimmer?
00:05:09: In besetzten Ländern wurden Kinder passend beziehungsweise harisch eingestuft wurden, ihren Familien weggenommen um sie zu germanisieren.
00:05:18: Ihre Identität wurde ausgelöscht die Namen geändert.
00:05:21: der Lebensborn war also kein Wohlfahrtsprojekt sondern Teil eines Systems das über Leben Herkunft und Zugehörigkeit entschieden hat mit Folgen die bis heute nachwirken.
00:05:32: Wer war denn ihre Mutter?
00:05:33: was können Sie über ihre Mutter erzählen?
00:05:35: Meine Mutter war eine sehr verschlossene Frau, die immer glaubte, sie wäre etwas Besseres.
00:05:41: Da hab ich mich manchmal gefragt, warum eigentlich?
00:05:44: Wie kommt sie dazu?
00:05:46: Sie war also nicht verheiratet oder ... Ich hatte dann Fotos gefunden von einem Militärangehörigen und hab sie dann eigentlich gestellt und gefragt, wer ist das könnte, dass mein Vater sein.
00:05:58: Dass das kein einfacher Soldat war.
00:06:01: Auch bei schwarz-weiß Fotos sieht man das habe ich den breiten roten Streifen an den Hosen gesehen Und da hat sie dann gesagt, dass es eigentlich recht interessiert und hat eine Story aufgebaut die in ersten Fall glaubhaft war.
00:06:16: Nämlich das mein Vater wäre.
00:06:20: Sie wäre verheiratet gewesen und mein Vater wär mitwisser der Angelegenheiten um den zwanzigsten Juli also das Hitler-Attentat nassert vierundvierzig gewesen und sie hätte sich aber vorher scheiden lassen und hätte ihren Mädchen Namen wieder angenommen weil ich nachfragte, wieso heißt die Oma Sturm und du hast auch Sturm.
00:06:42: Also das war die
00:06:43: Erklärung.".
00:06:44: Hat sie Ihnen jemals einen Namen genannt?
00:06:46: Oder nur die Geschichte?
00:06:48: Ja aber ... Und jetzt kommt das große Arbeit.
00:06:51: Anfang der fünfzehr Jahre kam dann einmal Post ein Brief.
00:06:57: und neugierig wie man ist.
00:06:59: Wenn da eine Absender von einem Mann drauf hinten steht, dann bin mit dem Brief ... aus dem Briefgasten genommen rein, ins Haus Oma.
00:07:09: hier ist für die Mama Post von einem Heinz Lankermann.
00:07:15: Und da riss meine Oma am Kachelofen sitzen und riss die Arme hoch und sagt um Gottes Willen über diese Geschichte in unserer Familie hängt ein großes Problem.
00:07:30: Eine dunkle Wolke?
00:07:31: Was für mich dann erledigt?
00:07:32: erst mal!
00:07:33: Ich hab das da nicht mehr hinterfragt und hab meiner Mutter auch eigentlich gebeten, doch mal zu sagen was sie denn bis neunzehntfünfundvierzig gearbeitet hätte.
00:07:44: Und dazu gesagt, die war angestellt.
00:07:46: Erst viel später als ich dann schon mit Lebensbohren zu Hause war und dann auch Vorsitzender des Vereins Lebensspuren in Werninger-Hoder war, war einmal eine kanadische Wissenschaftlerin zu Gast, die auch einen Vortrag gehalten hat gesagt über meine Mutter weiß ich nichts.
00:08:04: Und da sagst du, ihr wisst mir was?
00:08:06: Ich schaue mal nach und kümmer mich darin.
00:08:09: Und dann hat sie mir Fotos geschickt aus dem Holocaust Memorial in Washington.
00:08:16: Meine Mutter in voller Schönheit hier in Berlin sparen Werder in die Reichtsbräuteschule.
00:08:25: Reichsbräuhteschule waren Einrichtungen der SS, wo also ... junge Frauen, die Absicht hatten mit einem SS-Offizier oder höheren SS-Mann, die Ehe einzugehen und auf die Eher vorbereitet wurden.
00:08:44: Da habe ich gesagt was es alles gibt.
00:08:46: Und da stand sie unter der Hakenkreuzfarne mit einer Hand in der Tasche so wie ich sie dann später auch erlebt habe als die Wirtschaftsleiterin von einem ADN damals Nachrichtenagentur der DDR, ein ADN Kinderheim in Greenheider war.
00:09:04: Dort waren ... Kinder untergebracht von Journalisten die über die Woche unterwegs waren im Ausland sicherlich hauptsächlich.
00:09:13: Die gingen dort zur Schule und das war so zu meiner Mutter.
00:09:19: Wissen Sie inzwischen was sie gemacht hat beruflich vor forty-fünf?
00:09:22: Ja, inzwischen ... durch Historikerkonferenzen und Zusammenkünfte.
00:09:27: Und meine Mutter war offensichtlich bis nineteenhundertvierzig in der Hauptverwaltung in München vom Lebensborn, also die ist ja dann von... Der Lebensborn ist ja thirty-fünf Jahre hier in Berlin gegründet und dann hat er in die Hauptverwalterung nach München gegangen und interessanterweise hat man sich als erstes die Villa vom Thomas Mann gekrampft als Verwaltungsgebäude.
00:09:53: Hatte sie auch was mit den Raubkindern zu tun?
00:09:56: Ja, ja.
00:09:57: Und dann erklärt das auch mein fehlendes Wissen und meinen Eindruck über meine Mutter bis Nürburgring.
00:10:06: Ich kann mich da nicht erinnern und habe gesagt, bin ich denn dumm gewesen oder was.
00:10:13: Offensichtlich war meine Mutter als Zeugin interniert im Nachfolgeprozess
00:10:18: ... Deswegen waren Sie bei ihrer Oma?
00:10:21: Aber Sie wussten ja immerhin, also wenn Ihre Mutter dann gesagt hat, Ihr Vater sei vom Artentat des zwanzigsten Juli vierzig und Ihre Oma hat gesagt da hängt eine dunkle Wolke über uns.
00:10:33: Den war ja offenbar bewusst dass sie auf der falschen Seite der Geschichte gestanden haben und wollten es dann fragen?
00:10:38: Ja das habe ich dann auch zu spüren bekommen als ich bin also ein Vierzig in Grünhalde eingeschult und hab die Grundschule bis sechsundfünfzig besucht, und wollte dann zur Oberschule gehen.
00:10:52: Und da gab's also einen Schuldirektor der Tiefrot war, sag ich mal ... Der sagte, meine Mutter hatte angegeben Oberst im Generalstab.
00:11:03: Mhm.
00:11:03: Er sagte, die höheren Bildungseinrichtungen unseres Staates sind nur für Arbeiter- und Bauernkinder, und für so einen wie diesen schon gar nicht.
00:11:14: Daraufhin haben die Geschwister meiner Mutter, die in der Bundesrepublik lebten gesagt, wenn das so ist dann kommt ihr rüber.
00:11:22: Das war ja zu der Zeit noch möglich vor einen Sechzig und dann macht er seine Ausbildung und seinen Weg hier.
00:11:29: Und da hat meine Mutter vehement den Riegel vorgeschieben, dass kommen nicht infrage ... Es wurde auch so.
00:11:39: Und meine Mutter erreichte dann über den ADN, das heißt über ihre Firma.
00:11:46: Wenn man so will, erreichte sie dann ... Von fünfzig bis achtundfünfzig war in der DDR das erste Mal, wo die Mittelreife ermöglicht, also die zehnte Klasse.
00:11:56: Mhm.
00:11:56: Dass ich als Kompromiss bis zur zehnten Klasse dort zur Schule gehen konnte und danach war sowieso Schluss.
00:12:06: Ihre Mutter war einfach ortsverbunden?
00:12:08: Oder wie kam das, was sie nicht gehen wollte.
00:12:10: Schon orts verbunden insofern weil das Grundstück, was wir in Grünheide hatten, das gehörte der Schwester meiner Mutter und meine Mutter hat damit natürlich erreicht dass da der Möglichkeit wenn ich in der Bundesrepublik gewesen wäre nach meinem Vater zu suchen ein Riegel vorgeschoben.
00:12:34: Sie hat also Kontakt gehabt außer diesem einen Brief, den ich selber gesehen habe.
00:12:41: Natürlich verschlossen.
00:12:43: Aber sie muss Kontakt gehabt haben weil es dann auch ein Konto in West-Berlin bei der Deutschen Bank gab wo mein Vater war.
00:12:52: Okay, er legte in Westdeutschland.
00:12:55: Das kann man ja nicht sagen das war nicht für aber offensichtlich immer mal Beträge ... rübergereicht hatten.
00:13:00: Und auch die Geschwister meiner Mutter.
00:13:02: Also, die
00:13:02: wahrhatten Kontakt bis...
00:13:04: Mein Vatersnass hat neunundsebzig gestorben dann.
00:13:06: Ja okay!
00:13:07: Aber bis dahin?
00:13:08: Hat er gezahlt?
00:13:09: oder wissen Sie nicht?
00:13:10: Weiß ich nicht.
00:13:11: Ich war nur gut versorgt und habe als Erster in der Schule ein neues Fahrrad wo andere Fahrräder hatten, die zusammengebaut waren.
00:13:21: Und sie sind ja dann beruflich ohne es zu wissen in die Fußdapfen ihres Vaters getreten.
00:13:26: Ja, ich hab dann.
00:13:27: nach der Mittelschule also nach der sehnten Klasse habe ich dann zwei Jahre eine Ausbildung gemacht als Betriebsschlosser in Ergner und hatte dann vor Maschinenbau zu studieren.
00:13:40: Und das war zu der Zeit durchgängig so dass mit einem zweijährigen Ehrendienst ein Anführungszeichen in der Nationalen Volksarmee verbunden war.
00:13:52: anders gab es keine Studienplätze.
00:13:54: Ja, und das habe ich dann gemacht.
00:13:55: Und dann bin ich in den ersten September-Soldat geworden.
00:14:02: In der Nachfolge war also bei der Artillerie.
00:14:08: Und Artilleries ist ja etwas, was auch mit Mathematik, Vermessung oder Ballistik zu tun hat.
00:14:16: Das fand ich ganz spannend und interessant.
00:14:20: Und wurde dann eines Tages gefragt, wie wäre es denn ... Sie könnten einen Lehrgang machen, wir haben kurz Lehrgänge.
00:14:29: Das hab ich zu meiner Mutter gesagt als ich das erste Mal nach Hause kam in Urlaub, ich werd offiziell.
00:14:35: Ich hab gedacht, die kriege ich eine Schlacht anfallen.
00:14:37: Echt?
00:14:38: Und hat mir versucht Wehrmann diesen Berufsziel auszureden.
00:14:44: Da könnte man ...
00:14:45: Ohne dass ich Hintergründe wusste bis dahin.
00:14:49: Und aber wie man als junger Mensch so ist, wenn man sich einmal was in den Kopf gesetzt hat, dann setzt man das in der Regel auch durch.
00:14:57: Aber ich frag mich, warum sie da so dagegen war?
00:14:59: Hatte Sie Ihre Liebschaft damit Ihrem Vater, der ja ... den Job hatte?
00:15:03: Ja und jetzt kommt's!
00:15:06: Dann hatte mir meine Mutter mal erzählt, ja, dann, wie ich es also zur Armee ging, dein Vater hatte Kontakt mit einem Generalleutenant Müller an der Nazi.
00:15:18: Was nicht falsch war, aber auf der anderen Seite doch wieder falsch war.
00:15:23: Denn es gab zwei von dieser Sorte.
00:15:26: Zwei mal Generalleutnant ... Einmal einen Generalleutenant Winzenz Müller und einen General Leutnant Friedrich-Wellhelm Müller.
00:15:36: Und dieser WinzenZ Müller war übergelaufen zu den Russen.
00:15:41: Und war im Nationalkomitee Freies Deutschland.
00:15:46: Und der andere ... war der Partner, der Partner meines Vaters.
00:15:52: Mhm.
00:15:52: Der als Kriegsverbrecher nass er siebenundvierzig in Athen mit dem General Breuer vor Gericht gestellt wurde und zum Tode verurteilt wurde.
00:16:02: Und dann wurde die Frage gestellt, also ich ... Das war ja noch nicht zu verschweigen.
00:16:07: Es stand ja irgendwo drin obersten im Generalsstab.
00:16:10: Mhm?
00:16:12: Dann gab es eine sogenannte Kommissionierung zur Aufnahme an die Officierschule und das ging über eine Woche.
00:16:21: Da wurde man auf Sport und wissenschaftliche Dinge befragt, dann habe ich gesagt ja okay.
00:16:30: Und unter anderem kam natürlich auch dann die Frage ja ihr Vater so stets war doch ein Offizier in der Nazi-Währmacht.
00:16:39: Ich sag ja aber ich weiß nichts weiter über ihn.
00:16:43: Das steht einfach so in meiner Mutter, hat das einfach in die Papiere.
00:16:48: Aber da stand es dann mitten im Namen?
00:16:50: Nein!
00:16:50: Da müssen sich doch die Leute immer wieder gewundert haben warum da kein Name steht.
00:16:54: Ja, das Interessante ist ja in dem Taufregisser was ich mir dann habe in Grünheit einmal im Zuge der Recherchen vorlegen lassen.
00:17:03: Da steht alles gelogen.
00:17:07: Vater Heinz Sturm Obersten Generalstab.
00:17:12: Okay
00:17:13: Einen Halssturm gab es nicht.
00:17:16: Dadurch, dass meine Mutter gesagt hatte, der hätte mit einem Genal Müller zusammengearbeitet ... Wusste doch nicht die Vornamen dieser Leute?
00:17:27: Ja.
00:17:27: Wurde mir gesagt, alle anderen kriegen Bescheid entweder angenommen oder auch abgelehnt.
00:17:31: Das gibt's natürlich auch und ich krieg Bescheide.
00:17:36: Damals war dieser Winzens Müller noch Chef des Stabes der neu aufgebauten nationalen oder gegründeten Nationalen Volksarmee.
00:17:45: Ob man ihn befragt hat, oder nicht?
00:17:48: Und der Hinweis auf den zwanzigsten Juli-IV von meiner Mutter, die ich natürlich auch erwähnt hatte ... Lass mal's dabei und dadurch bin ich dann angenommen worden.
00:17:58: Andersrum hätten Sie ja nicht mitmachen dürfen, wenn Sie es rausgefunden hätten!
00:18:02: Genau
00:18:03: Und die DDR hatte ja sogar Akten über ihren leiblichen Vater.
00:18:05: Haben sie später rausgefunden?
00:18:07: Ja, haben.
00:18:07: wir kamen erst später.
00:18:09: Dann kommen wir jetzt dazu wie Sie Ihre Vergangenheit erforscht haben.
00:18:13: Ausschlaggebend waren ihr, haben Sie gesagt, ihre Kinder ... Was haben die gesagt?
00:18:17: Wie sind die vorgegangen?
00:18:18: Wie kam das dann?
00:18:20: Wir saßen am Weihnachtsabend zusammen und haben so über alle gesprochen, die nicht mehr sind beziehungsweise noch sind und was da war.
00:18:28: Da sagten meine Kinder, Mensch weiß der Papa eigentlich Irgendwas stimmt doch da nicht.
00:18:33: Die Oma war ein Sturm, der Bruder hieß Sturm und seine Mutter unsere Oma hieß Storm ... Und er sagte meinen Sohn weiß du was?
00:18:43: Ich fang mal an zu recherchieren im Internet.
00:18:46: Die Kunden sind mit den höheren Dienstgraden alle noch auffindbar.
00:18:53: Na ja, dann nach vierzen Tagen, das studierte damals, rief er an, sagte Papa ich find nichts.
00:19:00: Und da kam es dann wie so eine Introduktion bei mir, ich sag guck doch mal nach dem Namen Heinz Langmann.
00:19:09: Von dem Brief damals?
00:19:10: Das verging wohl ein oder zwei Tage in allen Falsen.
00:19:13: Da rief sie an und sagte, Papa, ich hab ihn!
00:19:16: Der lebt auch noch.
00:19:17: Ich sag, Sebastian kann ja nicht sein.
00:19:19: Dann ist er fünf geboren.
00:19:21: Ja, sagt der aber ... Bei den anderen steht überall gestorben oder ein Kreuz dahinter und bei ihm nicht.
00:19:30: Da müssen sie sich aber doch schon seit dem Brief im Hinterkopf gehabt haben, dass das eine Möglichkeit gewesen wäre oder
00:19:39: nicht?
00:19:39: Nein.
00:19:40: Hatte ich nicht.
00:19:41: Ich hab immer nur gesagt ... Meine Mutter hat gesagt ja, das ist der gewesen, aber so was.
00:19:47: Ich bin nach der Wende dann noch losgezogen und habe in Richtung Twanzigsten Juli geforscht auf diesem Trip weichern.
00:19:56: Hab dort natürlich nix gefunden.
00:19:59: So, und?
00:20:00: Und zwar war er dort schon als Hauptmann in dem Jahr neunzeihunddreißig im Generalstab der zwanzigsten Infanteriedivision dislociert in Bremen.
00:20:14: Und jetzt muss man wissen dass zu dieser Zeit die Deutsche oder auch den Nazi Wehrmacht noch keinen Generalstap haben durfte.
00:20:23: da sei ja Vertrag Ausrufungszeichen.
00:20:26: Und diese Zweiundzwanzigste Infanteriedivision war der heimliche Generalsstab, der aufgebaut und ausgebildet wurde.
00:20:36: Nämlich die Kommandeure dieser Division in Bremen angefangen von Keitel über Busse, der die letzte Schlacht bei Selug erschlagen hat oder schlagen wollte.
00:20:48: Die Generalleutnant Graf Sponeck und so weiter, also in der ersten Reihe standen Und in der zweiten Reihe stand mein Vater damals noch als Hauptmann im Generalsstab.
00:21:00: Heute steht da was im Generalstab drin,
00:21:04: aber ... Aber selbst dann hat ihr Sohn diesen Mann gefunden.
00:21:07: von diesem Brief?
00:21:08: Da haben Sie sich direkt gedacht, das ist mein Vater!
00:21:11: Das muss ja auch noch eine Zeit gedauert werden.
00:21:13: Dann
00:21:13: hab ich gedacht, was machen wir denn
00:21:14: jetzt?!
00:21:16: Und dann kam mir ein Sinn, es gibt ja im Internet das Wehrmachtsforum und dann habe ich ihn.
00:21:22: Dieses Wehrmachtsforum kann man heute noch nachlesen.
00:21:25: Das steht heute noch drin, hab ich die Frage gestellt.
00:21:28: Wer kann mir auskauft über Oberst im Generalsstab Heinz Langmann geben?
00:21:34: Ja!
00:21:35: Und ich sage Ihnen, vierzehn Tage später ... steht in diesem Wehrmassforum.
00:21:42: Meldet sich ein Jürgen Langmann, stellt sich vor als ältester Enkel von Heinz Lankmann mit der Frage was ich denn von seinem Großvater wollte oder über seinen Großvaters wissen wollte, ihm sei kein Michael Sturm in der Familie bekannt.
00:22:03: Boah!
00:22:05: Und dann habe ich ihm zurückgeschrieben das, was ich wusste.
00:22:09: und dann hatte er geschrieben – auch dass ich Fotos habe – und dann hat er mich gebeten, wörtlich, ich hab's noch im Kopf dass er gesagt hat, da ich mal davon ausgehe, dass sie keine Postgarten-Motive auf den Fotos haben.
00:22:26: Sondern der Realität entsprechen, bitte ich Sie, dass Sie mir diese Fotos mal rüber schicken.
00:22:33: habe ich rüber gemäht und da war eigentlich das Ei gelegt gekocht und gegessen weil eine frappierende Ähnlichkeit wie aus dem Gesicht geschnitten fing sich die Mühle an zu drehen, insofern als er dann gesagt hat das geht mich jetzt erstmal nichts an.
00:22:53: Ich gebe die ganze Geschichte an meinen Vater weiter.
00:22:57: Das heißt unter dem Strich habe ich dann drei Halbgeschwister von denen ich nichts wusste ausfindig gemacht oder geerbt oder wie auch immer.
00:23:06: der mein ältester Halbruder hat den Kontakt erst mal abgelehnt ... bis ich dann geschrieben habe, mich interessiert die Sache.
00:23:13: Ich stelle keine Erbansprüche oder sonstige Dinge, sondern ich möchte ganz einfach nervös
00:23:20: sein.".
00:23:21: Da können Sie einmal kurz erzählen was Ihr Vater gemacht hat?
00:23:24: Mein Vater war verheiratet und hatte drei Kinder.
00:23:29: Also wie gesagt... Drei offizielle
00:23:31: Kinder!
00:23:31: Drei
00:23:31: Halbgeschwister von denen ich nichts wusste.
00:23:35: Das Verhältnis zu meiner Mutter war also nicht wie wir heute sagen würden, ein Monat Stand.
00:23:42: Sondern wir haben das dann nachher als wir uns alle näher gekommen waren, haben wir das nachvollziehen, null nachvollzogen.
00:23:51: Das muss die ganze Zeit übergelaufen sein von InstaBurg über Königsberg in Ostbräußen über Berlin.
00:23:59: der war neunzeigunddreißig beispielsweise als erster Absolvent hier an einer Generationsakademie im Wedding durch den Hitler eröffneten, da war einer der ersten Absolventen.
00:24:13: Zur gleichen Zeit bis siebenunddreißig war meine Mutter auf Schwadenwerder Wirtschaftsleiterin.
00:24:20: ein Schelm, der sich bösest dabei denkt
00:24:22: nach Fähren.
00:24:24: und das gibt es auch noch so andere Eckpunkte.
00:24:27: wo wir das dann also festgestellt haben dass das demso gewesen ist und in Da war natürlich die Gutsbesitzerstochter Gut bei Neubrandenburg.
00:24:39: Interessanter als die Beamtentochter aus Ostbräußen, zum einen und zum anderen.
00:24:47: Wenn die Liebe so groß gewesen ist ... Und er hätte sich scheiden lassen.
00:24:52: Das wäre ein Markel in der Wehrmacht gewesen.
00:24:55: Er hätte seinen Hut nehmen müssen.
00:24:56: Ja.
00:24:58: Was hat ihr Vater im Zweiten Weltkrieg gemacht?
00:25:01: Was haben sie rausgefunden?
00:25:03: Mein Vater war ... Aus meiner Sicht ein begnadeter Generalschaps-Offizier.
00:25:12: Er muss also was drauf gehabt haben und meine Halbgeschwister haben mir einen Fotoalbum über sein Leben als Wehrmachtsoffizier gemacht, begonnen bei Rotterdam beim ersten Feldzug in Richtung Westen.
00:25:29: er war mit beteiligt an der Bombardierung von Rotterdam, obwohl die Stadt schon kapituliert hatte.
00:25:37: Wurde Rotterdamm dem Erdboden gleich gemacht und dann ging er mit dem Kommandeert dieser Zweizwanzigsten Infanteriedivision nach Russland und war dann an der Erstürmung von Sevastopol beteiligt.
00:25:57: Und dazu muss man wissen dass Sevastopol erst beim dritten Mal gefallen ist und die Planung für den dritten Angriff stammt aus der Feder meines Vaters.
00:26:09: Und unter dem Strich kam raus, dass mein Vater die rumänischen Truppen im Grunde genommen als Kanonenfutter vor den deutschen Truppen entgegen dem Feind in Anführungszeichen gejagt hat.
00:26:25: Es geht alles aus der Personalakte hervor eingesetzt bei der neunten Armee als Chef des Generatstabes im Raum, also in Polen zur Niederschlagung des Warschauer Aufstands.
00:26:41: Und im Weitren.
00:26:42: und als Letztes dann war er mit der Zweiundzwanzigsten auf Kreta unter dem Generalleutnant Friedrich Wilhelm Wilder, der Andere dort wurde durch die Engländer und die griechischen Partisanen.
00:27:01: und als Vergeltungsmaßnahme hat der Müller befolgen, dass das Dorf Anogia dem Erdboden gleich zu machen ist.
00:27:10: Und alle männlichen Bürger, die im Umkreis von fünfzehn Kilometer angetroffen werden, zu exekutieren sind.
00:27:19: Als erstes hat es einen achtjährigen Jungen getroffen, der erst nach sieben Tagen beigesetzt werden konnte.
00:27:27: Was hat das mit Ihnen gemacht, dass alles rauszufinden?
00:27:29: Nicht nur mit mir.
00:27:31: Sondern auch mit meinen Kindern.
00:27:32: Meine Kinder sind beide in Anno Ger gewesen.
00:27:36: Ich
00:27:36: krieg's nicht fertig aus Emotionen.
00:27:40: Mein Sohn sagt zu Vester Papa, wenn du vor dem Gedenkstein stehst und die Inschrift in griechisch-englisch und in Deutsch liest ... Und du weißt, es kommt aus der Feder deines Großvaters!
00:27:56: Das ist unbeschreiblich.
00:27:57: und meine Tochter mit ihrem Partner war auch da.
00:27:59: Und die haben gesagt, das ist ... Die waren einen Tag dort oben.
00:28:03: Das Dorf liegt in den Bergen, ist als Einziges wieder aufgebaut.
00:28:07: Da sieht man eben auch, dass es alles neue Häuser sind.
00:28:11: Die Menschen waren so zugänglich und so nett.
00:28:15: Wir haben sich natürlich in Englisch verständigt, was sie gesagt haben, was uns eigentlich bewegt hat, wofür unser ... Verwandter, unser Groß- oder mein Großvater zuständig war.
00:28:32: Das war so schlimm und mein Sohn sagte, der hat sich auch beim ersten Mal als er da war, hatte sich nicht als Deutscher zu erkennen gegeben.
00:28:39: Hatte sich ein Jeep gemietet, war dort draufgefahren und hat sich in Englisch dort nirgiert weil er gesagt hat, wir weiß ob das gut geht.
00:28:51: Jetzt muss man noch etwas zu meinem Vater sagen.
00:28:54: Fast am Ende des Krieges war er Chef des Generalstabes der vierten Armee in Ostpreußen.
00:29:01: Und dann hat er sich noch Anfang April, nineteenhundertfünfundvierzig zum Biodel an die Westfront versetzen lassen bzw wurde von dem Biodl angefordert und wollte nach Anfang April fünfund vierzig eine Gebirgselgerdivision aufbauen.
00:29:22: Da fahrten sich, was ist denn in den Kopf von dem Mann losgegangen?
00:29:26: Das hat natürlich nicht funktioniert.
00:29:28: Und er kam in amerikanische Kriegsgefangenschaft und im Kriegs gefangenen Lager Kirchseeon wurde das dann aufgeteilt und alle höheren Offiziere ab Oberst und General wurden ein extra Lager umdisluziert.
00:29:45: und als er erfahren hat dass der Kommandeur Dieses Lager für die O-Passenoffiziere, ein amerikanischer Jude war.
00:29:55: Hat er offensichtlich das Glattern gekriegt und das müssen sich jetzt mal auf der Zunge zergehen lassen auch dem Hörer gesagt.
00:30:03: dann hat er sich mithilfe seines Burschen, seines Aschiodanten seines Boschen uns seines Fahrers, die ihn von neununddreißig bis fünfundvierzig lückenlos begleitet haben hat er sich Soldatenpapiere und Soldateneuniformen beschaffen lassen.
00:30:21: Und ist noch im Mai of May of May, als einfacher Soldat aus amerikanischer Kriegsgefangenschaften entlassen worden.
00:30:29: Okay,
00:30:30: verstehe.
00:30:31: Hat sich in den Norddeutschen Wälder verschlagen, hat dort seine Familie gefunden ... In dem Artikel steht eine Familie aufgebaut, seiner Familie gefunden Hat sich schon in den letzten Jahren mit der Kardinalgraf-Galen-Stiftung ein komfortables Haus bauen lassen und hat dann bis an sein Lebensende eine Pension von siebentausendsechsundert D-Mark im Monat bezogen.
00:31:02: Auch das ist bundesdeutsche Geschichte.
00:31:05: Ja, verrückt!
00:31:06: Und die ihre Halbgeschwister haben sich mit dieser Geschichte nie wirklich auseinandergesetzt?
00:31:12: Ich hab meinen ältesten Halbbruder und auch mal den Jüngeren dann gefragt, ihr habt ja den Vater nicht mal zur Rede gestellt.
00:31:20: Was da gewesen ist beziehungsweise nachgefragt.
00:31:23: Und dann sagte mein ältester Halb-Bruder Nehl ... Wenn die Frage kam natürlich, als sie größer wurden, dann ist er aufgestanden, in Nebenzimmer gegangen, die Tür hinter sich zugemacht und schweigend drüber.
00:31:36: Sie haben aber rausgefunden, dass sie ein Lebensbornkind.
00:31:41: sind.
00:31:42: Wie kam das dann, dass Sie diesen Puzzlestein noch dazu geholt haben?
00:31:45: Ähm ja ich hatte ja am Eingang schon gesagt meine Tochter hat er dann diese ominösen Schriftstücke aus Polen übersetzen lassen und die Kommilitärinnen hatte ihr also bestätigt was da drin steht, dass es nichts gibt.
00:31:57: Und dann habe ich die Bürgermeister angerufen und sie sagte auch wie schon beschrieben, da gab es ein SS-Heimbetrieb vom Lebensbaum Und das war dann der Auslöser für mich, ins Internet zu gehen und zu sehen was war denn Lebensborn.
00:32:17: Da existierte auch dieser Verein Lebensspuren in Wernengarode schon, den es heute noch gibt im Übrigen.
00:32:24: Dann habe ich Kontakt aufgenommen zu Lebensbornkindern hier in Berlin...
00:32:31: Aber bei Ihnen ist insofern ungewöhnlich als dass Ihre Mutter ja da gearbeitet hat?
00:32:35: Sie sie noch hatten oder...?
00:32:37: Weil andere Mütter waren ja dann nicht
00:32:39: da.
00:32:39: Ach so, und diese Fotos?
00:32:41: Solche Fotos wurden gemacht, wenn man Kinder zur Adaption freigeben wollte.
00:32:46: Und ich habe manchmal am Computer gesessen und gesagt ... Mensch, ob das richtig ist was du jetzt hier machst.
00:32:54: aber wie gesagt meine Familie hat da zugestanden und steht bis heute dazu dass es um Aufklärung geht, letztendlich verbrechen geht der, was sich meine Mutterschuldig gemacht hat.
00:33:09: Also Ihre Mutter kann ich noch mal nur als Nachfrage die Würze in den ersten Jahren auch nicht oft gesehen haben?
00:33:14: Die war dann nur ab und zu da oder gar überhaupt nicht.
00:33:20: Ich muss bis dreiundvierzig in Polzin geblieben sein das war möglich und von dort aus dann als größeres Kind oder schon als werden der Junge nach Koroniales gegeben worden sein.
00:33:36: Das Interessante ist, ich kriege eines Tages ... Ich war dann mit der Zeit auch in Vereinsmitglied in Werningerrode.
00:33:44: Und nach einem Jahr haben die mich gebeten, den Vorsitz zu übernehmen und das hab ich danach gemacht.
00:33:51: In dieser Funktion krieg ich eines Tages einen Anruf von einem französischen Journalisten.
00:33:58: Und ihr fragt mich sind Sie Herr Heinz-Michel Ernststrom?
00:34:04: Ja, sagte zu mir.
00:34:05: Ich habe von Ihnen vom Lebensborn ein Sparbuch.
00:34:11: Wie bitte?
00:34:14: Der Lebensborn hat für seine Mündel Sparbücher angelegt.
00:34:19: Betrag von fast viertausend Reichsmark und diese Sparbücher wurden angelegt um dem Adl der Zukunft in Anführungsstrichen den Weg ins Leben zu ebnen, später.
00:34:35: Adel genetisch gesehen?
00:34:37: Ja
00:34:38: das war ja ... Ach so und der hat.
00:34:42: diese Sparbücher waren verschlossen an einem Panzerschrank wie er da rangekommen ist, Journalisten zeichnet aber im guten Sinne gemeint.
00:34:52: Wurden dann eröffnet und ich bin nach München gefahren weil mein Sohn damals auch gerade in München lebte.
00:34:58: was kam am Ende raus?
00:35:01: Diese Sparbücher wurden von Reichsmark in D-Mark umgewandelt, im Verhältnis eins zu zehn.
00:35:08: Und von D-Marke in Euro und verzinst.
00:35:12: Am Ende bekam ich noch dreihundert Euro auf die
00:35:15: Kranachse.".
00:35:16: Oh je!
00:35:17: Ich dachte jetzt kann man
00:35:18: sich das ... Ja,
00:35:21: Sie kennen ja jetzt durch ihre Arbeit viele andere Lebensbornkinder?
00:35:24: Viele andere haben das nicht so verkraftet wie sie?
00:35:26: Es haben nicht alle bekommen
00:35:28: Aber ich meine nicht mit dem Schwach auch, sondern Sie haben das mental nicht so verkraftet wie Sie.
00:35:33: Haben sie von Anfang an irgendwie sich gedacht darüber spreche ich offen?
00:35:38: Ja um eine gewisse Pflicht darüber zu reden und einfach nichts zu schweigen.
00:35:46: Ich finde es immer so krass dass diese zwölf Jahre Diktatur bis heute nachwirken Denn wenn man Michael Sturm so zuhört merkt man schnell Diese Vergangenheit wird man einfach nicht los wie wir gerade gehört haben, manchmal erst Jahrzehnte später auftauchen.
00:36:01: Insofern danke noch mal an Michael, dass er uns seine Geschichte und die seiner Eltern schonungslos ehrlich erzählt
00:36:07: hat.".
00:36:09: Und in der nächsten Folge geht's weiter mit Carla Kalkbrenner einer Journalistin und Autorin mit einem Leben zwischen DDR-Fernsehen, Wendezeit, Krimibüchern und zwei ziemlich bekannten Söhnen.
00:36:20: Wenn euch dieser Podcast gefällt, dann würde ich mich freuen wenn ihr ihn bewertet, teilt oder empfehlt Beim nächsten
00:36:35: Mal.
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