Ilse Biberti – Zu viele Geschichten für nur einen Podcast | Was für ein Leben - Folge 20

Shownotes

Ilse Biberti hat in ihrem Leben so viel erlebt, dass man daraus vermutlich mehrere Podcasts machen könnte. Schauspielerin, Regisseurin, Autorin, Produzentin, Sesamstraßen-Star, Pflegende von Angehörigen und heute Aktivistin bei den Omas gegen Rechts. In dieser Folge von „Was für ein Leben“ spricht Matti Geyer mit einer Frau, die sich immer wieder neu erfunden hat. Ilse erzählt von ihrer schwierigen Kindheit, ihrem Auszug von zu Hause, ihrer ungewöhnlichen Verbindung zu Robert Biberti von den legendären Comedian Harmonists, ihren Erfolgen als Schauspielerin und Regisseurin sowie von den Widerständen, gegen die sie sich in einer von Männern dominierten Branche behaupten musste. Außerdem geht es um ihre Zeit in der Sesamstraße, ihre Arbeit für Formate wie Tatort, Gute Zeiten, schlechte Zeiten und Alphateam, den schwierigen Spagat zwischen Karriere und familiärer Verantwortung – und darum, warum Altersdiskriminierung in Deutschland endlich stärker diskutiert werden sollte. Eine Folge über Mut, Durchhaltevermögen und kreative Leidenschaft.

Themen dieser Folge: • Kindheit und Aufbruch in die Selbstständigkeit • Robert Biberti und die Comedian Harmonists • Zehn Jahre Sesamstraße • Frauen hinter der Kamera in den 1970er- und 1980er-Jahren • Tatort, GZSZ, Alphateam und eigene Serienproduktionen • Pflege von Angehörigen und ihre Folgen für die Karriere • Altersdiskriminierung in Deutschland • Engagement bei den Omas gegen Rechts Habt ihr eine Geschichte für uns? Kennt ihr jemanden, der oder die ein außergewöhnliches Leben geführt hat?

Eine Geschichte, die man einfach hören muss? Dann schreibt uns an matti.geyer@fluxfm.de

– vielleicht wird genau daraus eine der nächsten Folgen von "Was für ein Leben".

Zum Host des Podcasts: Matti Geyer arbeitet als Redakteur beim Berliner Radiosender FluxFM. Speziell durch seine Arbeit als Stadtführer von toursofberlin bringt er Expertise in Sachen Historie ins Programm ein.

Transkript anzeigen

00:00:02: Flux-FM, was für ein Leben.

00:00:05: Außergewöhnliche Biografien

00:00:07: auf

00:00:07: Flux Fm!

00:00:08: Ganz genau so heißt unser Podcast für Lebensgeschichten die man sich nicht ausdenken kann.

00:00:14: Ich bin Matti Geier und in dieser Folge geht's um Ilse Biberti Schauspielerin Regisseurin Autorenproduzentin Kämpferin Netzwerkerin.

00:00:23: Also ihr merkt es eigentlich müsste man über jedes einzelne ihrer Kapitel einen eigenen Podcast machen.

00:00:28: Und als ich das Gespräch vorbereitet habe, war natürlich die größte Herausforderung zu entscheiden was wir überhaupt alles besprechen.

00:00:34: Was wir weglassen denn Ezebiberti hat in ihrem Leben so viel erlebt und auch vor allem erreicht und immer wieder neue Wege eingeschlagen dass man kaum weiß wo man anfangen soll.

00:00:42: zum glück haben wir es geschafft all diese Station irgendwie zusammenzubringen, ihre Zeit vor und hinter der Kamera ihren Weg als eine der wenigen erfolgreichen Regisseurinnen in einer Männerdomäne.

00:00:53: Ihre Jahre in der Sesamstraße, ihrer Verbindung zu den Comedian-Harmonists und die Entscheidung, ihre Karriere zurückzustellen um ihre Eltern zu pflegen.

00:01:01: Kurz gesagt das ist eine dieser Folgen bei denen wirklich jede Minute eine neue Geschichte bereithält!

00:01:10: Und das ist meine Geschichte Außergewöhnlicher Lebensgeschichten auf Flux-FM.

00:01:16: Du hast ja bereits mit zwölf Ausbildungen zur Schauspielerin begonnen?

00:01:19: Wie kam das, dass du so früh schausplänen wolltest?

00:01:22: Gute Frage!

00:01:24: Also meine Eltern hatten eine sehr kontrovers geführte Liebe.

00:01:29: Das heißt mein Vater war damals schon mehr Straußanhänger als Berliner also CSU-Wähler, meine Mutter SPD und die waren immer was die der Politik anging.

00:01:40: Aber mich haben sie immer so ein bisschen instrumentalisiert, also wenn mein Vater von meiner Mutter etwas wollte hat er mir das so gesagt.

00:01:45: und dann kam es da an und umgekehrt und habe ich gedacht scheiße Wie kann ich das dekodieren, wie geht es?

00:01:51: Und damit mich ja schon seit meinem vierten Lebensjahr mit ins Theater genommen haben.

00:01:56: Hab ich gesehen auf der Bühne die Leute lügen und wissen, dass sie das tun.

00:02:02: Wenn man da das Handwerk lernt wie ein Schauspieler, dann müsste ich doch auch dekordieren können wenn mich einer anlügt.

00:02:08: Deshalb wollte ich das werden.

00:02:09: Das war eigentlich der eine Grund.

00:02:11: Der zweite ist sich hatte so ne Art von Visionen.

00:02:14: So am Eingang meines Kinderzimmers wo ich dachte, ich werde entweder Pfarrer Oder Politiker oder ... ja, ich wär Regisseur.

00:02:25: Wusstest du noch gar nicht genau was ist Regisseurs?

00:02:27: Hab ich dann die Eltern befragt und so.

00:02:28: Ich gedacht naja gut auch da muss man ja zunächst mal lernen wie man als Schauspieler arbeitet.

00:02:34: Dann ich muss denen ja sagen...

00:02:36: Ja

00:02:36: klar also wobei jetzt ich würde sagen Schauspieler lügen ja nicht sondern sie erstellen eine neue Wahrheit, eine neue Realität.

00:02:43: Man

00:02:43: könnte auch sagen Politiker Politiker

00:02:45: würde ich auch sagen, sollten das können.

00:02:47: Ja, ich hab mal die Politiker tatsächlich auch gecoached in dem Sinne nicht zu lügen und Gottes Willen will dass meine Omas gegen rechts hören oh Gott!

00:02:56: Sondern die Kontinents haben eben auch das zu sagen was man wirklich sagen will.

00:02:59: dazu brauchst du ja auch ein schauspielerisches Talent dann dahinterzustehen was du sagen willst.

00:03:04: also das ist nicht nur Lüge aber als Kind war es das Thema Lügel was mich inspiriert hat und wo ich auch eine echte Not hatte.

00:03:11: Also du hast aber im Prinzip mit den Schauspielern angefangen, auch immer schon mit dem Ziel irgendwann zur Regie zu kommen.

00:03:16: Ja!

00:03:17: Okay und wo hast Du eigentlich gewohnt?

00:03:20: Wo bist Du groß geworden?

00:03:21: In Steglitz tatsächlich in der Wohnung, in der ich jetzt wieder lebe.

00:03:24: ja

00:03:25: Und mit vierzehn bist Du dann aber abgehauen.

00:03:28: Ich war halt sehr dickköpfig.

00:03:29: bei den Eltern musste man das glaube ich auch werden habe mich mit denen so zerstritten dass ich weggegangen bin.

00:03:36: Und dann ist meine Mutter irgendwie hinter mir her und hat mir den Schlüssel der gerade verstorbenen Großmutter gegeben, und dann durfte ich deren Wohnung

00:03:43: benutzen.".

00:03:45: Aber hattest du auch Kontakt mit deinen Eltern?

00:03:47: Mit meinem Vater?

00:03:47: tatsächlich zehn Jahre lang gar nicht.

00:03:50: Ja hart!

00:03:50: Also ging auch mehr von ihm aus als von mir glaube ich.

00:03:53: aber er hat richtig die Straßenseite gewechselt.

00:03:55: also er war massiv enttäuscht von mir.

00:03:58: War das auch politisch?

00:03:59: Ja es waren natürlich politisch ja und meiner Mutter gab's immer Kontakt.

00:04:04: Also warst du auch als Kind wahrscheinlich eher links?

00:04:07: Ja!

00:04:09: Ich war mehr Grüne schon.

00:04:11: Wir begannen ja damals, es war ja noch quasi fast keine Partei.

00:04:15: Naja im Gymnasium natürlich ab, glaube ich dem dreizehnten Lebensjahr, vierzehnte Lebensjahre haben wir in jedem Fach das dritte Reich durchgenommen und wir hatten hier einen Mittagstisch.

00:04:25: Mein Vater war Steuerberater und hatte die Kanzlei innerhalb der Wohnung.

00:04:30: Deshalb saßen wir mittags zusammen und ich habe tatsächlich, glaub' ich von dreizehn bis vierzehnt jeden Tag die Nürnberger Prozesse abgehalten zu Hause.

00:04:38: Ja, auf meinem Fall warst du ein Mörder!

00:04:40: Warst du dabei?

00:04:41: Was hast Du

00:04:42: gemacht?!

00:04:43: Das Ende damit ist er wut-entbrannt brüllend inmittagstisch verlassen hat.

00:04:48: Dann hab' ich mir meine Mutter mehr vorgenommen – Ich bin nicht mehr stolz drauf aber diese Unbedingtheit der Pubertät und natürlich wie konsequent wir einfach an der Schule auch das durchgenommen haben ja habe ich sie dann zur Rede gestellt, sie hatte meistens geweint irgendwann und ich stand da und hatte alle Fragen offen.

00:05:05: Aber die haben ... Haben die was gemacht in der Zeit?

00:05:07: Was besonders Schlimmes oder

00:05:09: ... Nein also so weit ich das recherchieren konnte nicht nehmen.

00:05:12: Und dann wurdest du ja mit fünfzehn von einem der Comedian Hermannists adoptiert

00:05:19: Nicht adoptiert.

00:05:20: Das hätte er gerne gehabt, aber ich hatte ja Eltern.

00:05:22: Darum ging es mir nicht.

00:05:24: Nein das hängt ja zusammen.

00:05:25: also ich habe Bobchen kennengelernt weil ich zu dieser Robert Biberty genau, weil ich zur Schauspielschule gegangen bin.

00:05:31: die war an der U-Landstraße.

00:05:33: Also nach dem Gymnasium bin ich dahin gefahren hab da Unterricht genommen.

00:05:37: Beziehungsweise war ich der Baring-Partner für die Erwachsenerinnen Schüler dort.

00:05:43: Ich hab immer die Stichworte gegeben, habe immer die Männerrollen gespielt.

00:05:48: Sehr zu meiner Freude auch!

00:05:49: Die hatten mehr Wumps und dann bin ich öfter ins Bristel gegangen.

00:05:54: Das ist so ein Café auf dem Kudamm gewesen?

00:05:56: Ich glaube es gibt's vielleicht sogar noch ... wie ich erzohlen bin.

00:06:01: Man kann ja auch da mal eine heiße Schokolade trinken und den Kuhdamm sich angucken, und da saß eben immer ein älterer Herr.

00:06:07: Und der hat es dann irgendwie so bemerkt, dass ich da auch öfter war.

00:06:11: Dann hatte ich diesen Drang plötzlich mehr ältere Leute kennenzulernen, weil ich dieses dritte Reich ... Ich wollte diese Fragen beantworten haben.

00:06:18: Ich wollte wissen wer weiß mehr?

00:06:20: Irgendwer muss doch mal schuld gewesen sein!

00:06:23: Und dann war irgendwann kein Platz für mich frei.

00:06:25: Nur bei dem alten Herrn hat er mich so hingebeten, ob ich da Platz nehmen möchte, das hab ich dann gemacht und natürlich hatte sich gar nicht darüber gefreut, dass sie ihn dann beim Tiertrahmen mitfragen.

00:06:36: Hat's aber irgendwie ausgehalten?

00:06:38: Da wusste ich nur Bobchen!

00:06:39: Ich wusste nicht wer es ist wie auch.

00:06:40: Ja, seine ganz andere Generation.

00:06:43: Und dann irgendwie ... Ich habe ja immer alles kommuniziert zu Hause.

00:06:46: Es war nie ein Geheimnis.

00:06:48: Dann hat meine Mutter wohl zur ... Großmutter Väterlicherseits gesagt, die trefft sich da immer mit zum Mann.

00:06:54: Also was macht sie dann eigentlich und ob man das dem vertrauen kann?

00:06:58: Aber verbieten können wir es ihr ja auch nicht.

00:07:01: Und dann hat meine Oma halt gesagt, naja den lad ich jetzt mal ein!

00:07:05: Und dann hat sie ihn eingeladen mit mir.

00:07:07: Ich hab gesagt, Popi, willst du meine Großmutter kennenlernen?

00:07:09: Warum nicht?

00:07:10: Dann sind wir nach Stegels gefahren zu ihr und da war sich schon über neunzig sehr sehengeschränkt.

00:07:16: Einfach wackelig und schwerhörig und so.

00:07:19: Dann haben wir die Tür aufgemacht.

00:07:21: Dann hat er in seiner Bassstimme gesagt, guten Tag Frau Krabbe!

00:07:25: Und dann sind ihr wagrecht die Tränen aus den Augen geschossen weil sie ja die Stimme natürlich sofort

00:07:30: erkannt.

00:07:32: Herr Biberty, ja?

00:07:34: Und dann sind die rein und da haben sie gesprochen.

00:07:36: Ich war abgemeldet ... Wusstest

00:07:37: du, wer die Communion haben, ist zwar ...

00:07:39: Nein natürlich nicht!

00:07:40: Da hab ich's auch noch nicht gehört.

00:07:41: Wissen wir, Biberti, naja, Bberti okay... Und so hat sie gesagt, ich soll jetzt mal in den Keller gehen und das alte Grammophon holen und die Platten, die da wären.

00:07:49: Lustig.

00:07:49: Dann haben wir das aufgelegt und ich dachte, mein Gott, ist das eine grössliche Mut.

00:07:53: Was ist denn das für ein Gequitsche,

00:07:55: ja?!

00:07:56: Aber so bisschen kennt man es ja heutzutage mit meinen kleinen Grünen.

00:07:58: Ja, weil da wo ich, also da hatte ich das noch nie gehört Und dann ging es so weiter.

00:08:04: Dann haben wir irgendwann ... Du hast gefragt, warum er mein Vater wurde?

00:08:07: Ja, du hast seinen Namen.

00:08:09: Ich hab seinen Namen auch genau.

00:08:11: Wir haben uns einfach weitergetroffen und haben uns gut verstanden.

00:08:14: Aber er war ein bisschen so'n Frauentatscher.

00:08:18: Das sage ich jetzt mit Freundlichkeit.

00:08:20: Er hatte gerne den Ruf, ja, ich kann alle kriegen, das sind mir zugeneigt.

00:08:25: Und der war schon sehr alt.

00:08:28: Und dann wurde er im Diener, wo es seine Stammkneipe war.

00:08:31: Wo ich auch ab und zu war.

00:08:33: Dann war ich ja schon sechzehn oder siebzehn.

00:08:36: Dann hat so jemand gedacht ... Na ja die Kleine, ha-ha-ha!

00:08:39: Ich hab gesagt Moment mal also was geht hier ab?

00:08:43: Das machen das nicht, denken die Leute.

00:08:45: Tut mir leid, da bist du mit verantwortlich, das geht gar nicht.

00:08:48: Und das Positive bei uns war, er hat mir beigebracht sich offen zu streiten als Streitkultur.

00:08:55: Und dann sind wir irgendwie über den Kuhdamm gegangen und haben uns gegenseitig so angebrüllt, wie ich das noch nie vorher getan habe in meinem Leben.

00:09:01: Ich glaub wahrscheinlich auch nie danach.

00:09:03: Und hab ihm gesagt, es musst du klären, sonst fass das mit uns!

00:09:06: Das lasse ich nicht zu, so lass' ich mich nicht

00:09:08: missbrauchen.".

00:09:09: Und dann hat er irgendwie nach drei Tagen ... Wir hatten die Verabredung nach drei Tage nach einem Krach, treffen wir uns wieder und besprechen das.

00:09:16: Dann haben wir uns getroffen und gesagt gibt nur zwei Möglichkeiten.

00:09:20: Ilse entweder... Tolle Idee.

00:09:25: Oder du wirst meine Tochter?

00:09:27: Ich hab ja Eltern, was heißt denn jetzt hier Tochter?

00:09:30: gesagt?

00:09:30: Ja aber eigentlich wärst du so ... So eine Tochter hätte ich mir gewünscht und ... Naja dann hat es noch ein bisschen gebraucht und weil mein Vater immer da nicht mit mir gesprochen hat, habe ich gedacht naja und er seinen Namen auch nie mochte.

00:09:43: also der Familienname heißt Pfeiffer und sein Vater hat ihn verlassen als Erfümpfer weshalb er Pfeifer abgelehnt hat.

00:09:51: und ich dachte naja gut Warum nicht?

00:09:53: Dann machen wir einen Kompromiss.

00:09:54: Ich lass mich zwar nicht adoptieren, aber ich übernehme den Namen und Ilse Biberti

00:09:59: klingt gut.

00:09:59: Klingt gut!

00:10:01: Ich finde das spannend.

00:10:02: Ich habe vor kurzem gerade diese unglaublich lange Doku-Überde-Kymenion Hermannis gesehen aus den Siebzigern,

00:10:08: glaube ich.

00:10:08: Genau.

00:10:09: Und klar mir vorstellen, dass es da viele Reibereien gab weil der ist ja ein sehr korrekter Typ gewesen oder?

00:10:15: Der hatte auch ein bisschen Zoffen mit seinen jüdischen Kollegen die dann raus wollten und er wollte hier bleiben Weil

00:10:19: du ihn da

00:10:19: konfrontiert hast mit der Nazi-Geschichte.

00:10:21: Ich war bei dieser Dokumentation immer dabei, wir heißt noch mal ... Eberhard Fechner hat das gemacht.

00:10:27: Ich saß daneben.

00:10:29: bis zu dem Zeitpunkt wusste ich ja schon viel mehr über die Komedienharmones aus seiner Sichtweise.

00:10:35: An dieser Stelle eine kleine historische Einordnung.

00:10:37: Denn der Mann von dem wir hier sprechen gehörte zu den Comedianharmonists.

00:10:41: Das sagt vielleicht nicht mehr jedem was.

00:10:43: Robert Biberty, Basssänger, Manager und einer der prägendsten Figuren der wahrscheinlich berühmtesten deutschen Vocal-Gruppe, der Weimarer Republik.

00:10:52: Die Comedian Harmonists wurden Ende der neunzehnundzwanziger in Berlin gegründet und feierten mit Liedern wie Mein Kleiner Grüner Kaktus oder Veronica de Lenzester internationale Erfolge.

00:11:02: doch die Nationalsozialisten zerstörten die Karriere der Gruppe.

00:11:06: drei Mitglieder waren jüdisch und durften in Deutschland nicht mehr auftreten.

00:11:09: Die Folge war dass das Ensemble zerbrach.

00:11:12: Die drei jüdischen Mitglieder gingen ins Exil und gründeten im Ausland eine Nachfolgegruppe.

00:11:17: Die drei übrigen Mitglieder, darunter Robert Biberti blieben in Deutschland und traten als das Meistersächstheit weiter auf, denn der englische Name Comedian Harmonists wurde ihnen von den Nazis verboten.

00:11:28: Historiker sehen Biberte dabei durchaus manchmal kritisch – das kommt auch in der Dokumentation so rüber, die ich hier angesprochen habe.

00:11:34: Er weigerte sich eben, Deutschland zu verlassen, trug maßgeblich dazu bei, dass die Gruppe keinen gemeinsamen Weg ins Exils fand.

00:11:41: Auch später wurde ihm vorgeworfen, gegenüber ehemaligen Kollegen wenig Solidarität gezeigt zu haben.

00:11:46: Insbesondere im Streit um Tantimen und finanzielle Ansprüche.

00:11:50: Trotzdem bleibt Robert Biberti eine Schlüsselfigur der Musikgeschichte Und für Ilse Biberdi wurde er viele Jahre später noch zu einem ganz persönlichen Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte.

00:12:00: Die Dokumentation wird nicht so ganz dem gerecht.

00:12:03: Also er war insofern auch korrekt dass er auch Schnauze gehalten hat was er mit seinen jüdischen Kollegen ausgemacht hatte.

00:12:10: Also er zum Beispiel veranlasst es deren Kapital in Form von eingenähten, brillanten Zuinen gelangt.

00:12:18: Und dafür hätte ja natürlich auch sofortstandrechtlich erschossen werden können.

00:12:22: Ich kann jetzt nicht eine Lanze brechen für ihn wie er immer politisch voll da stand.

00:12:27: das wäre glaube ich unseriös.

00:12:29: aber dass die als erste Boygruppe wahnsinnig eng miteinander befreundet waren und dass sie natürlich in diese unglaubliche und schuldige Scheiße reingeraten sind kann ich jetzt sogar in der heutigen Zeit mit dem jetzigen, den wir ausgeliefert sind, noch mehr nicht verstehen.

00:12:45: Aber noch mehr ahnen wie furchtbar das ist und man ja aus dem Welt rum rausgekippt zu werden dadurch... Das ist schon alles furchтbar!

00:12:54: Und die Eltern, die natürlich nicht Berlin verlassen wollten, die Eltern wollte er nicht ohne Schutz dastehen lassen.

00:13:00: Schwierig.

00:13:01: ...

00:13:02: in deiner Schauspielkarriere unterstützt?

00:13:04: Überhaupt nicht.

00:13:05: Also er fand sowieso Schauspielen, das wollte ich gar nicht werden!

00:13:08: Ich soll studieren und was Seriöses machen nur!

00:13:10: Er hat mich null unterstützt.

00:13:12: Ach so...und ich dachte da kommt der mit dem Comedian Harmonists Einkommen und...?

00:13:17: Ja das Einkommen war ja schon längst per dieu.

00:13:19: Das Einkommen ist weg, der war ein ganz normaler Rentner.

00:13:22: Da waren keine Kapitalanhäufungen mehr nirgendwo.

00:13:26: Dann hat er ja auch nie die Lieder geschrieben, das war ja Heimann und so weiter.

00:13:29: Und als Sänger als Interpret verdient es ja eh nicht so viel.

00:13:33: Also hat es richtig toppediert!

00:13:34: Okay du hast einfach eine Vaterfigur gesucht und der hat eine Tochterfigur und ihr habt euch gefunden?

00:13:40: Ich weiß gar nicht, ob ich eine Vaterfigur gesucht habe.

00:13:42: Weil ich hab ja sowieso ein ganz anderes Verhältnis zu Alter gehabt.

00:13:46: Meine Mutter war sehr krank als ich klein war.

00:13:47: Deshalb war ich oft bei ihrer Mutter oder fast ausschließlich und deren Schwester war im Altersheimen.

00:13:54: Und somit hab ich eigentlich immer mit Leuten gespielt, die keine Ahnung, achtzig Jahre älter waren oder mehr.

00:14:00: Und meine Eltern waren ja auch ziemlich alt im Vergleich zu anderen Eltern, weil die haben mich gekriegt.

00:14:05: Da war nicht schon ... Das war damals wirklich ungeheuerlich und insofern kam mir jetzt auch Bob hier nicht alt vor wie ein Vater.

00:14:14: Also eigentlich hätte er mal ein Großvater sein können.

00:14:17: Sondern eben es war ein Freund mit dem man sich gut streiten konnte.

00:14:23: Wo man sich gegenseitig keine Antwort schuldig geblieben ist.

00:14:25: Und du

00:14:28: hast dann an der FU studiert, aber immer weiter Geschauspieler auch?

00:14:32: Ja

00:14:32: klar.

00:14:32: Ich musste mich ja ernähren also...

00:14:34: Was war deine erste große Rolle?

00:14:36: Direktion City das weiß ich ausnahmsweise mal!

00:14:40: Das war eine Trebekängerin, die schwerste im Alkohol und den Zigaretten zugeneigt war.

00:14:46: Vielleicht sogar auch den Drogen weiß ich nicht genau.

00:14:49: Ich weiß nur als ich das Jahre später gesehen habe... ...ich hab nie geraucht in meinem Leben aber ich bin damals extra einen Kneipen gegangen zu gucken wie so süchtige Rauchen ja?

00:14:56: Und hab das da gemacht.

00:14:58: es sieht immer noch wahnsinnig elegant aus!

00:15:00: Ja

00:15:01: und vor allem was wir dann Zehn Jahre lang in über zweihundert Folgen von der Sesamstraße als Else zu sehen.

00:15:07: Zu

00:15:07: sehen, genau!

00:15:08: Also tatsächlich eine Drehsaison nur...

00:15:11: Ach so?

00:15:12: Ja, das wurde ja ganz kompakt gedreht

00:15:14: und es hat über zehn Jahre

00:15:16: gehalten.

00:15:16: Natürlich wurde jedes Jahr was gedrehte, da kamen dann auch Folgen dazu.

00:15:20: aber drei Jahre waren tatsächlich nur wir on air.

00:15:24: Wie kamst du zu Sesamstraße?

00:15:25: Da war ich ja schon am Gripsteater.

00:15:27: Ich hab vorher nach Direktion City alles, was gut und teuer war in dieser Alterskategorie gespielt weil es gab kaum jemanden der ausgebildet war und siebzehn war.

00:15:38: Hatte da eine Karriere und bin ausgestiegen und ans Grip-Theater gegangen.

00:15:42: Ich wollte unbedingt linkes Jugendtheater machen das zweite Jugendstück dann schönste Zeit im Leben Kindertheater war ja auch nur eine kleine Klicke, hat irgendwie die Sesamstraße das mitbekommen.

00:15:53: Das ich aber trotzdem ja schon im Fernsehen sehr realisiert hatte und da einen Namen hatte.

00:15:59: Und deshalb haben die mich eingeladen.

00:16:01: Dann bin ich hingefahren mit meiner Mutter sogar nach Hamburg und hatte übrigens eine Erkältung.

00:16:05: Es lief mir die ganze Zeit ... Das aus den Augen ist, es lief mehr aus der Nase!

00:16:11: Dass sie mich genommen

00:16:12: haben... Aber hat nicht geschadet?

00:16:13: Hat nicht geschaded offensichtlich.

00:16:15: Wie muss man sich das Set von diesem Straß eigentlich vorstellen?

00:16:17: Wenn da so diese Figuren sind, du kennst ja die, die dann in der Figur drin sitzen oder ... Handpuppen.

00:16:22: Da sitzt jemand unter der Kamera und hält dann die hoch.

00:16:26: Ich hatte mir erbeten, dass ich die Puppenspieler nicht kennenlerne vorher.

00:16:30: Weil ich dachte, ich muss mit diesen Tieren spielen und die haben keine Augen!

00:16:35: Und ich bin ja so jemand, der den Augenkontakt braucht.

00:16:38: Da hast du die Energie und dann geht's los.

00:16:40: Aber Tiffy ist natürlich ... ist er nüscht!

00:16:43: Aber Tifi hat natürlich immer jemanden weiter druntersitzend.

00:16:46: Also da ist es doch eine Kombination von der Puppenspielerin und Tiffie.

00:16:51: Aber Samson, da wohnt der Pappenspieler in dem Samson drin.

00:16:55: Und da gab's ne lustige Anekdote dazu.

00:16:57: Ich war irgendwann in einer Gantine.

00:16:59: Dann sag mir hinter mir jemand im Samson-Stimme Aber du musst doch das und das machen.

00:17:05: Und ich drehe mich um, dann ist ein ganz schmaler älterer Mann steht da!

00:17:09: Ich habe es überhaupt nicht zusammengekriegt, dass natürlich der Puppenspieler war.

00:17:13: Dann kannte

00:17:14: ich ihn dann doch?

00:17:15: Ja.

00:17:15: Aber wenn dann auch so eine Puppenspieler unten hängen muss man... Wenn wir da nicht immer dein Automatisch dahin gucken und nicht zur Puppe?

00:17:21: Ja wäre aber strikkens verboten.

00:17:25: Wo bist Du damals von vielen Kindern erkannt?

00:17:28: Also in dem Moment, wo das ausgestrahlt wurde, war ich außer München.

00:17:32: Wurde ich umzingelt von fünfhundert Kindern egal, wo ich hingegangen bin.

00:17:36: Plus Eltern und Omas und Schwestern und Brüder usw.

00:17:40: Und ich habe ja dann schon mit George Moors zusammengearbeitet.

00:17:44: Wir haben da ... Als es ausgestrahlt wurde am Taliatheater zwei Sachen inszeniert und da der so ein bisschen größer und pummelig war, haben die Kinder immer gedacht das ist Samson.

00:17:53: War das dann nicht schwer davon wegzukommen?

00:17:56: zu Erwachsene Schauspielerei?

00:17:58: Ja und nein.

00:17:59: also tatsächlich ich hätte ja weitermachen sollen.

00:18:01: sie samstrasse natürlich die waren sehr traurig aufgehört habe.

00:18:05: Ich hatte aber einen Angebot als Regisseurin Und das ging genau war genau in dem nächsten Studioblock.

00:18:12: Die konnten den Studioblock nicht ändern, ich hätte die Regie aufgeben müssen und zwar bei meiner Erste.

00:18:16: Das wollte ich nicht.

00:18:18: Und deshalb bin ich ausgestiegen...

00:18:19: Was war deine erste Regie?

00:18:20: Es waren drei Kinder für mir fürs ZDF.

00:18:23: Annaland hieß ein D, genau!

00:18:25: Aber du warst ja dann auch irgendwann Sprecherin von Hörspielproduktionen.

00:18:29: Ja das kommt später an, es war immer so zwischendurch.

00:18:31: aber ich war ja auch mal Moderatorin am Rias Berlin.

00:18:36: Ja, auch so.

00:18:37: Sechsen, siebzig, achten, Siebzig sowas ja.

00:18:39: Rias Treffpunkt der Jugendclub sozusagen.

00:18:43: Ich hab's nicht lange gemacht, weil wurde es ja dann bemustert von der Plattenindustrie das LPs bekommen.

00:18:49: ich hatte damals einen schönen Käfer da war die ganze Rückbank vorhin nur mit diesen wahnsinnigen Platten also Tonnen an Platten und es war überhaupt nicht meine Musik.

00:18:59: Also ich habe so Heavy Metal weiter ziemlich wirklich meins Wissen, wer ist der Schlagzeuger und wer ist von da nach da gegangen?

00:19:07: Und wer hat das komponiert.

00:19:09: Also ich wusste es nicht.

00:19:10: Mein Publikum war total sauer, weil ich einen Quark erzählt habe.

00:19:14: Dann hab' ich angefangen... Ich hab' dann Schwitters Gedicht gebrüllt ins Mikro.

00:19:19: Dazu keine Ahnung die Totenhosen oder irgendwas gescratched gegen Beethoven's Neunte oder sowas.

00:19:26: Das fand Hans Rosenthal, damals der Direktor, da fand er nicht so ganz klasse!

00:19:33: Okay, dann war das das Ende der Radio-Karriere?

00:19:35: Das war ja ein bisschen das Ende.

00:19:37: Sehr schade!

00:19:37: Was hat mir Spaß gemacht zu reden und zu interviewen und Leute da reinzuholen, das fand ich toll.

00:19:43: Und du hast ja in Paris und LA gewohnt in den Achtzigern und in New York in den Neunzigern.

00:19:48: Was sind so verrückte Erinnerungen an die Städte?

00:19:50: Also Paris... Ich habe mit dem George Moores zusammen einen vertrische Heismis Roman adaptiert Zittern des Fälschers.

00:20:00: also wir haben gleichberechtigtes Drehbuch geschrieben Und ich hab dann zwei Szenen erfunden, die in dem Roman nicht sind.

00:20:06: Um die innere Zustände des Hauptdarstellers zu erzählen und ... Dann war Treffpunkt mit Patricia Heismis aber da ging nur George Moores hin unter Produzent.

00:20:17: Die haben mich einfach nicht mitgenommen.

00:20:19: Wie ich später ... mussten sie mir das gestehen, haben Sie auch auf dem Drehbuch meinen Namen gestrichen?

00:20:25: Und die saßen damit Frau Heismes dar Und dann sagte die alles schön, finde ich wunderbar.

00:20:30: Aber wer hat diese beiden Szenen geschrieben und hat sie wirklich benannt?

00:20:34: Und dann hat der Produzent so auf den George gezeigt ja der George und er hat nichts gesagt weil er wollte nicht lügen.

00:20:39: Dann hat sie gesagt nie das hat eine Frau geschrieben das was sehe ich.

00:20:42: Das sehe ich!

00:20:43: Und dann haben die gesagt es hat die Elsebiberte geschrieben und gesagt die soll jetzt hierher kommen die will ich treffen.

00:20:50: Und da hat sie die Männer rausgeschmissen und ich habe damit ihr ein sehr tolles Abendessen gehabt über dieses Buch und wie ich es empfinde.

00:20:59: Und warum ich diese Szene geschrieben habe, das war schön.

00:21:05: Mein Paris ist so groß!

00:21:06: Ich war ja in West-Berlin aufgewachsen.

00:21:08: Ja?

00:21:08: Ich hab dann tatsächlich irgendwann mal in dieser kleinen Wohnung gesessen ... und dachte, wo bin ich jetzt?

00:21:14: Wenn ich nach da fahre, ist es soweit.

00:21:16: Nach da überall ist es noch statt, statt, statt, statt.

00:21:19: Dadurch richtig ein bisschen Beklemmung plötzlich.

00:21:22: Und der New Yorker dann nochmal mehr wahrscheinlich.

00:21:24: Gar nicht.

00:21:24: Da ist lustigerweise gar nicht.

00:21:27: Was hatte ich nach New York gebracht?

00:21:28: Nach New York hat mich gebracht, dass sich... Ich bin ja immer so auf der Suche nach neuem Handwerk.

00:21:33: Und da wollte ich unbedingt sehen wie wir in diese Zitcoms gemacht.

00:21:37: Also im Studio wurde das von einem Set zum nächsten.

00:21:40: Das gab es in Deutschland noch nicht und ich wollte das unbedingt lernen.

00:21:43: Ich glaub, man schickte noch ein Fax oder?

00:21:45: Ein Fax hingeschickt habe gesagt, das bin ich All My Children glaube ich, genau.

00:21:51: Also ja bei mehreren.

00:21:52: Bei All My children würde ich gerne Ghost sein.

00:21:54: Ghost darf nicht Ghost, darf immer überall dabei sein und so.

00:21:58: Dann war ja da auch der Angriff oder?

00:21:59: Was waren neunzig für ein Krieg?

00:22:01: USA gegen...

00:22:02: Ja Irak oder der...?

00:22:04: Irak

00:22:04: genau!

00:22:05: In dem Studio fehlten plötzlich am nächsten Tag Leute, weil das Reserve-Leute waren.

00:22:09: Die dann abgezogen wurden.

00:22:11: und bei Good Morning America bin ich gewechselt, weil ich das spannend fand.

00:22:16: Dann kam in den Newsrooms die direkten Informationen von der Front.

00:22:20: Ehe es in die Sendung aus Wahnsinn!

00:22:22: Und in LA vorher hast du auch dann geguckt, in die Hollywood Studios wahrscheinlich?

00:22:27: Auch.

00:22:27: Aber da bin ich ja als Produzentin hingegangen.

00:22:29: Ich habe Mitte zwanzig und ich habe einen siebzig Millimeter Film produziert für BMW fürs BMW Museum.

00:22:37: Genial!

00:22:38: Und das ist noch mal anders, wenn du als Produzent hingehst.

00:22:42: In Deutschland war natürlich was, die produziertes Baby des Kinds.

00:22:45: Da warst du im Jahr zwanzig, fünfundzwanzig war anders als heute.

00:22:48: Du warst quasi noch Schüler ja?

00:22:51: Wie kam BMW auf dich?

00:22:52: Das hab ich ein bisschen George Moores in dem Fall zu bedanken weil die wollten ihn haben für so CDIs und andere kleinere Produkte und haben dieses BMW-Museum angeguckt.

00:23:05: Flache Runderbau.

00:23:07: Dann hab ich gesagt, wenn ihr in so kleinen Dingern hier Filme machten, da stehen nur Autos rum?

00:23:12: Das weiß doch jeder.

00:23:13: wie ein BMW aussieht das!

00:23:14: Und dann oben in der Plattform gab es ... Da war gar nichts, also standen Autos und da habe ich nach Hause gegangen und hab gekrübelt und hab gedacht, da müsste doch ein Kino rein, da muss ein Kinos rein und dann machen wir einen Film.

00:23:26: und dieser Film geht nur über Bewegung Auto-I-Emotion.

00:23:31: Dann habe ich ein Konzept dazu geschrieben Und dann hab ich mir rausgefunden, wer im Vorstand ist denn dafür zuständig?

00:23:38: Hab mir da einen Termin gemacht.

00:23:40: Bin dahingegangen mit noch so Storyboards, gezeichneten Storyboards alles auf mein Geld und hab denen das präsentiert und dann gesagt ja wo sind die Autos in dem Film?

00:23:50: Da gibt's keine Autos an dem Film.

00:23:51: wenn man weltweit rumgeht und sagt BMW, dann zeigt ihn keiner eine Banane!

00:23:58: Man weiß... Es ist ein Auto.

00:24:00: und seit das war es aber ein Auto machtes Bewegung Freiheit und Bewegung.

00:24:04: Und dann habe ich tatsächlich diesen Film als Auftrag bekommen, siebzig Millimeter.

00:24:09: Konntest du nur in London entwickeln oder im Los Angeles verstehe und deshalb war ich da ein halbes Jahr.

00:24:15: Das war natürlich großartig.

00:24:17: Und dann bist du, das spricht sich sehr schnell rum oder sprach sich damals sehr schnell um.

00:24:21: Da ist eine Deutsche, die ist vollkommen wahnsinnig, die dreht jetzt hier in Filmen und wer ist sie überhaupt?

00:24:25: Und da war ja ... Das wollte ich auch hauptsächlich sagen.

00:24:28: mit vierundzwanzig warst Du in USA, da bist Du in der Karriere!

00:24:32: Da bist Du nicht gefragt, Bist Du zu jung oder was?

00:24:34: Es war vollkommen normal.

00:24:36: Während hier hättest Du, weiß ich, was mindestens zweiundvierzig sein müssen.

00:24:39: Verstehe.

00:24:40: Ich hätte da bleiben sollen.

00:24:41: Ich habe Creative Artists hat mir ein Angebot gemacht, die Agentur zu bleiben Und dann war ich der Liebe, bin nicht zurückgekommen.

00:24:48: Der Liebe zu einem Amerikaner ist ganz besonders befeuert.

00:24:51: Zurück nach Berlin?

00:24:52: Ja!

00:24:53: Jetzt springen wir so ein bisschen hin und her.

00:24:54: Klar.

00:24:54: Als du in New York warst und diese Comedy-Serie angeguckt hast, dann hast du dann danach angefangen in Deutschland also auch Comedy-Serien zu produzieren...

00:25:01: Ich habe eine eigene geschrieben, also konsequent wie ich manchmal bin oder wie ich da immer war, hab' ich eine eigene geschrieben.

00:25:08: Also natürlich war ich auch Fan von The Golden Girls, klar.

00:25:12: Und dann eben auch meine Erfahrung selber als Kind im Altersheim und so... ...und dann habe ich einfach gedacht, ich schreibe doch mal was über drei alte Frauen oder einen Mann in Deutschland weil ich schon immer fand es... alte Leute falsch behandelt werden, dass die so abgeschoben und in komische Klischees über sie gepackt werden.

00:25:31: Das sind drei, die wollen auf keinen Fall einen Altersheim gehen oder sonst wie abhängig sein.

00:25:36: ganz im Gegenteil.

00:25:37: Die wollen den Rest ihrer Zeit möglichst konsequent und sehr gut leben.

00:25:41: Und deshalb ... die eine hat halt ein Rheinhaus, die andere hatte bessere Rente, die dritte kann aber kochen und es quitscht wie Däl und hat super Ideen.

00:25:53: WDR, sechsundzwanzig Folgen im besten Alter.

00:25:56: Deine Serienliste klingt ja wie so ein ... Ja?

00:26:01: Who is who?

00:26:01: irgendwie?

00:26:02: Danke!

00:26:03: Kann

00:26:03: man das sehen... GESET-SZ war dabei oder Alpha Team auch in

00:26:07: RTL?

00:26:08: Genau, hab ich aber nur kurz gemacht weil eine Soap ist noch mal was anderes als eine Comedy.

00:26:13: Aber hattest du von all dem, was du gemacht hast, ein Lieblingsprojekt?

00:26:16: Nee, glaub ich bin immer hier und jetzt.

00:26:18: Ich glaub, ich mag denn das am liebsten, was ich gerade mache.

00:26:21: Die Abwechslung auch.

00:26:22: Und unbedingt, das ist natürlich ein kleines Drama in meinem Leben weil immer wenn ich was gut gemacht habe dann kommen Leute und reichen dir eine ähnliche Torte an und sagen hier machst du noch mal für uns und hab ich das immer gesagt nö, das langweilt mich doch, das hab' ich ja schon dumm für ne Karriere.

00:26:38: Aber du hast ab Mitte der Zwei Tausend hast Du erstmal Ne Auszeit gemacht weil Du deine kranken Eltern gepflegt hast Hast dann weniger gearbeitet und dann aber darüber im Buch geschrieben Hilfe meine Eltern sind alt.

00:26:50: Was war dein Learning aus dieser Zeit?

00:26:53: Also ich war gerade in Berlin, weil ich einen Tatort schreiben sollte für den SFB jetzt RBB und war grade mit dem Produzenten in Wüsten Mordfantasien.

00:27:03: Ja wie bringen wir den am besten um?

00:27:04: und könnte nicht auch mal eine Türke in die Mörderin sein oder was so?

00:27:08: immer?

00:27:08: ein bisschen, weil er immer so bisschen ... Man durfte!

00:27:10: durfte nicht.

00:27:11: Und just da rein klingelte mein Telefon, also ich hatte schon das Handy, wir sind der Handyzeit und da stand halt Eltern drauf im Display und hab gesagt sorry, ich habe den versprochen wenn die anrufen geh' ich ran, da waren die beide schon so um achtzig.

00:27:25: Und dann war mein Vater dran, der eigentlich nie telefoniert hat weil er schwerhörig war und brüllte ins Telefon ilse ihr müssen deine Mutter abgeben sie ist verrückt geworden.

00:27:36: Und dann hab ich gesagt, gib sie mir mal.

00:27:38: Meine Mutter sagt, der schmal Schmelz, schmal Schnupf, schnaffel und schnacke ihn nach

00:27:41: Fahrfluff.".

00:27:43: Okay, hab ich nicht verstanden.

00:27:45: Aber dass ihm irgendwas gar nicht in Ordnung ist ... Ich bin sehr freilässig über alle roten Ampeln nach Stegels gedüst.

00:27:53: Dann hab ich sie vorgefunden und muss kurz machen.

00:27:56: Sie hat einen Schlaganfall, kam dann in die Stroke-Unit.

00:28:00: Ja, da standen wir dann!

00:28:01: Da, und dann sagte mein Vater irgendwo so am fünften Tag danach.

00:28:05: Schreibt doch mal was Vernünftiges?

00:28:08: Schreibt auch mal, was wir jetzt lernen

00:28:10: müssen.".

00:28:11: Und ich hatte ja ... Ein Motto war, ich schreib doch nicht über Familie oder Leute die ich kenne.

00:28:16: Das ist doch langweilig!

00:28:17: Und in dem Moment hat man das Ganze danach, wie gesagt, es ist nicht gut.

00:28:21: Wie konntest du mich da stellen?

00:28:23: Ich wollte immer etwas Neues kennenlernen.

00:28:24: Ich fand immer Recherchen gut für einen Drehbuch oder für ein Buch.

00:28:29: Und dann habe ich da gedacht, nee er hat recht.

00:28:31: Also wahrscheinlich muss sich das machen und zu dem Zeitpunkt gab es keinen Buch was jetzt nicht nur aus der Perspektive des Betroffenen geschildert wurde oder eben nur so zoologisch geschrieben wurde einen Verleger getroffen und hat gesagt, sie müssen das so schreiben wie Sie Ihre Filme schreiben.

00:28:51: Schreiben Sie es so, schreiben Sie mit Schmackness aber nicht nur ein reines Sachbuch.

00:28:55: Ich werde auch jetzt als Betroffene angehörig.

00:28:59: Das finde ich totlangweilig und nicht so trennreich weil so waren wir ja nicht.

00:29:03: Und er sagt nee machen Sie erst mal.

00:29:06: Ja und daraus ist das erste Buch entstanden zu dem Thema was Rock'n'Roll is.

00:29:13: Was Rock'N'ROLL i?

00:29:15: Unser Motto war, wenn schon alles Scheiß ist, machen wir's Beste draus.

00:29:18: Also, wenn die Eltern nun nicht mehr reisen können ... Dann muss die Reise zu ihnen kommen!

00:29:23: Wenn sie nicht mal auf den Balkon können, dann müssen halt die Balkonblumen und Sonne ins Zimmer kommen.

00:29:30: Wenn man nicht mehr ins Theater gehen kann, dann muss das Theater zureimkommen.

00:29:34: Es war eben kein bisschen weinerlich, sondern sehr schwarz humorig.

00:29:38: Wie lange hast du dich um deinen Eltern gekümmert?

00:29:41: Das ist ein schleichender Prozess gewesen.

00:29:43: Mein Vater hatte dann auch noch Alzheimer und es vollkommen ausgefallen, letztlich habe ich acht Jahre mehr oder weniger, vierundzwanzig Stunden am Tag stand ich zur Verfügung.

00:29:52: natürlich haben wir Pflege eingekauft wie man das so schön nennt also stundenweise tageweise manchmal wochenweise.

00:30:01: aber ich hatte ja zweist schwerstpflegefälle Mein Vater mit Alzheimer, der wirklich eine Vierundzwanzig-Stundenbetreuung brauchte.

00:30:08: Meine Mutter, die nicht sprechen konnte, halbseitig gelehmt war und so weiter ... Und auch rund um die Uhr bespielt werden musste.

00:30:16: Das war schon heftig!

00:30:20: Heftig?

00:30:20: Ich denk dann, dass du dich in einer Jugendjahr voll verkracht hast mit deinem Vater... Ja.

00:30:24: ...

00:30:25: und jetzt bist du plötzlich diejenige, die ihn da ...

00:30:28: Na gut also ich hab mit dreißig, als ich dreißzig war, habe ich mal so ne Familienaufstellung gemacht Hab ich gedacht, okay.

00:30:36: Ich bin ja verantwortlich für mein Leben und in meiner Vorstellung war das, dass ich einfach mit einem Vater auf Augenhöhe sein möchte.

00:30:45: Und deshalb hab ich dann eben sehr höflich einen Brief geschrieben und hab gesagt, wir wissen ja was passiert ist beide?

00:30:51: Wir haben sich jeder eine andere Auslegung dazu.

00:30:53: aber wollen wir uns nicht mal einfach auf Augen Höhe treffen.

00:30:56: du bist du, das akzeptiere ich.

00:30:58: Du akzeptierst bitte, dass es ich bin.

00:31:00: Wir trennen dieses.

00:31:01: wir gefummelte da in der Mitte auseinander.

00:31:04: Vielleicht können wir einfach eine gute Zeit miteinander haben.

00:31:07: Und ab da hatten wir so ne Achtungsfreundschaft miteinander, die ist natürlich ab und zu immer mal eingebrochen.

00:31:14: aber dann haben wir uns wieder dran erinnert und haben das dann geschafft es so beizubehalten.

00:31:20: ja Wir waren also nie in der glückliche Familie Aber immer eine sehr dynamische Familie.

00:31:25: Sonst wär's auch nicht gegangen.

00:31:26: War er

00:31:27: sauer dass du jetzt ne Biberti warst?

00:31:29: Ganz im Gegenteil, ich hab dann in diesem ganzen Wahnsinn nach dreißig gedacht.

00:31:34: Vielleicht war er auch beleidigt, dass ich den Namen gewechselt habe und so.

00:31:38: Da hat man noch VHSen gemacht, die man dem Casting gegeben hat.

00:31:43: Dann hab' ich alles machen lassen nochmal neu auf Pfeiffer

00:31:46: Biberty.".

00:31:47: Und hab das den hingegeben, die Kastin hat gesagt ja was willst du?

00:31:50: Wo sollen wir das jetzt eintortieren.

00:31:51: Das findet doch keiner unter F oder P. Das finden wir doch nur unter B. Dann hab ich es meinem Vater hingebracht diese ganze Palette und es war richtig so ein Regal voll.

00:32:03: Und er gesagt oh deine für mich habe ich doch alle schon gesehen.

00:32:06: warum gibst Du mir diese guck mal drauf guck Mal drauf.

00:32:09: Ja da steht der.

00:32:09: was steht denn da jetzt?

00:32:10: Da liest mir doch mal vor ja da steht Ilse Pfeiffer-Biberte ja und Ich sag da steht jetzt auch Pfeifer Ja, aber den Namen mag ich doch gar nicht.

00:32:18: Was soll das?

00:32:20: Auch nach dreißig hat er sich mit Bobchen Biberty befreundet also der ist quasi in unsere Familie aufgenommen worden.

00:32:27: ja Das hat sich dann alles in wohlgefallen aufgelöst.

00:32:31: Verstehen

00:32:32: was wünschst du dir jetzt im Nachhinein vom Staat für Pflegeangehörige wo du es einmal durchgemacht hast?

00:32:37: kannst du das brauchst eine Extrasendung?

00:32:40: Der braucht

00:32:40: eine Extra Sendung um das wirklich seriös zu beantworten.

00:32:44: Aber vielleicht ist ja auch, man zwängt ja auch davor an.

00:32:47: Was passiert eigentlich mit den Babyboomern jetzt?

00:32:51: Und ich finde die Gesellschaft sortiert einen einfach aus!

00:32:54: Gut, also nach den Eltern nach der Flieger.

00:32:56: Es waren ja letztlich zehn Jahre, die ich draußen war.

00:32:59: Dann war ich noch ein bisschen kranker und hab natürlich einen Burnout gehabt.

00:33:01: Ich habe mich überstrapaziert ... Und dann kam Corona!

00:33:06: Als ich ausgecheckt bin von den Eltern, war ich siebenundfünfzig.

00:33:09: Und als er mit Corona das alles war, ich war irgendwie sechzig da sagte er keiner Juhu jetzt wollen wir aber Frau Biberte engagieren als Regisseurin Das passiert eben einfach nicht.

00:33:17: Das ist dann vorbei Und das ist ja letztlich als Drehbuchautoren sowieso auch so und als Schauspielerin noch mal zehnmal mehr.

00:33:24: Wobei ich immer finde, es sollte mindestens als Oma in der Sesamstraße wiederkommen.

00:33:29: Weil jetzt die Eltern sind meine Sesamstraschenkinder.

00:33:32: Also, Fans gäbe es genug!

00:33:35: Aber ich wollte sowieso fragen wie du's dann geschafft hast nach der Austalt wieder reinzukommen?

00:33:39: Weil du ... Wie gesagt, dass ist ja schwer

00:33:41: Ja, aber ich bin eigentlich nicht reingekommen muss man so sagen.

00:33:44: Also ich bin meinem Herzen gefolgt, die Eltern so zu unterstützen.

00:33:48: Ich sag ja auch nicht gepflegt, ich sag ja assistiert oder mit ihnen gelebt weil du pflegst ja auch nie dein Kind wenn du dem eine Windel pflägst.

00:33:54: Ja das ist ja absurd.

00:33:56: und dass auch das schon die Sprache ist schon so falsch.

00:34:00: Und natürlich gibt es einen so Leute der du hättest sie auch abgeben können irgendwo.

00:34:04: ja dann wohin denn?

00:34:05: Ich hätte beide in verschiedene Pflegeheime geben müssen.

00:34:09: Die waren sechzig Jahre verheiratet, das hatte mir das Herz gebrochen Gut, mit den Büchern.

00:34:15: Ich war ungefähr in achtzig Talkshows und war dann quasi die Kämpferin für alle Hochbetagten.

00:34:21: Aber das ist ja ... Das hat ja mein Leben nicht erfüllt, ne?

00:34:26: Und letztlich natürlich hab ich damit auch ja die Vorsorge, die ich für meinen Ereignisalter getätigt habe im Sinne von Geld ausgegeben vorzeitig.

00:34:36: Das is' auch blöd!

00:34:37: Ja

00:34:37: klar.

00:34:38: Also insofern hab ich ein bisschen die Arschkarte gezogen.

00:34:42: Du hast ja dann aber noch ein zweites Buch geschrieben.

00:34:44: Das Alter kommt auf meine Weise, da geht's ums älterwerden also um diese Fragen die du eben auch angesprochen hast

00:34:51: oder?

00:34:51: Ja das zweite Buch habe ich den Henning Schärf, Ex-Burger Meister von Breben und ist er Gast in meinem Buch.

00:34:59: Also eigentlich ist es ein Podcast schriftlich.

00:35:03: Und er war gerade kurz vor... Ich war kurz vor fünfzig, die Eltern kurz vor neunzig.

00:35:09: Deshalb ist es halt fünfzig-siebzig-neunzig – die drei neuen Stufen des Alters.

00:35:14: Das nennt man auch heute noch so.

00:35:17: Und heutzutage aber rutscht ja der Altersbegriff sogar noch weiter vor.

00:35:22: Also inzwischen höre ich jetzt von Frauen in den Wechseljahren, die sind dann irgendwie fünfundvierzig, dass da schon das Alter beginnt.

00:35:30: Wo ich denke, wer ist für ein alter Beginn denn eigentlich?

00:35:33: Sehr komisch!

00:35:34: Aber ich bin auch bei so einer Organisation auch,

00:35:36: d.h.,

00:35:36: Palet Flux... ...mit Double X alles immer mit Double X genau.

00:35:42: Die sich darum sehr kümmern um diese Wechsel Jahre, dass es halt mehr in die Medien kommt.

00:35:47: Deshalb, ich schreibe jetzt ein Buch.

00:35:49: Das heißt ... Ich werde zum ersten Mal älter.

00:35:53: Okay?

00:35:54: Oder ich werde es zum ersten mal alt.

00:35:56: Und worum geht's?

00:35:58: Darum gehts, dass ich ja überraschenderweise selber plötzlich älther bin!

00:36:02: Wenn du in dir lebst, kriegst das gar nicht so mit.

00:36:05: Du kriegest es mit in der Reaktion, dass die anderen anders auf dich eingehen oder gar nicht mehr auf dich eingehen.

00:36:12: Oder du kriegst es natürlich mit, dass man leider aus Biologie besteht und dann irgendwas weh tut.

00:36:19: Und sich der Arzt auch so äußert wie ja das wird nicht mehr.

00:36:23: Das muss alles ... Mit einer neuen Geduld eine Abenteuerlust eingeordnet werden.

00:36:32: Ich finde in diesem Land einen komplett neuen Altersbegriff brauchen.

00:36:37: Wir haben Diversität in so vielen Dingen.

00:36:39: Wir haben das in der Sexualität, in der Hautfarbe und in der Nationalität aber wir haben es überhaupt nicht für Alter.

00:36:46: Bei Alter wird ständig gedisst, wird ausgegrenzt und wird negativ behandelt finde ich.

00:36:52: also ist bebeuchten da auch eine Diversitet einer Anerkennung.

00:36:56: Ich hab noch nicht die tollen Worte gefunden.

00:36:58: Ich hoffe, du bist in meinem Buch noch.

00:37:00: Ich knapere an diesem Knochen seit acht Jahren rum, weil am liebsten hätte ich natürlich, dass ich in dem Buch sagen kann und dann machst du das und das ... Und schwuppst bis zum Jungbrunnen!

00:37:08: Alles ist wieder gut.

00:37:09: Ist es halt nicht?

00:37:10: Eigentlich

00:37:11: müssen die Radfliege nicht an die Älterinnen gehen, sondern an die Jüngeren oder an alle.

00:37:16: Das wird sich die gesamte Gesellschaft ändert.

00:37:19: Ja.

00:37:19: Ich würd so gerne wissen wie's geht.

00:37:23: Aber... Wir wissen uns dann, wenn wir das Buch rausbringen.

00:37:27: Was für andere Projekte stehen denn jetzt noch bei dir an?

00:37:30: Das ist ja schon mal ein Hauptprojekt für

00:37:31: dich.

00:37:32: Na voll!

00:37:33: Es steht noch ein Projekt an und wenn ich es hier verrate geht's wahrscheinlich nicht mehr.

00:37:36: also... Ich suche einen mutigen Regisseurproduzenten der mich engagiert aber als Mann.

00:37:44: Okay.

00:37:44: Ich habe sozusagen einen Bruder von mir selber kreiert weil ältere Männer kriegen ja Hauptrollen oder was heißt Hauptroll bekommen Rollen Ältere Frauen kriegen keine Rollen.

00:37:54: Und ich dachte, wozu bin ich Schauspieler?

00:37:57: Dann werd' ich halt ein Mann!

00:37:58: Das kann man ja ganz easy machen und ist nicht weiter kompliziert eine Hosenrolle zu sein.

00:38:03: Ich hätte so gerne jemand, der das mal macht um dann in der Talkshow zu sagen, Tare, das bin doch ich.

00:38:10: Ich appelliere dafür, dass wir es auch ein bisschen fröhlicher angehen.

00:38:14: Oder die Oma in der Sesamstraße...

00:38:16: Ja, das wär mir tatsächlich gut finden.

00:38:19: Weil wenn ich mit dem Zug fahre weiß ich, was der Schaffner redet mit mir und irgendjemand hört nur meine Stimme.

00:38:26: Dann steht plötzlich so ein schnicker Mensch im Nadelstreifen-Ansuch vor mir, sprint dann nach Frankfurt und sagt, älte, ält!

00:38:35: Ich denke oh Gott das hab' ich jetzt vergessen, wer ist das denn?

00:38:37: Und es ist einfach in Sesamstraßen im Mensch dessen erste Liebe ich war.

00:38:42: Das bleibt tief.

00:38:44: Dafür bist du jetzt zumindest bei den Omas gegen rechts dabei.

00:38:50: Ja, also die Umars-gegenrechts wurden ja neulich mit so einer kleinen Anfrage stark attackiert.

00:38:55: Dass sie irgendwelche Gelder eingenommen hätten, die gebe ich denen nicht zustehen blablabla und das hat mich so geärgert hab ich gedacht was kostet da der Jahresbeitrag?

00:39:03: Das sind zwölf Euro und bin sofort Mitglied geworden.

00:39:06: Und jetzt habe ich gerade gut Ich muss dir auch ein bisschen mehr kennenlernen.

00:39:09: es gibt ja in jedem Berlin gibt's in jedem Bezirk eine Gruppe umars gegen rechts.

00:39:14: jeder kann mitmachen uns auch kein Mitglied werden kann sich erst mal einfach nur kundig machen.

00:39:19: Erst mal sind es wirklich tolle Frauen, also auch Oma heißt nicht Oma.

00:39:23: Das sind Frauen von dreißig bis hundert und besonders in den neuen Medien.

00:39:28: Also lustigerweise ... Weil ich bin extremes Internet-Affin.

00:39:34: Ich bin auf mehreren Plattformen aktiv und zeige meins, auch wenn's manchmal ... denke ich, ist ja auch ein bisschen eitel.

00:39:41: Aber anyhow mache ich und finde ich gut.

00:39:45: Und ich lerne auch KI und so weiter.

00:39:47: Ich bin ja wie gesagt Techniker viel.

00:39:49: Das ist da jetzt noch nicht so der Fall!

00:39:51: Und ich probiere den gerade so ein bisschen die Reichweite und die Sichtbarkeitswichtigkeit nahezubringen und suche dafür eigentlich Unterstützung.

00:40:02: also... Es gibt ja diese Internet-Bots, die meistens für die Rechten die Antworten bei Social Media in allen Bereichen torpedieren mit ihrem Schwachsinsarch.

00:40:14: Also mit ihren Argumenten um es mal höflicher zu sagen und ich würde mir wünschen dass das sozusagen eine kleine Gruppe von Studenten oder von Internetcracks gäbe, die mir helfen so ein Internetbot aufzustellen für die Omas gegen rechts.

00:40:29: Gibt's bestimmt!

00:40:30: Ja die brauchen wir jetzt.

00:40:31: sie sollen sich mal melden

00:40:33: bitte.

00:40:34: Vielen Dank fürs Gespräch.

00:40:35: Danke!

00:40:36: Ja, so viele wichtige Themen in einer einzigen Folge und das Thema der Altersdiskriminierung sollten wir in Deutschland wirklich dringend viel öfter und offener diskutieren.

00:40:46: Insofern freue ich mich auf das Buch von Ese.

00:40:49: ja und dass sie ihre Karriere unterbrochen hat um sich um ihre Eltern zu kümmern ist eigentlich etwas... Dass selbstverständlich sein sollte, eine Entscheidung die ja auch gesellschaftlich oft gelobt wird.

00:41:00: Die wir haben es ja auch gehört beruflich viel zu häufig bestraft wird.

00:41:03: insofern ganz direkt falls ihr jemand zugehört hat der oder die mit Elsa Biberti arbeiten möchte meldet euch gerne bei mir oder direkt bei ihr.

00:41:10: Alter und Pflege von Angehörigen dürfen doch echt kein Karrierekiller sein.

00:41:15: Und in der nächsten Folge von Was für ein Leben geht's um ein sogenanntes Lebensbornkind.

00:41:20: Also, ein Kind das im national-sozialistischen Lebensbornprogramm geboren und betreut wurde einem Projekt der Nazis zur Förderung ihres rassistischen Bevölkerungsbilds.

00:41:30: Eine superspannende Geschichte denn der Mann mit dem ich gesprochen habe wusste sein Leben lang nichts von seiner Vergangenheit.

00:41:36: Falls euch der Podcast gefällt lasst eine Bewertung.

00:41:39: da empfiehlt ihn weiter.

00:41:40: es würde mich mega freuen.

00:41:41: mein Name ist Matti Geier.

00:41:42: bis dann

00:41:44: FluxFM,

00:41:45: was für

00:41:46: ein Leben.

00:41:47: Weitere außergewöhnliche Biografien auf fluxfm.de.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.