Der Mann, der das Ampelmännchen gerettet hat | Was für ein Leben - Folge 19

Shownotes

Markus Heckhausen: Eine Biografie zwischen Design, Ostalgie und der Rettung eines Berliner Symbols Manche Dinge verschwinden fast – und werden dann doch zu etwas ganz anderem. Der Weg des Ost-Ampelmännchens ist genau so eine Geschichte. Markus Heckhausen kommt Ende der 1980er-Jahre als Produktdesigner nach Berlin – in eine Stadt im Umbruch, zwischen Ende der DDR und neuer Hauptstadt-Identität. Eigentlich interessiert er sich für Gestaltung, Materialien und neue Formen. Doch dann entdeckt er ein scheinbar unscheinbares Objekt, das gerade dabei ist, aus dem Stadtbild zu verschwinden: das Ost-Ampelmännchen. Während nach der Wiedervereinigung viele DDR-Symbole ersetzt und abgebaut werden, sieht Heckhausen in dem kleinen Verkehrssymbol etwas anderes: Charakter, Wiedererkennbarkeit und enormes gestalterisches Potenzial. Aus dem ersten geretteten Ampelglas entsteht eine Lampe – und daraus eine Idee. Gemeinsam mit dem Erfinder Karl Peglau beginnt eine Entwicklung, die aus einem ausrangierten Verkehrszeichen Schritt für Schritt eine Marke macht. Was als experimentelles Designprojekt beginnt, wird zu einem Unternehmen mit hunderten Produkten, eigenen Shops in Berlin und internationaler Bekanntheit. Heute ist das Ampelmännchen längst mehr als ein Verkehrssymbol: Es ist Designikone, Erinnerungsfigur und ein Stück Berliner Stadtkultur. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Markus Heckhausen über Zufälle, Entscheidungen und darüber, wie aus einem kleinen Männchen ein großes Stück Stadtgeschichte wurde.

Habt ihr eine Geschichte für uns? Kennt ihr jemanden, der oder die ein außergewöhnliches Leben geführt hat?

Eine Geschichte, die man einfach hören muss? Dann schreibt uns an matti.geyer@fluxfm.de

– vielleicht wird genau daraus eine der nächsten Folgen von "Was für ein Leben".

Zum Host des Podcasts: Matti Geyer arbeitet als Redakteur beim Berliner Radiosender FluxFM. Speziell durch seine Arbeit als Stadtführer von toursofberlin bringt er Expertise in Sachen Historie ins Programm ein.

Transkript anzeigen

00:00:02: Es gibt

00:00:08: Dinge in Berlin, die sind so selbstverständlich dass wir sie kaum noch wahrnehmen.

00:00:12: Wir sehen sie jeden Tag mehrfach ohne nachzudenken und doch steckt hinter manchen dieser Dinge eine ziemlich große Geschichte!

00:00:21: Hi ich bin Marti Geier und ihr hört den Podcast für außergewöhnliche Lebensgeschichten.

00:00:26: Diesmal dreht sich dabei alles um das Ampelmännchen Also das Ostampelmännchen.

00:00:31: Ein Symbol, das fast verschwunden wäre und dann doch zur Ikrone wurde Dank eines Mannes der die Geschichte des Ampelmännchens entscheidend mitgeprägt hat Markus Heckhausen Produktdesigner Unternehmer-Ampelmannretter.

00:00:44: Heute steckt das Ampelmähnchen in über sechshundert Produkten In Shops an sämtlichen touristischen Hotspots Berlins Und ist eines der bekanntesten Symbole der Stadt.

00:00:54: Dank Markus.

00:00:55: Wie es dazu kam hört ihr jetzt

00:01:00: Und das ist meine Geschichte.

00:01:02: Außergewöhnliche Lebensgeschichten auf Flux-FM.

00:01:05: Vorbeigleich darüber sprechen, wie du das Ampelmännchen gerettet hast.

00:01:09: Sprechen wir erst mal über deine Vorgeschichte?

00:01:12: Wo bist du groß geworden und was für Ampelmehnchen gab's da?

00:01:16: Ich bin großgeworden in Tübingen im tiefsten Schwabenland sozusagen.

00:01:22: Da gab es die ganz normalen westdeutschen Ampelmähnchen aber die sind ja nie aufgefallen weil sie sind einfach so ein Zeichen, was man nicht beachtet.

00:01:29: Wissen schalte ich fast jeden gegen, bevor nicht die Ampelmann-Geschichte bekannt wurde.

00:01:35: Also die Geschichte des Osterampelmännchens.

00:01:37: Ja und damals hat man die mehr oder weniger wie immer beachtet natürlich.

00:01:41: Diese

00:01:41: Strichmännchen?

00:01:42: Genau

00:01:42: ja.

00:01:42: Du hast Produktdesign studiert und warst dann auch in Mailand.

00:01:46: Was war damals dein Schwerpunkt im Sachen Design?

00:01:48: was war so dein Ding?

00:01:51: Mein Ding waren schon immer Geschichten.

00:01:53: also es geht um Produkte natürlich aber eine Diplomarbeit.

00:01:56: zum Beispiel war damals ein öffentliches Fahrrad zu gestalten Und da ging es auch schon um eine Geschichte.

00:02:01: Auch wenn man so ein Produkt anpreist, dann also eine Geschichte, um ein Produkt herum machen kann und auch wenn man mit der Öffentlichkeit dann spielen kann oder wie man über die Öffentlichkeitsprodukt bekanntmachen kann.

00:02:16: Wann warst du das erste Mal in Berlin?

00:02:20: Das erste Mal ... In Berlin war ich tatsächlich noch kurz vor der Wende als auch in Ostberlin.

00:02:25: Tatsächlich sind uns damals die Ampelmännchen aufgefallen, weil wir waren wahrscheinlich so Alexanderplatz genau in der Foto nach.

00:02:32: Da war ja alles ein bisschen grau und dann sind die Ampelmännchchen wirklich aufgefallen.

00:02:36: Weil sie einfach so lustig, die fiel so aus dem Rahmen raus.

00:02:38: Aus einem sonstigen eher technischen Rahmen in der DDR.

00:02:43: Das ist direkt

00:02:43: durch eine Designer-Brille gesehen oder erst mal nur so als

00:02:47: Skurril?

00:02:47: Wir haben Fotos gemacht, auch in der Stellung vom Ampelmann.

00:02:52: Dann habe ich es wieder vergessen und kam dann nach Berlin.

00:02:57: Da sind die mir aber ziemlich schnell wieder aufgefallen.

00:03:01: Sobald ich hier im Ostteil ankam, sind sie sehr aufgefallen weil ... Immer noch alles braun-grau.

00:03:08: Wenig Farbe, wenig Licht auch so im Erdgeschoss.

00:03:11: also es gab ja weniger Läden, weniger Tankstellen und die Ampelmedien waren schon sehr auffällig weil sie haben ein sehr warmes Rot und Grün sehr leuchtend angenehm leuchtet Humorvolle sympathische Figur natürlich.

00:03:25: Und die war dann auch noch lustiger, weil die waren ganz oft verdreht, die Scheiben.

00:03:29: Das heißt der grüne Mann ist dann so nach hinten ausgerutscht zum Beispiel wie auf einer Bananenschale ausgerutzt oder nach vorne als wenn er ganz schnell wird.

00:03:39: und der rote der hat ein so schräg mit den Armen so schreck angelächelt.

00:03:43: das war schon sehr auffällig sympathisch und

00:03:47: humorvoll.".

00:03:48: Das Osterampelmännchen ist das vermutlich berühmteste Ampelmännch Aber nicht das Erste.

00:03:53: Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurde der Straßenverkehr immer gefährlicher für Fußgänger, und die erste Fußgänger-Ampel in Betrieb.

00:04:04: Zuerst waren das einfache Farbflächen rot für stehen, grün für gehen – in manchen Ländern sogar mit den Worten Walk oder Don't walk.

00:04:13: Doch wirklich durchgesetzt hat sich letztendlich ein kleines Männchen.

00:04:17: So eine Ampe-Figur gab es nicht nur in der DDR, aber in den letzten Jahren entwickelt der Verkehrspsychologe Karl Peglau das Ostampemännchen gezielt nach verkehrspsychologischen Kriterien.

00:04:28: Die Figur sollte für Kinderverständlich sein und auch für Farbenblende funktionieren – und sympathisch wirken!

00:04:34: Das macht das Ostampemännchen so besonders mit Hut-, Bauch-und klare Haltung.

00:04:39: Sympathisch eindeutig einprägsam und erstaunlich wirksam.

00:04:42: In den letzten Jahren werden sie in Ost-Berlin erstmals getestet.

00:04:49: Als Erstes an der Kreuzung unter den Linden Friedrichstraße.

00:04:53: Später werden Sie Teil der Straßenverkehrsordnung der DDR und prägen das Stadtbild jahrzehntelang bis zur Wiedervereinigung, dann verschwinden sie zuerst fast komplett.

00:05:04: Westliche dünnere Ampelfiguren ersetzen sie doch genau.

00:05:08: da beginnt die zweite Geschichte dieses kleinen Männchen.

00:05:12: Du bist dann richtig nach Berlin gezogen, ne?

00:05:14: Genau, in

00:05:15: den Neunzigern.

00:05:16: Wo hast du gewohnt?

00:05:17: Was war dein Kiez?

00:05:18: Ich hab ganz kurz im Westen in Charlottenburg gewöhnt tatsächlich, bin aber dann natürlich als ich das hier im Osten entdeckt habe, hier nach Mitte gezogen in der Augestraße und da war auch immer so mein Kiez bis heute.

00:05:30: Da ist ja auch ein

00:05:31: Büro.

00:05:31: Genau, darum ist alles gewachsen.

00:05:34: Hier ist ein Bürow, da war der erste Laden ... Und da ist alles entstanden!

00:05:40: Was hat dich damals an Berlin fasziniert?

00:05:45: Eineseits die Großstadt an sich, aber dann wie gesagt im Osten fand ich superfaszinierend diese Retro-Welt aus westlicher Sicht zu entdecken und das war wie eine Filmkulisse für mich aus den Dreißiger, Vierziger Jahren.

00:06:03: Überall diese Anschriften, Margarine Drogen so an den Häusern.

00:06:06: Das war kandlich nicht unglaublich.

00:06:09: und dann fand ich aber super schnell auch interessant diesen Unterschied, diesen Kultur-Unterschied und dieses Zusammenwachsen von Ost und West und wie das auch abging mit diesem ganzen Freiräum, mit diesen Lehrräumen.

00:06:23: War ja ein bisschen Spielplatz für Kreative dann durch diese vielen Lehrräume und das war nicht total spannend.

00:06:30: Und es hat dich als Kreativer quasi auch in den Osten gezogen, deswegen hast du gesagt ich ziehe jetzt nach Mitte?

00:06:34: Ja absolut!

00:06:35: Und damals war die Reichstagsverhüllung auch von Christo.

00:06:39: da habe ich mitgearbeitet und wir standen unten und haben Bacchi so bewacht oder wir haben dieses Stoffstückchen verteilt damit die Leute sich nichts rausschneiden.

00:06:52: Event-Thema nochmal dran, also ich hab gesehen auch wie man die Stadt begeistern kann.

00:06:57: Wie man was ändern kann durch so ein Projekt.

00:07:01: Ich habe das aber ein bisschen auf den Osten aus meiner Designabbrille übertragen und bin dann irgendwann noch mal aktiv auf die Ampelmännchen gestoßen oder mit anderen Gedanken weil ich auch gesehen habe dass sie getauscht wurden.

00:07:17: Die wurden ja gegen Westmännchenaus gewechselt Und dachte ich, es darf nicht wahr sein.

00:07:22: So ein sympathisches Mensch in einem sehr wenigen wirklich lustigen Sachen, die da sind und auch generell im öffentlichen Raum ja auch im Westen gibt's ja wenig charmante lustige Sachen.

00:07:33: Emotionale Zeichen gibt's eigentlich nicht.

00:07:36: Es muss ja alles technisch sein.

00:07:37: Da dachte ich super schade dass sie wegkommen!

00:07:41: Dann war der erste Idee vielleicht irgendwie zu retten aber auch vielleicht ein Produkt rauszumachen also auch ein eigenes Projekt rauszumaßen Und kam dann am Rosenzahleplatz damals mal wieder über diese große Kreuzung und da wurden gerade die Ampeln gewechselt.

00:07:57: Dann habe ich da gefragt, die Beleuchtungsarbeiter ob man die Gläser mitnehmen kann?

00:08:04: Die Ampel, wenn ich das so zu sagen.

00:08:06: Und er hat gesagt ja kannst du mitnehmen, er wird dir eh weggeschmissen!

00:08:09: Und dann hatte ich die ersten zwei als erste Pärchen Rot und Grün.

00:08:12: Was hast du damit

00:08:13: gemacht?!

00:08:14: Ich hab dann schnell überlegt, was man machen könnte.

00:08:17: Eine Lampe natürlich kam relativ schnell.

00:08:20: Also eine Lampe fürs Wohnzimmer oder für einen Innenbereich und habe dann noch so entworfen mit Keep On Walking rumgeschrieben in so einer Fassung für die Lampe.

00:08:30: Und hab die dann ausprobiert, Freundin gezeigt, kam super an und wir haben sofort gemerkt da ist etwas drin.

00:08:38: Das sieht einfach richtig gut aus an der Wand!

00:08:41: Ich wollte sowieso fragen, ob das so das erste Produkt.

00:08:44: Ob es eher ein Kunstgedanke war oder schon der Gedanke hier können wir etwas größeres mitmachen?

00:08:50: Ganz offen gesagt auch was auch ein Geschäftsgedankel tatsächlich vorbei ist also wirklich die.

00:08:55: warum muss das jetzt weg hier und dann ein Projekt ein geschäftliches Projekt auch weil ich hatte jetzt hier auch kam ja so nach Berlin ohne irgendwelche geschäftliche Verbindung und war schon auch auf der Suche nach Projekten als Designer.

00:09:09: Und so ist es gleichzeitig entstanden, und dann war das immer mehr weil ... hat sich gezeigt was für eine Geschichte dahinter steckt.

00:09:17: also dieses Zusammenwachsenen und diese Austauschen, dieses Auswechseln.

00:09:22: Weil ich hab die Lampe erstmal entworfen Und hab dann überlegt, wo krieg ich jetzt die ganzen Gläser her?

00:09:29: Abgeklappert.

00:09:30: Die ganzen Stadtbeleuchtungen Berlin, Potsam, Berlin war grad nix am Wechseln.

00:09:33: Also wurde keine Kreuzung gewechselt.

00:09:36: Potsamm habe ich dann welche gekriegt mal und dann soll sich die ganzen Städte, Dresden, Rostock alle abgeklappt.

00:09:44: Die wurden überall ausgetauscht.

00:09:45: zu der Zeit?

00:09:45: Ja aber halt immer!

00:09:46: Es gab nicht so viele... Kreuzung mit Fußgängerampeln.

00:09:50: Und dann musste ich natürlich immer für vier oder acht Ampeln irgendwo hinfahren und es war schon aufwendig, und danach habe ich überlegt wie könnte ich jetzt eine größere Menge an Lampen machen?

00:10:01: Ich hab auch tatsächlich den frühen Hersteller im Ausländisch gemacht und der hatte noch Lagebestände.

00:10:08: aber dadurch kam mich immer mehr ins Gespräch mit Ostdeutschen die dort arbeiten in einer Stadtbeleuchtung die erst mal völlig überrascht waren, dass ich da was mit einem Ostampelmännchen machen wollte.

00:10:22: Also mit diesen Ampeln, die ja weggeschmissen werden.

00:10:25: Und ich hatte einen Trabi damals tatsächlich und dann kamen wir mit dem Trabian an.

00:10:29: Das ist ein gefährliches Kuril!

00:10:31: Wieso hast du denn

00:10:31: ein Trabih?

00:10:33: Es war das billigste Auto des Kasselhundert Mark mit Radie und Anhängergruppung und TÜV.

00:10:38: Und hat Spaß gemacht.

00:10:39: Ich wollte damals in den Autofahren fahren.

00:10:41: Total lustig... Der Schwabe

00:10:44: im Trabbi

00:10:44: Ja, aber es war wirklich so witzig halt.

00:10:46: Wenn ich dann da ankam, dann kamen wir auch sofort ins Gespräch und die haben gesagt, guck mal... Der Trabi, guckt mal, wir haben jetzt so Toyota's und so, willst nicht mal ein bisschen was größeres vielleicht kaufen?

00:10:59: War total süßer!

00:10:59: Und haben sie mir im Büro dann in der Schublade noch ganz stolz gezeigt?

00:11:04: Guck mal hier, wir hatten natürlich noch alles.

00:11:05: Wir haben hier noch Kolben und Zündkerzen vom Trabis, alles noch da.

00:11:10: und ganz schön stolz drauf Und ich hab schon gemerkt, was für Nerven man da trifft.

00:11:16: Also dieses alles abwickeln und abräumen, alles wegschmeißen... Auch diese Frust!

00:11:22: Ich kanne das ja auch mehr aus der westdeutschen Presse.

00:11:25: dann die ganze Wiedervereinigung.

00:11:28: Wenn man es dann so aus Sicht der Ostdeutsche gehört hat, dann fünf Jahre nach den blühenden Landschaften sozusagen Die Enttäuschung also Job verloren.

00:11:41: Viele sind in Westen rüber, weil es keine Arbeit gab.

00:11:45: So bisschen alles verloren und auch das Selbstbewusstsein verloren.

00:11:50: Das war das ganz Entscheidende.

00:11:52: Und dann habe ich so langsam eine Geschichte entwickelt, kam ja dann so dass man daraus mit aus einem Ampelmännchen auch so ein Symbol machen könnte gegen dieses abwickeln, gegen dieses wegschmeißen und das hat super zusammengepasst dann.

00:12:07: Weil ich muss ja irgendwo die Lampe verkaufen weil ich habe keinen Laden kein Büro nix.

00:12:12: also diese Idee dass zu so einem wohlzumachen das war deine.

00:12:14: oder hast du in den Gesprächen schon gemerkt dass die Leute das schade fanden?

00:12:17: Die ostdeutschen dass dieses ampelmännchen abgebaut wurde oder war es denen zur derzeit eigentlich egal oder noch gar nicht auf dem schirm?

00:12:24: Die fand es natürlich schade, aber es war so eine Art Lethargie einfach.

00:12:27: Es kam eh alles weg und es war eh alles vorbei.

00:12:30: Es war eh schlecht ein bisschen ... Aber ich hab schon rausgespürt also was das auch innerlich für die Seele bedeutet.

00:12:38: Und das habe ich dann immer mehr rausgearbeitet und hab gemerkt dass genau der richtige Punkt ist.

00:12:44: Dann hab ich's in der Presse veröffentlicht, die ganze Geschichte.

00:12:48: Warum muss alles abgewickelt werden?

00:12:49: Man kann nicht mal schauen Ob das vom Osten oder das vom Westen besser ist, in dem Fall.

00:12:54: Das Ampelmännchen war eindeutig in jeder Beziehung besser, des Ostdeutscher, weil A- sympathischer hat jeder gesehen, Mofil hat jeder sehen und dann kann man es ganz einfach beweisen als Grafiker oder so nach Test an Unistan tatsächlich gemacht, weil die Flächesgröße, die Leuffläches größe... Früher war ja immer in der Mitte die Birne und deshalb ist er ja so dick geworden, dass in der Mitte viel durchkommt.

00:13:18: Das ist Glück natürlich für uns im Nachhinein, das ist so sympathisch wie ein kleines Männchen, bisschen kindlich daher kommt.

00:13:26: Und die Zeichnensprache ist viel klarer.

00:13:28: Zum Beispiel der Rotemann, der Weste steht einfach so da wie so einen Strich und der Ostdeutsche hat ganz klare Haltbewegung mit seinen Armen und der Grüne läuft richtig schnell voran.

00:13:39: also in jeder Beziehung besser?

00:13:41: Und das habe ich gemerkt, auch die Westdeutschen ... Die haben dann gesagt nicht.

00:13:44: Die haben jetzt nicht gesagt, oh!

00:13:46: Dann wechseln wir mal andersherum aus und dann sind immer die halt mal einheitlich... Machen wir mal die Einheit anders herum und wechselen sie messend um.

00:13:52: Man hat gesagt Ja ja, die kann noch bleiben so.

00:13:55: Das ist doch nett.

00:13:57: Sie fand es auch toll aber Es war schon eindeutig Immer die Bewegung vom West in Osten rüber.

00:14:03: War das schwer für dich das in der Zeitung zu platzieren oder?

00:14:06: Also ich hab ganz viele angeschrieben mit einem Bild von diesen Ampeln, was einfach aus sehr schön aussieht.

00:14:11: Diese rote grüne Männchen und ging am Anfang nix.

00:14:15: Dann kam in Berliner Kurier.

00:14:18: Da kam noch richtig eine volle große Seite.

00:14:20: Die haben

00:14:22: sich richtig fett gebracht!

00:14:24: Und dann haben alle anderen angerufen an dem Tag, am nächsten Tag... ...und dann haben es tatsächlich alle gemacht.

00:14:33: Wochen lang jeden Morgen Kiosk, hab die Zeitung durchgeblättert und geguckt wo was drin ist.

00:14:38: Und dann kam auch WB, ARD und so Sachen.

00:14:42: Gab's schon Produkte zu kaufen?

00:14:44: Weil du meintest du hattest noch gar keinen Laden?

00:14:46: Es gab genau diese zwei Lampenmasse.

00:14:47: Die

00:14:48: konnte man irgendwie bei dir bestellen

00:14:50: oder... Genau!

00:14:50: Das war nur so nett von der Zeitung.

00:14:52: da stand tatsächlich immer Drunde, so Augestraße fünf in siebzig und die Telefonnummer und der Preistandrunde.

00:15:00: Dann kann wir Leute einfach sagen meine Hinterhochwohnungen Haben geklopft und haben gekauft.

00:15:04: Da waren viele?

00:15:05: Ja, ja!

00:15:06: Das war völlig skurril.

00:15:07: Es war so ein runtergekommener Durchgang zum Hinterhof.

00:15:11: So eine unrennerwirtes Haus natürlich sehr charmant oder online also per Telefon.

00:15:17: ich bin da immer zu posten mit Paketen und hab die weggeschickt.

00:15:21: Okay.

00:15:21: Und das war der Start.

00:15:22: Und da durch die Presse bekanntert habe ich dann den Urheber kennengelernt.

00:15:26: Aber genau wie war das mit den Rechten?

00:15:27: weil ... Für den Ampelmeld hattest du da ja noch gar nicht.

00:15:32: Habe ich mir am Anfang gar keine Gedanken so richtig gemacht?

00:15:36: Ich war froh, dass sie die Gläser hatte.

00:15:39: Dann aber durch einen Kollegen, der rief mich an und sagt Tenzin in den Ampel-Menschen.

00:15:49: Oh, dann bin ich Kenner und ich würde die Geschichte kennenlernen unbedingt.

00:15:51: Weil ich hab bisher nicht rausgefunden wer denn gemacht hat und warum der so entstanden ist.

00:15:56: Und dann hatte mir eine Telefonnummer gegeben, sie hat funktioniert.

00:16:00: So eine kleine Nummer, kurz fünfstellig glaube ich noch oder so... ...und habe angerufen, dann hatte er erstmal was skeptisch, hat erst mal meinen Beruf überprüft.

00:16:10: Der war ja auch schon wie ein Tomater da schon?

00:16:13: Ja, der kurz vor der Rente also und als skeptisch mit einem Klar, viele Ostdeutscher auch.

00:16:19: Er hatte irgendwelche Versicherungen unterschrieben, die man nicht hätte unterschreiben müssen, irgendwelchen Zeitschriften, Abos und generell halt sehr skeptisch mit allem Neuen und hat dann in den gelben Seiten damals überprüft dass ich Designer bringe.

00:16:30: Dann habe ich zurückgerufen und gesagt ja kommen Sie am Samstag um fünfzehn Uhr zum Kaffee trinken.

00:16:36: Ich fand sie ganz toll!

00:16:38: Hab die Produkte eingeparkt und Geschenke eingepackt, war gespannt was er da hat war auch meine erste Ostfamilie, wo ich dann wirklich besucht hab zuhause.

00:16:51: Und war für mich wirklich so ein neues Land so ein bisschen tatsächlich.

00:16:56: Ja, so war das damals wirklich auch und wie gesagt, ich hauste in Deutschland, wir hatten keine Ostverwandtschaft oder so.

00:17:00: von daher war es für mich alles sehr neu.

00:17:04: Dann kam ich rein Altbauflur.

00:17:06: hinten hingen schon die Tafel mit den Testampelmännchen und das war für richtig genau das, was ich sehen wollte.

00:17:16: Da hatten die noch Fingerohren und so Sachen und ich wollte wirklich wissen wie sind sie entstanden?

00:17:21: Worum sind die in der Form

00:17:23: entstanden?".

00:17:24: Und da war ich dann ganz im Nachmittag, haben wir uns ausgetauscht, angenehrt... Er hatte ganz viele solche Ordner voll mit Entwicklung für die Ampeln an sich und so, also die Autoampeln.

00:17:38: Und alles in Michern hatte ich mehr Fußgänger, die die Ampelmännchen interessiert.

00:17:42: Dann kam er im Schluss auch so ein Männchen.

00:17:44: Und dann war auch klar warum dieser aussehen.

00:17:47: Er war Verkehrspsychologe und hat sich tatsächlich ... Vielleicht der Einzige auf der Welt wirklich Gedanken gemacht, wie man so was gestaltet.

00:17:58: Normal kriegt ihr irgendeiner in einer Stadtplanung und sagt du machst jetzt den Apigepfeile und du machst das Männchen dann macht halt irgend ein Männchens wie es andere auch machen.

00:18:06: Und er hat sich wirklich so Art Forschungsarbeit gemacht.

00:18:09: Er hat zwei Jahre lang an dem Projekt mit den Autoampeln Die werden so größer sein und auch Pfeile bekommen gearbeitet und Wie gesagt dieses viel Licht durch dadurch wäre nicht dicker.

00:18:20: Diese klare Haltbewegung, also er wollte auch für Farbenblinde die rot-grünig unterscheiden können und für Kinder das eindeutig machen ist Zeichen.

00:18:28: Das ist eindeute Gehalt.

00:18:30: oder dieses dynamische Gehen zum Beispiel diese Schuhe, die ja wie so Pfeilspitzen sind sollten auch noch mal eine Dynamik verleihen.

00:18:40: der stramme Schritt.

00:18:42: Und soll es entstanden?

00:18:44: Später habe ich herausgefunden dass noch jemand mitgeholfen hatte eine Sekretärin bei ihm, die Frau Wegner.

00:18:51: Die

00:18:52: hatte er nicht erwähnt?

00:18:54: Er am Anfang nicht ne und dann genau der Name auch.

00:18:58: natürlich war mir wichtig als Designer auch vertraglich ihn als Urheber mit reinzunehmen unbedingt also einen Vertrag mit ihnen zu machen.

00:19:07: und die andere Idee mit ihm zusammen war aber dass ich ihnen das Projekt mit reinnehmen wollte, weil ich hatte dann immer so gelesen in der Zeitung ja die Wessis, die kommen hier machen ihr Geschäft und dann gehen sie wieder rüber und nehmen das Geld mit.

00:19:20: Und da hab' ich tatsächlich die Idee.

00:19:22: so naja man kann denn doch integrieren.

00:19:24: vielleicht, dass man's zusammen macht War nicht einfach, aber wir haben relativ schnell Vertrauen gefunden.

00:19:30: Ich

00:19:30: wollte grad fragen, war er sehr skeptisch?

00:19:32: Ja, wer

00:19:33: eher skeptisch war später noch mal skeptisch, tatsächlich es kam nochmal so ein Auf- und Ab.

00:19:37: Aber er fand natürlich total toll dass sich jemand für seine Projekte interessiert weil er hat genau so wie alle wurde abgewickelt Jahre vorher auch fünf Jahre vorher also kurz nach der Vereinigung Genau, so wie es wahrscheinlich vielen ging.

00:19:56: Man hat zu ihm gesagt, gut in zwei Wochen kommen jetzt Leute aus dem Westen.

00:19:59: So ihr könnt euch ein Schreibtisch.

00:20:01: Ihr könnt entweder alles wegschmeißen oder mitnehmen.

00:20:03: also so viel zum Thema Wertschätzung von vierzig Jahre.

00:20:07: Er hat Maschinen entwickelt und so weiter.

00:20:09: dann kam noch die Ampelmännchen weg und so.

00:20:11: Also das war totale Katastrophe für ihn.

00:20:14: Hat er was dazu gesagt dass die Ampelmännche abgebaut wurden?

00:20:17: zur derzeit?

00:20:17: Für ihn war das der totale Frust einfach als er da alles verloren.

00:20:21: Er war ein aktiver Mensch, also der hat auch bis siebzig noch gearbeitet.

00:20:25: Wurde dadurch ja auch krank natürlich.

00:20:27: Also das hat ihn so gefrustet.

00:20:30: Keine Bedeutung mehr, nichts mehr zu tun.

00:20:32: Er war auch aktiver Tennis-Spieler.

00:20:34: Das hatte er noch gemacht zum Glück.

00:20:35: Also er war eben so einen ehrgeiziger Mensch und deshalb war es für ihn ganz toll dass er da irgendwie sah okay, da schätzt jemand seine Arbeit kommt wieder raus aus seinem Sofa oder sein Wohnzimmer irgendwo in In der Tätigkeit vielleicht.

00:20:52: Und ich hab dann gesagt, lass uns zusammen Buch schreiben über Geschichte Ampelmännchen.

00:20:57: Das haben wir auch gemacht und das haben wir so ein bisschen versucht gemeinsam zu machen also versucht in eine Einzubildung wo es geht.

00:21:04: Das war super interessant die ganze Zeit.

00:21:06: Es war total toll für mich den Osten kennenzulernen für ihn aber auch den Westen.

00:21:12: Ich habe ihm auch erklärt Zum Beispiel jetzt diese Win-Win Situation mit den Ampelmännchen, die Lampen zu machen.

00:21:19: Das eineseits kann ich das als Projekt machen und Geld verdienen und andererseits kann man dadurch die Ampelmenschen retten.

00:21:26: also was sie die Marktwirtschaft auch für Möglichkeiten hat und es hat er auch verstanden.

00:21:30: also hängt schon noch dem... Der frühen DDR nach, also er war jemand der damals wirklich dachte das Land kann man aufbauen.

00:21:38: Also er hatte diese Ursprungsidee noch

00:21:41: sehr in sich.

00:21:41: Ja überzeugter Anti-Fascist-Kommunist.

00:21:44: Total!

00:21:45: Sein Vater war wirklich Anti-fascist und dadurch hat er eher auch die Möglichkeit als er war im Widerstand und dadurch hatte er auch die Möglichkeiten zu studieren und sogar zweimal.

00:21:55: Er hat Ingenieurwissenschaften und Psychologie studiert und deshalb... ist er dem Staat war ja schon verbunden, obwohl jetzt nicht in der Partei war überhaupt nicht.

00:22:05: Welcher Ampelmann-Fakt den du von ihm gelernt hast hatte ich am meisten überrascht?

00:22:11: Ich war ja in Italien und bin dadurch auch gewohnt dass man Ampeln mehr beiläufig beachtet und er hat mir immer erzählt über die Wirksamkeit und das Wichtigste Unfälle zu vermeiden.

00:22:26: Er war ein Unfallforscher Also er ging genauso entspannt über die Straße wie ich so, wenn grad Platz war oder frei war.

00:22:35: Okay.

00:22:35: Ich

00:22:36: fand seine Ampelmännchen auch mehr so dann beiläufig für andere.

00:22:41: Wichtig!

00:22:43: Und wie war das aber mit den Rechten zu der Zeit?

00:22:45: Hatte er die Rechte an dem Ampelmann oder hatte er die abgegeben?

00:22:48: und oder wusste überhaupt jemanden wer sie hat nach der Wende?

00:22:51: Also ein bisschen diese Richtung, aber er war der Urheber.

00:22:53: Es waren ein Projekt das er nicht in seiner normalen Arbeit gemacht hat sondern es war so eine Kommission also jetzt freiwillig am Abend gemacht.

00:23:00: Da waren andere Professoren dabei.

00:23:03: die haben gemeinsam so Dinge entwickelt.

00:23:05: sie wollten die DDR damals besser machen.

00:23:07: Das war ja Ende Fünfziger Anfang Sechziger und er dann später auch ne Auszeichnung bekommen Geld bekommen mit, glaube ich, tausend Mark und eine Auszeichnung für die Verbesserung der sozialistischen Republik.

00:23:22: Daher war er für mich der Urheber und ist es auch bis heute wie gesagt.

00:23:27: aber später kam noch jemand dazu.

00:23:30: wir haben dann etwas später den Vertrag nochmal erneuert.

00:23:33: der war am Anfang sehr einfach gemacht von mir dann als ihm Anwalt noch mehr erneut.

00:23:39: Da gab es dann so einen kleinen Vertrauensbruch auf einmal von ihm wieder, also das Verträge.

00:23:43: Das war ein ganz heitles Thema sowas und dann haben wir uns auch wieder geeinigt und danach hat er mir auch erzählt naja... Also von dem was ich eben überweise gibt da immer ein Teil ab an jemanden, wo ich sage warum?

00:23:56: Na ja, da ist ja die Frau Wegner, die hat damals ihm geholfen die Figur etwas zu verfeinern.

00:24:05: Also er hat wie gesagt zwei Jahre an dem Projekt gearbeitet, aber auch mit Autoampeln und so weiter Straßenbahnampeln.

00:24:12: Und sie hat es dann wohl mal in der Pause, da war eine Präsentation abends oder treffen mit diesen anderen Professoren und hat sich halt, komm Karl ich mach dir das mal ein bisschen hübscher!

00:24:24: Die macht so Püppchen genäht und so Sachen als hätte mehr ein Gefühl also eher technische... Carl Peeglau und hat es dann so ein bisschen die Nase und so Sachen einfach hübscher gemacht.

00:24:40: Bei ihm waren's noch Skizzen, weil er war nicht der zeichnachisch begabte und sie jetzt dann verfeinert.

00:24:47: Aber ganz klar sind die Zeichen mal alle da, die klare Richtung... Und aber ihr Anteil war es aus urheberrechtlicher Sicht natürlich wichtig.

00:24:56: Aus einer Sicht war er zwei Jahre lang beschäftigt, sie eine halbe Stunde ungefähr und das konnte er nicht so richtig verkraften...

00:25:04: Aber immerhin hat er ihr ein bisschen was überwiesen die ganze Zeit?

00:25:07: Ja weil die natürlich auch so ... Er wusste natürlich auch dass sie Ansprüche hat und genau und seine Frau Kolleginnen und befreundet mit Frau Wegner.

00:25:20: Und frühere Kollegen, weil die waren alle zusammen in dieser Dienststelle ... In diesem medizinischen Dienst, in der Münzstraße damals.

00:25:27: Dann sie hat versucht von Frau zu Frau oder auch diplomatisch zu vermitteln wie überhaupt Frau Peglau Die ganze Diplomatie im Hintergrund von Karl-Peglau gemacht hat auch mit mir auch so Dinge abgeschlossen.

00:25:42: Sie war unheimlich intelligent und diplomatischer.

00:25:47: Er war eher ein bisschen stur, immer und sie war sehr diplomatisch.

00:25:51: Auch bis ins hohe Alter war sie sehr wach.

00:25:54: Und dann hab ich ihm halt erklärt das aus urheberrechtlicher Sicht ist egal wie lange jemand dran war sondern da spielt es halt eine Rolle wie man das nachher wahrnimmt diese Änderung und habe mir erklärt dass das halt schon Einiges ausmacht.

00:26:09: und dann hab' ich die mal alle zusammengebracht und dann haben wir uns auch geeinigt weil ich musste ... dann später, da war schon der wirtschaftliche Erfolg absehbar.

00:26:19: Also ein bisschen absehebar dass das wir haben ja schon Produkte gemacht andere und dass wir da weitermachen wollen.

00:26:25: und dann waren mir schon wichtig dass es Hand und Fuß hat dieser Vertrag.

00:26:29: und was noch wichtiger war ich habe die Ampelmännchen als Marke angemeldet auch so ein Jahr nach dem ersten Produkt.

00:26:37: Das ist im Moment auch das Wichtigere für uns aus dem Magenrecht haben dazu aber auch des Urheberrechts.

00:26:45: Das ist dann wahrscheinlich so die Frage, wo ich mir stelle.

00:26:47: Ihr habt das Markenrecht des Urheberrechts an einer Sache, die es ja aber auch ohne euch in der ganzen Stadt gab und gibt?

00:26:56: Gab's da ein Clash?

00:26:57: Also wir haben immer die Ampelmännchen an der Straße ausgeklammert.

00:27:00: Die gab's ja schon und wollten, konnten wir auch keine Rechte... Und wollten wir natürlich nicht weil es ja umso schöner, wenn sie die noch gibt!

00:27:10: Auch für uns natürlich umso wichtiger.

00:27:11: Es ging ja auch um die Rettung der Ampelmännchen.

00:27:14: Welche Rolle habt ihr gespielt bei der Rettungen der Ampelmännchern?

00:27:17: Es gab dann die erste große Pressewelle und dann gab es im Oktober noch mal eine zweite Pressewelle, da gab's ein Komitee zur Rettion der Ampelemännchen Und sie hatten das mehr aus Spaß gemacht, auch so ein paar Produkte gemacht.

00:27:32: Das war deren Kampagne sozusagen und wir haben zusammengefunden, auch Karl-Pegler war dann mit dabei Und da kam das Thema nochmal richtig dick in der Presse.

00:27:42: Das hat es natürlich immer bekannter gemacht, das Ampelmännchen also.

00:27:46: Es ist wichtig dass er immer wieder kommt um so eine richtige Bekanntheit zu erlangen und dadurch wohnen relativ schnell dann die Menschen in den ostdeutschen Bundesländern gerettet weil die Politiker haben gemerkt Ja klar das ist ein Thema, diese Identität.

00:28:01: Dieser Verlust der Identität ist wichtig und wenn wir uns mit den Ampelmännchen so platzieren dass wir da was erhalten wollen dann ist es natürlich auch gut für die Wählerstimmen und das haben sie relativ schnell dann auch alle gemacht.

00:28:15: Und zehn Jahre später, im Jahr zwei tausend sechs, zwei taunten fünf hat Westberlin als Zeichen der Wiedervereinigung gesagt okay wir wollen ja überall die Einheit Und wir machen tatsächlich jetzt in einem Ost-West-Bundesland einheitliche Ostampel, wenn ich das heiße.

00:28:33: Das war das erste Mal, was vom Osten in den Westen rüberkam.

00:28:38: Nur Berlin nicht ganz Deutschland?

00:28:40: Es gab vereinzelte Ampeln in Westdeutschland.

00:28:43: Das waren meistens Stadtbeleuchtete die aus dem Osten im Westen ging und dann hat so eine Kreuzung gemacht haben.

00:28:48: So auch Spaß!

00:28:50: Da gab es einen Westen sogar ein bisschen Widerstand weil da gab's dann so ein Wilmersdorf.

00:28:57: Das gehört nicht hierher, das gehört nicht zu uns und so.

00:29:01: Und es war schon krass bei den ganzen Straßennahmen die im Osten gewechselt wurden.

00:29:07: Hieß ja immer analogisch Muskeln wechseln ist ja politisch nicht tragbar.

00:29:11: und als man dann so eine Reichsportfeldstraße in Westberlin mal irgendwann machen wollte und die ganz anderen alten dritten Reichnahmen Die noch übrig waren der Gasser priesen Proteste, also war immer so ihr müsst wir und wir bringen euch was.

00:29:27: Und das war halt das Problem auch, dass man bei der Videovereinigung nicht so beachtet hatte dieses Selbstwertgefühl der Ostdeutschen war einfach komplett angeschlagen.

00:29:39: Also Westdeutsche kamen so rüber.

00:29:41: Uns interessiert gar nicht, was ihr gemacht habt.

00:29:43: Wir haben alles besser und unsere Wirtschaft war viel besser.

00:29:45: Ihr seid kaputtgegangen wirtschaftlich aus dem Martialen Bertostasi Und ihr seid mal schön ruhig, wir bringen euch etwas und im Marktwirtschaft tut ihr Zusätzliches weil ich meine dass jetzt die Ampeln.

00:29:56: damals als ich kam hatte Siemens zum Beispiel repariert und es gab kein Böse Wille Siemens hat er halt die Westmännchen im Auto liegen die sie dann montiert haben.

00:30:06: das war einfach so klar Die haben die Menschen gehabt, außerdem verdient die an den Menschen Geld und nicht an Ostmännchen.

00:30:12: Das ist auch die Marktwirtschaft das sie halt rüber getränkt hat und alles verdrängt hat weil die war dann schon wirtschaftlich überlegen oder es war einfach so dass sie im Auto diese Gläser hatten einfach rein gemacht haben.

00:30:22: Es hat sich niemand Gedanken gemacht, dass sie die komplette Identität der Ostdeutschen untergraben hat.

00:30:29: Und dann kam Ähm, glaubst du?

00:30:31: Achtundneinzig Rom.

00:30:32: Sonnallee.

00:30:34: Gut bei Lelyn und kam auch diese Filme wo dann ... Ostergie.

00:30:37: Ostergy!

00:30:38: Und das erste Mal auch irgendwas Positives berichtet wurde über Ostdeutschland also auch das ganz normale Leben.

00:30:46: Das ist ja das Wichtige.

00:30:48: Man hätte dort, es waren beides Deutsche und irgendwo war halt zufällig die Grenze.

00:30:52: Die einen haben vielleicht Glück, den anderen vielleicht Pechkart, je nachdem wie man sieht... Sie sind ja einfach anders aufgewachsen, das war nicht die einen gut und böse.

00:31:00: Sondern die einen sind halt unter denen aufgewachsen, die anderen unter den und haben unter denen gelebt.

00:31:06: Und da war halt dieses arrogante westdeutsche Verhalten völlig fehl am Platz.

00:31:10: Das hat im Osten natürlich der Selbstwertgefühl genommen.

00:31:14: Ich denke auch dass auch diese Ausländer Probleme zum Teil daher kommen weil die Westdeutschen dann wie Ostdeutsch als Deutsche zweite Klasse behandelt.

00:31:24: dann braucht man natürlich jemanden dritte Klasse der noch unter einem ist und ich glaube, dass es viel auch dazu beigetragen hat.

00:31:31: Dass man da diese Ausfländerfeindlichkeit so stark gewachsen ist weil einfach das Selbstwertgefühl weg war.

00:31:38: Aber ich höre raus auch so du hattest von Anfang an den Plan oder zumindest im Hinterkopf, dass wenn die Produkte erfolgreich sind, man die dadurch auch retten kann.

00:31:45: also es war vom Anfang an ein Ziel.

00:31:47: Es hat sich Stück für Stück ergeben.

00:31:49: Mit diesem Fahrrad damals, das öffentliche Fahrrad was sie entworfen hat, hatte ich schon gemerkt.

00:31:53: über die Presse kann man ja auch Dinge bekannt machen.

00:31:56: Und es hat sich so Stück für Stück immer weiter entwickelt.

00:31:59: Was ist das

00:31:59: Fahrrad gewesen?

00:32:00: Es war ein Öffentliches Fahrrad sowie heutzutage die Fahrräder die man überall leihen kann und das war sieben oder achtzig.

00:32:06: da gab's jetzt nur einmal in Amsterdam und einmal in Mainland glaube ich und die wurden aber sofort geklaut weil die nur überlackiert waren und die Leute haben die geklaupt wieder umlackert und die Idee war halt Fahrrad zu entwickeln, was immer erkennbar ist als das Fahrrad von Berlin dann zum Beispiel.

00:32:25: Und was auch Höhen verstellbar und so Sachen ganz schnell also wie die heute konstruiert sind halt auch dass man die öffentlich benutzen kann stabil schnell einstellbar mit Korb vorne unsere Sachen und das habe ich auch bekannt gemacht tatsächlich über die Presse damals und deshalb wusste ich wieso es funktionieren kann und wie eine Win-Win Situation funktionieren können.

00:32:46: aber es hat sich einfach total schön entwickelt.

00:32:49: Also alles zusammen die Geschichte mit Peglaus, also auch die private Geschichte.

00:32:55: Hat der noch miterlebt wie das Ampelmännchen dann auch in West-Berlin eingeführt wurde?

00:32:59: Ja, da war ja auch eine Presse hier und insgesamt war er... Hat er total gerne bei uns mitgemacht.

00:33:06: Er kam immer ins Büro, hat immer Kuchen mitgebracht von seiner Frau oder Früchte und hat sich gekürmert so um die Mitarbeiter auch.

00:33:15: Und wenn es ging haben wir ihn auch mit einbezogen in die Arbeit und was ganz gut natürlich mit ihm gemachte Pressearbeit.

00:33:23: Weil da war er natürlich ganz klar vor mir, eher der Urheber.

00:33:26: Aber wir waren immer ein spannendes Team, so eher eine Generation älter aus dem Osten, ich eine Generation jünger aus dem Westen.

00:33:33: aber vorne als Erster kam er natürlich.

00:33:35: Wann gab es den ersten Ampelmann-Shop?

00:33:40: Die erste, wie gesagt habe ich selber gebaut in der Hinteraufwohnung.

00:33:44: Dann hat es jemand gesagt er könnte das produzieren lassen eine Firma also eine Designmarke und das auf der Messe präsentieren in Frankfurt und ganz anders in den Vertrieb bringen.

00:33:55: Habe ich dann gemacht.

00:33:56: zum Glück weil irgendwann habe ich schon gemerkt dieses Zusammenschrauben und Pfeilen unsere Sachen reicht an.

00:34:03: irgendwann.

00:34:04: Wir haben weitere Produkte dazu gemacht, mit denen zusammen.

00:34:07: Mit diesem Vertrieb zusammen.

00:34:08: Irgendwann habe ich es zurückgenommen nach Berlin weil es sich gezeigt hat dass es so ein Berliner Produkt wird.

00:34:13: Da ist Berlin dann interessant geworden für den Tourismus.

00:34:17: Dann kam das langsam natürlich durch die kreative Entwicklung im Osten dadurch die ganze Clubkultur und alles ist berlin super interessant geworden.

00:34:28: Und Ampelmann wurde dann wirklich so ein Symbol für die Wiedervereinigung zusammengewachsen in Deutschland.

00:34:36: Und dann haben wir gemerkt, da ist ein riesiger Markt für uns auf Dauer oder überhaupt einen Markt.

00:34:41: aber der wurde dann immer größer weil Berlin immer interessanter wurde.

00:34:44: und da sind wir dann tatsächlich gewachsen also in dem Souvenirmarkt erst mal gewachsen.

00:34:49: Was ist denn das beliebteste Ampelmann Produkt heutzutage?

00:34:52: Die Fruchtgummis.

00:34:52: die schmecken gut und ihr kann jedem mitnehmen.

00:34:59: gerade als Souvenier ist es sehr beliebt.

00:35:01: Das kann man essen, danach ist es weg und steht nicht irgendwo rum.

00:35:04: Und die sind einfach süß.

00:35:06: Viele wissen ja nicht dass das Ampelmännchen auf den Produkten nach rechts läuft?

00:35:09: Auf dem Ampel nach links läuft.

00:35:11: Genau.

00:35:11: Wie kommt

00:35:13: das?

00:35:13: Damals die Idee als Designer darf ich ja nicht so sehr in der Souvenir gedacht.

00:35:18: Als Designer dachte ich wenn es mit der Schrift läuft hat mehr Dynamik.

00:35:22: Ich hatte immer was drunter geschrieben.

00:35:24: Keep on walking oder sowas.

00:35:26: Oder später Berlin an der Leutzeit mit der schrift.

00:35:28: Das ist ein bisschen dynamischer.

00:35:30: Karl Pigler damals hat tatsächlich sein Erstentwurf auch nach rechts, dann hat er eine kleine Umfrage gemacht.

00:35:36: Ich glaub unter irgendwelchen Werktätigen und da hieß es aber ohne Bild!

00:35:41: Es war nur so der nach rechts oder links laufen?

00:35:43: Und im Kommunismus hat man eigentlich gesagt nach links.

00:35:45: Ich glaube wenn er ein Bild dazugegeben hätte hätten die gesehen dass der mehr in den Westen läuft das Ampelmännchen.

00:35:52: Dann haben sie wahrscheinlich anders rumgesagt.

00:35:53: Das war

00:35:55: keine Anweisung von ganz oben an ihnen dass er das irgendwie ändern musste.

00:35:58: Nee, das war wohl so eine Umfrage tatsächlich.

00:36:02: Was von oben bisschen schwierig war, war der Hut.

00:36:03: Da hatte er Angst gehabt mit dem Hut weil die Kapitalisten früher hatten ja Hüte auf höhere Hüter allerdings.

00:36:09: Das war es und zeig ich nicht mehr.

00:36:10: Ja, aber die

00:36:10: Tomolissen da hatten doch auch Hüten denke ich mir immer...

00:36:13: So flache dann?

00:36:14: Und das hat dann wo seine Frau auch gesagt, da haben sie mal aktuelle Kamera geguckt und da hatte Ulbricht und nach vorne gehörten so flache Hühte, kamen aus dem Flugzeug davon irgendwo her und hat sich guckt man hat hier einfach auch hüte und hat diesen Flachenhut gemacht, aber die Kapitalisten-Nüte waren ein bisschen höher.

00:36:31: Aber es war wohl damals schon noch sehr drin als Symbol für Unternehmer Kapitalistin und da hatte er wirklich Angst gehabt.

00:36:37: Da hat er gedacht oh das durchkriegt dann so.

00:36:39: und zum Glück hat das gemacht.

00:36:41: Welche ich weiß nicht kann zu sagen welche Ziele du noch fürs Unternehmen hast?

00:36:45: Also rein von der Marke her wollen wir den Ampelmenschen jetzt weiterentwickeln weil da steckt viel Geschichte drinnen eine richtig schöne Figur, beide.

00:36:59: Und wir wollen die Marken weiterentwickeln Richtung Verkehrssicherheit, Schulweg also sichere qualitativ hochwertige Produkte für den Schulweg, für Kinder, also die Reflektieren, die Fahrradhelme in diese Richtung auch aus Berlin raus?

00:37:16: Also nicht mit diesem nur berlinbezug sondern einfach der Ampelmann weil da ist noch viel mehr möglich mit der Marke bei auch mit der ganzen Geschichte, die er hat.

00:37:25: Ansonsten wäre natürlich auch schön, wenn man nochmal diese eigentliche Bedeutung der Wiedervereinigung des Zusammenwachsens noch mehr aufnehmen könnte.

00:37:35: Und zusammenwachsen brauchen wir heute in der ganzen Welt umso mehr überall nicht nur innerhalb von Deutschland und da ist Ampelmann auch ein gutes Symbol und wenn man das noch mal irgendwie verbinden könnte, wäre auch sehr schön.

00:37:50: Wir haben zum Beispiel auch einen Ampelmantag inzwischen.

00:37:53: Das ist der Geburtstag, der Ampelmenschen, der Dreizehnte Oktober und da hat man vor zwei Jahren das erste Mal entwickelt und da haben wir dann auch am Fußgänger überweg so Maskottchen-Ampelmenschen die dann helfen über den Ampel zu gehen und die zusammenführen, zusammenwachsen dass das fördern sollen.

00:38:16: Meine letzte Frage.

00:38:18: Inzwischen gibt es das Ampelmännchen sogar in Westdeutschland.

00:38:20: irgendwann die Welt?

00:38:23: Kann gut sein, sie sind sehr beliebt in der ganzen Welt.

00:38:26: Andererseits wäre es dann natürlich nicht mehr so was Spezielles wenn man hier die entdeckt in Deutschland aber so vereinzelt.

00:38:32: in London war tatsächlich schon mal eine Überlegung da kam noch so eine Geschichte und die Presse auf einmal ist aber nichts draus geworden

00:38:39: Aber in Lübeck habe ich die gesehen?

00:38:42: Achem glaube ich Es gibt

00:38:44: überall so vereinzelte Kreuzungen.

00:38:46: Und was auch durch die Ampelman Geschichte entstanden ist, die die Ampeln als symbolik für politische Aussagen zu nutzen und zwar gab es erst erstes die Ampe Frau dann das wurde auch immer wieder am Frauentag zum Beispiel wurde eine Ampelfrau in der Stadt präsentiert und dann gab's die schwulespischen Ampelmännchen in Wien beim Eurovision Song Contest ja und jetzt gab sie bei der Frauenfußball-WM in der Schweiz gab's zum Beispiel, eine Fußballerin mit Ball in der Ampel und so weiter.

00:39:19: Und dann gibt es auch welche die einfach so Prämostadtmusikanten, die dann einfach für touristische Zwecke genutzt werden.

00:39:25: Es ist aber auch ne lustige Sache finde ich.

00:39:27: also dass die Ampeln so andere Funktionen erfüllen bringt ein bisschen Spaß im eher grauen Verkehr.

00:39:33: Das hättest

00:39:34: du dir damals wahrscheinlich nicht gedacht das mir so wie ein Produkt irgendwann soweit geht?

00:39:39: In diesem Ausmaßen niemals.

00:39:41: Aber ich bin total dankbar, in diese Geschichte reingewachsen zu sein oder mit dieser Mitgestaltung zu haben und hat sehr viel Spaß gemacht.

00:39:52: So wie dieses Gespräch!

00:39:53: Dankeschön!

00:39:55: Übrigens haben die beiden Ampelmännchen sogar ganz offizielle Namen.

00:39:59: Sie heißen Stoppy und Galoppo.

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00:40:04: Was für ein Leben lasst eine Bewertung da und teilt die Folge gern weiter.

00:40:09: Und ein kleiner Ausblick noch, in der nächsten Folge geht's wieder um Berlin!

00:40:13: Es wird sehr popkulturell und ziemlich überraschend.

00:40:16: Da geht es nämlich unter anderem um die Sesamstraße, um die Comedienne Harmonysts und eine Frau, die viele vielleicht als Else kennen, die aber weit mehr ist als das – Else Biberty Schauspielerin, Regisseurin, Autorin und eine Frauen, die man nicht in eine Schublade stecken kann.

00:40:33: Wir hören uns dann beim nächsten Mal.

00:40:35: Bis dann

00:40:37: FluxFM, was für ein Leben.

00:40:40: Weitere außergewöhnliche Biografien auf fluxfmde.

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