Zwischen Aids-Station, Pflegealltag und neuer Berufung: Antje Hartmann | Was für ein Leben - Folge 16
Shownotes
Eine Biografie zwischen Fürsorge, Grenzerfahrungen und kreativer Selbstverwirklichung Manche Lebenswege verlaufen nicht geradlinig – sondern zwischen Berufung und Neuanfang. Der von Antje Hartmann ist ein solcher. In Ost-Berlin geboren und in einer medizinisch geprägten Familie aufgewachsen, entwickelt sie früh ein Gespür für Menschen – und für Geschichten. Mit 18 beginnt sie ihre Ausbildung zur Krankenschwester und taucht in den intensiven Krankenhausalltag der 1990er-Jahre ein. Sie arbeitet auf Aids-Stationen, erlebt Nachtschichten, Ausnahmesituationen und begegnet Menschen aus unterschiedlichsten Lebenswelten. Später ist sie in der ambulanten Pflege in Kreuzberg tätig, wo sie Armut, Einsamkeit und oft übersehene Realitäten hautnah erlebt. Mit der Zeit übernimmt sie Verantwortung in der Einsatzleitung – bleibt dabei aber immer nah an den Menschen, die sie begleitet. Doch parallel wächst eine andere Leidenschaft: die für Sprache, Ausdruck und Bühne. Antje arbeitet in Redaktionen, absolviert eine Sprecher- und Schauspielausbildung und beginnt, ihrer kreativen Seite Raum zu geben. Heute verbindet sie beide Welten. Als schulische Inklusionsassistentin unterstützt sie Kinder medizinisch und psychosozial im Alltag. Gleichzeitig ist sie als Sprecherin und Schauspielerin tätig. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Antje Hartmann über ein Leben zwischen Pflege und Kunst – und über die Geschichten, die hinter den Menschen stehen.
Habt ihr eine Geschichte für uns? Kennt ihr jemanden, der oder die ein außergewöhnliches Leben geführt hat?
Eine Geschichte, die man einfach hören muss? Dann schreibt uns an matti.geyer@fluxfm.de
– vielleicht wird genau daraus eine der nächsten Folgen von "Was für ein Leben".
Zum Host des Podcasts: Matti Geyer arbeitet als Redakteur beim Berliner Radiosender FluxFM. Speziell durch seine Arbeit als Stadtführer von toursofberlin bringt er Expertise in Sachen Historie ins Programm ein.
Transkript anzeigen
00:00:02: Flux-FM, was für ein Leben.
00:00:05: Außergewöhnliche Biografien auf Flux Fm!
00:00:08: Ihr hört den Podcast für außergewöhnliches Lebensgeschichten diesmal mit Antje Hartmann einer Frau deren Leben sich irgendwo zwischen Krankenhausflur Kreuzberger Pflegealltag und Bühne bewegt.
00:00:19: obendrauf ist sie ein Riesenfan dieses Podcasts und von Flux FM hat mir ihre Geschichte geschildert und so sind wir zueinander gekommen.
00:00:26: Denn ich finde es wirklich wichtig, auch mal jemanden aus der Pflege- und dem Gesundheitssektor zu Wort kommen zu lassen.
00:00:32: Wer diesen Podcast noch nicht gehört hat, mein Name ist Mati Geier und ich habe mit Antje über ihr ganzes bisheriges Leben
00:00:39: gesprochen.".
00:00:42: Und das isst meine Geschichte!
00:00:44: Außergewöhnliche Lebensgeschichten auf FluxFM.
00:00:48: Du bist in Ost-Berlin und deine Familie war medizinisch geprägt.
00:00:52: Wo bist du genau groß geworden?
00:00:54: Genau, also ich bin in Pankow geboren.
00:00:57: Also eigentlich Berlin-Buch aber das gehört ja zu Panko und bin aufgewachsen in PANKO Niederschönhausen.
00:01:03: Ach
00:01:03: so!
00:01:03: Und dein Onkel habe ich gelernt war Regisseur in der DDR hat ganz viele DEFA Märchenfilme gemacht unter anderem am kleinen Muck mitgewirkt oder?
00:01:10: Wie cool!
00:01:11: Ja genau, er war Drehbuchautor und auch Regisseure vorwiegend für Märchenfilm Also in den Fünfzigern letztendlich, dass sich da so positioniert und hat Sachen wirklich ziemlich erfolgreich.
00:01:23: Das Feuerzeug hat er auch gemacht.
00:01:25: Ne weiße Nothrosenrot die goldene ganz einige Kracher so, die auch jedes Jahr Weihnachten laufen.
00:01:32: also ein sehr interessantes Leben muss ich sagen.
00:01:34: ja und da hatte natürlich schon einiges erzählt und uns Kinder lustig bespielt sag' ich mal ne?
00:01:41: So kreativ waren schon lustige Spiele
00:01:43: Und du wolltest eigentlich auch sowas Kreatives machen aber deine Eltern Wollten, dass du was Vernünftiges oder ein Anführungszeichen machst?
00:01:50: Ja also wir sind schon medizinisch geprägt.
00:01:52: Also mein Vater war Zahnarzt und meine Mutter hat im Krankenhaus gearbeitet und kurz nach der Wende gefühlt waren da alle Wege halt offen.
00:02:00: aber man war auch komplett überfordert das gab es ja vorher nicht, dass man so wählen konnte.
00:02:05: Wir sind dann letztendlich doch zu dem eher mal geregelten Weg haben wir uns entschieden gleich, ich dann natürlich dachte ob da nicht wirklich möglich meine kreative Art flöten geht.
00:02:14: Aber ja um deine Frage zu beantworten erst mal habe ich dann den sauren Apfel gebissen und bin auch in eine medizinische Richtung gegangen.
00:02:21: Krankenschwester geworden?
00:02:22: Genau!
00:02:22: Ich hab in den neunzigern jüdischen Krankenhaus Krankenschwesser gelernt und...
00:02:26: Das ist in Moabit?
00:02:27: Nee das ist im Wedding und das war halt eine skurrile Zeit weil das war wie gesagt fünfundneunzig bis achtundneinzig habe ich da gelernt.
00:02:37: Ja, klingt jetzt vielleicht auch komisch.
00:02:38: Aber in der DDR hatte man nicht so Berührungspunkte mit verschiedenen Nationalitäten und als ich dann da halt an das Krankenhaus kam, speziell am jüdischen war gefühlt auf jeder Station waren tausende Nationalitäten.
00:02:49: Und im Wedding ja auch?
00:02:50: Genau!
00:02:51: Ich war irgendwie maximal überfordert weil mich das jetzt nicht interessiert hätte sondern alleine der Tatbestand dass man in einem Krankenhaus unterwegs ist schon mal verrückt plötzlich anfassen und dann noch so viele unterschiedliche Lebensläufe.
00:03:08: Das war schon besonders, sagen wir es mal
00:03:10: so.
00:03:11: Welcher Station warst du?
00:03:13: Du machst ja mehrere.
00:03:14: Also das Haus selber hat nicht so viele Stationen.
00:03:17: also hatte eine Chirurgie.
00:03:19: So eine internistische.
00:03:21: Wir waren bekannt für eine PSA Psychosoziale.
00:03:24: Das waren die Alkoholiker da war sie sehr bekannt dafür.
00:03:27: die Klinik zum Entzug Und wofür sie noch ganz bekannt war für die Neurologie nämlich MS also Multiplisklerose Abteilung.
00:03:35: Und die sind wir schon so durchlaufen, aber alle Fachabteilungen haben wir dann natürlich über Berlin verteilt gehabt ne?
00:03:40: Also im Friedrichshain war ich ... also Krankenhaus-Abfriedrichshhein, dann war ich am Lindenhof Kinderabteilung.
00:03:48: und wowohlst du denn später eingesetzt?
00:03:50: oder was war so dein Schwerpunkt?
00:03:52: Meinst du jetzt nach der Ausbildung?
00:03:53: Nach der Ausbildung!
00:03:54: Na ja mir war schon in der... also ich habe die Ausbildung angefangen und ich konnte natürlich auch Blut sehen und das alles ums mal vorweg zu nehmen.
00:04:00: Aber Es ist schon sehr speziell, du wirst ja sofort auf die Leute losgelassen.
00:04:05: Also da gibt's ja nicht irgendeine Vorbereitung.
00:04:07: Du machst ja keinen Kurs.
00:04:09: so wie trete ich an Menschen an oder wie fasse ich einen Menschen an?
00:04:12: Ich meine, da liegt dann halt jemand vor dir und dann heißt es müssen wir Blutdruck oder so.
00:04:16: Ich hab in den drei Jahren schon gemerkt dass das nicht unbedingt meins ist.
00:04:20: Der Witz war dann oft der Examsparty kam der OP also nicht der OP sondern die OP Schwestern zu mir und meinten ob ich Lust hätte dazu arbeiten.
00:04:29: Ich dachte so, OP.
00:04:30: Jetzt hab ich gar nicht gemerkt, dass ich mich offensichtlich ganz gut geschlagen habe.
00:04:33: Das ist ja auch anstrengend da so und hab gesagt, das ist total nett!
00:04:37: Ich fühl mich auch geehrt.
00:04:38: Aber nee also mein Weg gehört jetzt hier gerade auf mit dem Krankenhaus und Gedöns und so.
00:04:45: Ich würde jetzt gerne erst mal andere Wege einschlagen.
00:04:49: Wenn man über Pflege in Berlin spricht, spricht man über ein System, das riesig ist trotzdem unsichtbar bleibt.
00:04:56: In der Hauptstadt gibt es laut aktuellen Zahlen der Berliner Krankenhausgesellschaft über sechzig Krankenhäuser und Kliniken mit zehntausenden Beschäftigten im Schichtdienst, Pflegekräfte, Ärzte, Therapeuten, Verwaltung ein System das twenty-four seven läuft – und zwar oft am Limit!
00:05:11: Der Druck auf die Pflege wächst Fachkräftemangel, hoher Arbeitsbelastung komplexere Patientensituationen und immer weniger Zeit pro Mensch.
00:05:20: Und genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich die Geschichte von Antje Hardmann Und trotzdem erzählt sie nicht nur von Belastung, sondern eben auch von Nähe.
00:05:28: Von Begegnungen und Momenten die bleiben.
00:05:30: Krankenschwestern haben wir unglaublich viel zu tun.
00:05:32: also das hast du ja auch in der Ausbildung gemerkt weil Krankenhäuser immer permanent unterbesetzt sind bist du auch schon in der ausbildung oft an deine Grenzen gestoßen?
00:05:39: Klar war man schon es ist halt auch schon damals wie gesagt in den neunzigern wo es ja noch nicht so einen krassen Pflegenotstand gab.
00:05:47: bis jetzt gibt war's schon fand ich viel.
00:05:49: Also Du musst einfach ein Typ dafür sein.
00:05:52: Also du musst so Basics mitbringen, also Empathie und natürlich auch Teamfähigkeit.
00:05:58: Ja da gab es schon Momente wo ich dachte, finde ich das jetzt in Ordnung oder nicht?
00:06:02: irgendwie?
00:06:02: Das ist jetzt gerade alles ganz schön anstrengend und ihr kann wirklich arbeiten.
00:06:06: So ist es nicht... Also wenn man dann Jahrtyp ist, ist Pflege schwierig sich da abzugrenzen.
00:06:14: Aber ich kenne das was du alle sagst.
00:06:15: Ich habe eben in der ersten Hilfe Zivildienst geleistet.
00:06:19: Dafür dass man nur ein Zivil ist hier wie länger man dann war ... dass du mehr Aufgaben kamen irgendwie dazu.
00:06:24: Hast du auch Nachtschichten gemacht?
00:06:25: Na, musste ich ja leider!
00:06:26: Weil da trifft man ja die besten Persönlichkeiten.
00:06:30: Ich habe meine Nachtdienste warum immer in der Psychiatrie gemacht.
00:06:34: Oh okay...
00:06:35: Das ist ein Kapitel, ich hab sechs Wochen da gehabt ne Einsatz und diese Einsatz holt mich heute noch manchmal ein weil ich weiß gar nicht gibt es dir eigentlich noch die Karbonnen, Karl-Bonn Höfer Nervenklinik.
00:06:47: Die ist oben in Reinigendorf Und oh Gott ey.
00:06:50: also Das ist eine geschlossene Abteilung gewesen.
00:06:53: Und da hab ich ein paar Tage im Frühdienst gemacht und auch Nachtdienste, der meinten die Typen, die da nachtdienstgemacht haben so... Wie man sich das halt zuvor stellt aus so Rockertyp irgendwie, wo ich erst dachte ach du Scheiß!
00:07:05: Ist das jetzt gruselig hier oder was?
00:07:07: Die waren aber ganz cool, die haben dann gesagt naja du kannst da auch zur Not da irgendwie dich ein bisschen ausruhen, habe ich doch noch gemacht.
00:07:13: Ansonsten ist es da schon sehr tricky auf so einer Psychiatrie also da ist schon Da geht es schon heiß her, gerade erst recht auf der Geschlossene.
00:07:22: Und wie auch das bringt mich heute manchmal so was ich da gesehen habe und da gelernt hab hat mir fürs Leben auch wieder einiges gebracht dass sich Leute ganz gut lesen kann denn man muss ja wissen die da auf der geschlossenen sind Das siehst du den ja nicht an ne?
00:07:37: Die rennen ja nicht irgendwie komplett wie soll ich sagen Gesichtsverzehr drum.
00:07:41: Die reden ja auch relativ normal.
00:07:44: Und das einzige Ziel was Sie haben ist an deinen Schlüssel ran zu kommen damit sie halt rauskommen.
00:07:48: Da denken sie sich halt die schärfsten Geschichten aus.
00:07:50: Und ja, gut und in der Zeit sind eben auch ein paar Sachen gewesen wo ich mir für mich gesagt habe also Psychiatrie würde auch gar nicht gehen dazu arbeiten.
00:07:58: Ja, das ist mein Patientengeheimnis aber kannst du eine Geschichte erzählen?
00:08:03: Das war alles andere als witzig sag' ich mal so.
00:08:08: Ich bin ja auch nicht sonderlich groß, also die war so knapp ein sechzig ne junge Frau ganz schmal mit einer halben Mannschaft von Polizei Die hat die da schon fast halb vermöbelt, sag ich mal.
00:08:18: Auf dem Weg zur Psychiatrie eingeliefert worden.
00:08:21: Wir saßen hier im Schwesternzimmer und wir haben sie gesehen also wie in so einem Film... Und warum auch immer?
00:08:27: Ich spürst dir, hat die irgendwie ein Hiper auf mich gehabt ne?
00:08:30: Und dann ist die immer an diese Scheibe ran gesprungen mit ihrem Psycho geblickt.
00:08:33: Und ich hab dann immer schon gedacht Gott was machst du hier!
00:08:35: So aber warte noch weiter Wollte die oder da kam jemand wollte ihr Essen bringen und hast immer nur einen Schlitz gemacht zum Reinschieben.
00:08:43: Und das war eine Schwester Und dann kam sie so ran geschlichen, ist schon so komisch.
00:08:46: Aber du hast erst mal... und ich war hinter der Schwester!
00:08:49: Dann hat sie das Essen genommen und da hat sie irgendwas erzählt.
00:08:52: Sie würde gerne in den Klamotten... also da konntest du dir Sachen aussuchen.
00:08:55: Irgendwas jedenfalls war sie extrem schnell, hatte den Fuß in der Tür und war raus.
00:08:59: Und war noch ruhig.
00:09:01: jedenfalls das Ding so dass diese Schwester sozusagen Millimeter vor ihr lief.
00:09:05: wie auch immer.
00:09:06: Da ist die der von hinten rangeprungen und hat die hier an den Haaren gepackt angerissen, dass ihr also wirklich mehrere Fellbüschel, also Haarbüchel daraus gezahlt hat.
00:09:19: Die ist nach vorne gefallen ne?
00:09:21: Dann habe ich dann nach Hilfe gerufen oder geschrien was weiß ich weil das ja eine irre Situation.
00:09:26: und dann haben die die halt weggenommen.
00:09:27: und naja lange Rede.
00:09:28: kurzer Sinn der die Schwester ist dann ins Schwesternzimmer gegangen stand vom Spiegel völlig paralysiert und hat sich dann so die Haare gekämmt.
00:09:36: und dann fiel natürlich eine Tonne nach dem anderen Haare in den Waschbecken.
00:09:40: Und irgendwann, weil durch den Schock hast du erst mal so eine Adrenalinschub und dann kam nicht sozusagen das Blutplatz der Asthan aus der Lippe.
00:09:46: Dann blutet die an der Lipe Haare raus... ...und ich stand da und hab gedacht, das ist ja furchtbar!
00:09:52: Was läuft denn hier gerade?
00:09:54: Also die ist zu meiner Zeit dann nicht mehr arbeitsfähig gewesen.
00:09:58: Für mich war dann klar irgendwie, nee muss nicht unbedingt sein.
00:10:01: Ja.
00:10:02: Und dann bist du in die ambulante Pflege nach Kreuzberg wo man aber auch sehr viel Leid- und Armut sieht.
00:10:10: Naja, das ist auch aus der Tatsache entstanden.
00:10:13: Dass ich nach der Ausbildung eben wie er gesagt dann erstmal dachte okay ich gucke jetzt doch mal in meinem anderen Herzt rum und bin ein bisschen was Kulturelles und künstlerisches machen und habe dann am Theater einen Praktikum gemacht und Wollongtayat und war für den Tipp geschrieben und bin aber immer Quereinsteigerin gewesen ... und hab's aber trotzdem immer irgendwie geschafft.
00:10:35: Also hat mich gegen alle so, ja... Und das habe ich dann gemacht zwei Jahre,... ...und das hätte ich vielleicht auch weitermachen können,... ...aber wie du ja wahrscheinlich selber weißt, wenn man als Freier arbeitet,... ...muss man eben immer gucken, dass was reinkommt und das... ...und ich bin vom Typ so nicht!
00:10:49: Ich muss wissen, daß ich mein Geld fix auf den Konto habe.
00:10:53: Und es war schon damals so.
00:10:54: Und da habe ich gedacht, oh
00:10:55: Scheiße!...
00:10:57: Jetzt stimmt doch der Spruch irgendwie, greifst du nochmal auf dein Job zurück?
00:11:01: So, und da mein damaliger Freund hier in Kreuzberg bei der AWU Zivi war.
00:11:07: Hat er gesagt ja dann musst du ja nicht lange sonst die sind voll nett und stell dich doch einfach mal vor.
00:11:12: Ich dachte oh Mann nee eigentlich so pflege wollte ich... Naja lange Redewürze denn genau bin ich dann dahin?
00:11:18: Du.
00:11:18: und dann waren die total nett!
00:11:20: Und dann habe ich gedacht naja so ein paar Stunden.
00:11:23: Naja da sind dann siebzehn Jahre draus geworden.
00:11:26: Aber ich habe nicht siebzehn Jahre in der Pflege.
00:11:28: Ich hab sechs Jahre Dauerspätdienst gemacht und da kann ich dir sagen, also im tiefsten Kreuzberg Anfang der zweitausend Namen ist nicht wie jetzt.
00:11:36: ... ist was anderes.
00:11:38: Also ich meine, jetzt hörste ich, jetzt kommst du gleich wieder raus und ich davon erzähle eigentlich bin ich ja Berliner haben wir ja gesagt... Und da habe ich mir so richtig mit Berlinern angewöhnt weil da war das ja noch nicht so mit dieser Gentrifizierung oder Eintrümmern dran.
00:11:47: Engelisch
00:11:48: und spanisch!
00:11:49: Ach, da waren halt muss ich ja auch ehrlicherweise sagen auch richtig.
00:11:52: noch zur Ur-Berlinen und da gewöhnst du dir ganz schnell also wenn der damit zum Hochdeutsch aufkreuzt.
00:11:58: also so von wegen Hallo und ich würde jetzt... Ich bin jetzt gekommen in den Augentroffen zu geben so, das hab' ich ja oft versucht.
00:12:04: dann sitzt er in einer Lümmelt im Sessel und sagt Herr Kommarin Das habe ich dann lange gemacht und da waren viele Sachen dabei.
00:12:13: Was sind so Geschichten, die hängen geblieben sind?
00:12:16: Die du erzählen kannst und darfst?
00:12:18: Es war leider ein Erblindeter letztendlich also er kann dafür nix.
00:12:22: Also das war ein ganz schlimmes Haus.
00:12:24: Verwarlos!
00:12:24: Das war so schlimm da.
00:12:25: Also es war eines der Häuser neben dem hier am Kotty... Ich zeig dir hin keiner sieht's egal.
00:12:30: Da ging's ab von irgendwelchen Mann, ich bin Hundetrin.
00:12:34: Ich hab eigentlich keine Angst vor Hunden aber von krassen Hunden ... Drogen und Leuten wo du im Fahrstuhl stehst und echt denkst irgendwie, keine Ahnung.
00:12:42: Also das fand ich ganz schlimm.
00:12:43: Und den hatte es auch leider ganz schlimm erwischt weil die lebte Wortwörtlich die Wohnung also da war ... Also ich wusste gar nicht wie meine Tasche entstehen soll.
00:12:51: auf Toilette ist man ja sowieso nur bei aus erwählten Menschen gegangen Aber dann hattest du wieder gehabt haben dass du plötzlich in der Nähe vom Potsdamer Platz kommst.
00:13:00: oder Paulinke Ufer?
00:13:02: Da bist du plötzlich in halbem Sälen, ja?
00:13:05: In tollen Wohnungen.
00:13:07: Also zwar ein extremer Kontrast auch in diesen Touren.
00:13:12: Ja man sieht ja irgendwie viel Leid kann ich mir vorstellen.
00:13:15: Ja, und es ist halt... weiß ich will dir mal so sagen.
00:13:18: Ich mach das zwar nicht mehr aber das hat eben auch einen einfachen Grund.
00:13:22: Der ist natürlich auch in der Sache was sich dann in den Jahren ergeben hat als man nennt es DIGs.
00:13:27: Als die DIGs eingeführt wurden im Krankenhaus, das sind diese Abrechnungskots, die jetzt noch auf Krankenschein usw.
00:13:33: steht.
00:13:34: hinter diesem Schlüssel verbirgt sich ja wie lange ist jemand im Krankenhaus Liegedauer usw.
00:13:41: Das passiert da auch in einer häuslichen Pflege.
00:13:43: Als ich angefangen habe Da hatte man noch, sag ich mal angemessen Zeit.
00:13:47: Weißt du da konste dich mit den Leuten auch noch unterhalten?
00:13:50: Da konzte vielleicht auch mal drei Wörter mal fragen und vielleicht auch ein Schluckel mit denen zusammen trinken also einen Kaffee.
00:13:59: Und kannst immer nach dem befinden Fragen.
00:14:01: Und das nahm dann so an Fahrt an, dass du dann so Tourenpläne bekommen hast wo du ... wo Zeiten hinterlegt waren.
00:14:09: Also eine Metgabe fünf Minuten.
00:14:11: Dann erlaubte es sowas was du grade fragst eben leider nicht mehr.
00:14:14: Ja da findste halt Traurigkeiten, dass die Kinder nicht kommen oder dass die Enkel nur kommen weil sie ... naja sich halt irgendwie... Kleines Zusteckgeld abholen oder so.
00:14:28: Das muss ich ganz ehrlich sagen, das hat mich auf Dauer echt so ... Neben dem dass natürlich auch wenn es jetzt Krebserkrankungen sind oder sowas Ich hab nicht reine Krebspatienten versorgt weil die sind palliativ?
00:14:38: Ich bin keine Palliativschwester, das sind also sozusagen palliatifne Weiten.
00:14:42: Genau, das habe ich nicht gemacht Aber natürlich welche die noch nicht palliative sind oder auch in türkischen Familien.
00:14:50: Klar ist, wer da dominanter ist und hatte ich auch eine ganz liebe Frau.
00:14:54: Die war fast schon sag' ich mal ... wie sagen's?
00:14:57: Suizidal aber so in der Art steht am Fenster und denkt sich was soll das hier?
00:15:02: Weil ich dann halt rausfinden wollte warum darf sie eigentlich?
00:15:05: oder warum spricht sie kein Deutsch?
00:15:06: ne weil ich mir das dann immer übersetzen lassen musste oder... Ich hab dann aber alle raus geschickt habe gesagt nein!
00:15:11: Ich möchte hier alleine mit der Patientin, weil es müssen nicht zehn rumstehen.
00:15:15: Aber ich bin dann die krank.. ich hab dann hier das sagen weißt du mich meine?
00:15:18: Da musst nicht.
00:15:20: Und dann habe ich mal so durch die Blume gefragt und dann kam eben einfach raus, dass das auch gar nicht erwünscht war.
00:15:25: Weil Sprache bedeutet ja auch eigenständiges Denken... ...und sich verständigen können.
00:15:30: und die Tat noch total leid!
00:15:35: Wenn man so nicht groß wird ist es schon schwer zu ertragen, sagen wir's mal so.
00:15:40: Das war aber in der Ausbildung?
00:15:42: Da gab's hinten am Südstern-Hilfevronan, die sich.
00:15:46: Also wir reden jetzt wieder von Anfang der Neunziger also mit ja, und da war EZ ja noch ein Thema.
00:15:52: Da wollte ich meinen...also man musste in der Ausbildung auch so einen Einsatz eben häusliche Krankenpflege machen?
00:15:57: Da hab' ich mich bei Hilfe vorbeworben!
00:16:00: Weil es damals noch so war, das ist verrückt wenn er sich das heute vorstellt, dass dadurch, dass ich ja dann eine Frau bin und es damals tatsächlich noch mehr homosexuelle Patienten gab ... wollten die sicher gehen, ob ich da halt so ins Team passe.
00:16:14: Und dann habe ich mich davor gestellt, hab gesagt ja also irgendwie hallo Anche und ich bin irgendwie auch locker, so dachte ich mir sowas muss mal... Also ich habe ja mit das mir doch völlig egal und so.
00:16:22: Ja.
00:16:23: Und da bin ich auch sonst erst einmal so mit so coolen Typen in Kontakt gekommen, auch so ein bisschen wie man heute halt, also transgendermäßig oder so.
00:16:29: Überleg mal!
00:16:30: Das war also wie gesagt... relativ Mitte der Neunziger.
00:16:34: Und dann haben die mich genommen und dann habe ich meinen Wahleinsatz auch noch mal bei denen gemacht, da bin ich schon mit.
00:16:40: Also das hat mich richtig runtergezogen.
00:16:43: Warum?
00:16:44: Es war eine ganz junge Frau, die ist glaube sogar kirchlich geprägt gewesen aus Frankreich oder so, es wollte dann raus aus diesem ganzen Klaren da
00:16:54: usw.,
00:16:55: und ist eben nach Berlin und blöderweise zu ausgestiegen.
00:16:58: und so war ja damals noch so richtig räudig.
00:17:01: Also hat die falschen Leute getroffen.
00:17:03: Und ist sofort mit dem ganzen Mist in Kontakt gekommen, hat sich relativ schnell infiziert und die habe ich gesehen, die lag im Bett also von AIDS gezeichnet und die hat mich richtig runtergezogen weil ich dachte oh wie furchtbar bitte, die kommt hier nach Berlin, ist extrem ambitioniert und trifft auf die falsche Leute.
00:17:22: und die hatte ein Katheter und ich glaube eine Pneum-, also Lungenzündung.
00:17:27: Die hat dann da völlig fertig in diesem Bett gelegen und ich dachte, was war ich?
00:17:32: Keine Ahnung.
00:17:32: Achzehn.
00:17:33: Dachte man, was man hier schon so sieht ist nicht ohne.
00:17:39: Aber dafür dass du von Anfang an das nicht richtig machen wolltest, eher kreative Schiene ... Dann hast du das jahrelang gemacht und immer so etwas miterlebt und trotzdem aber weitergemacht.
00:17:47: Wie gesagt als es noch nicht so kam, dass man eine Zeitvorschrift hatte, war das für mich auch total fein!
00:17:51: Und ich hab nebenbei immer diesen ganzen Kreativkram gemacht.
00:17:54: Also die ganze Zeit durch.
00:17:57: dann später mein Sprecher und Synchronsprecher Ausbildung gemacht.
00:18:00: Ich hab Theater gemacht, ich habe Schauspielunterricht noch so genommen... Ich bin halt nicht den klassischen Weg.
00:18:04: Immer
00:18:04: so nebenbei?
00:18:05: Genau!
00:18:06: Ja ja also ich bin nicht den klassischen Weg.
00:18:07: Ich bin bei allem außer in meinem Erlernenberuf.
00:18:10: aber es hat immer funktioniert
00:18:12: Und du warst auch mal Einsatzleitung, müssen wir jetzt doch das Letzte aus dieser Schiene ne?
00:18:17: Das ist auch aus der Sache entstanden dass ich dachte so wie sollen das jetzt hier weitergehen?
00:18:22: irgendwie so mit Mit diesen stressigen Touren.
00:18:26: Ich hatte teilweise dreißig Leute im Späten.
00:18:28: Jetzt überlegte das mal in sechs Stunden, mach mal dreizig Patienten.
00:18:31: Das ist ja absurd!
00:18:33: Da musste manchmal zurück weil der Zucker irgendwie gesponnen hat.
00:18:36: da musste ich wieder gucken.
00:18:37: Manchmal Polizei sei schon Feuerwehr rufen und dann habe ich gedacht naja gut okay dann machst du nochmal so eine Art Pflegemanagement.
00:18:44: Und da habe ich das an der Wannsee Schule.
00:18:47: Übrigens möchte ich mal nebenbei erwähnen, selbst finanziert die Zeiten rausgearbeitet und auch selber mir alles finanzierte.
00:18:54: was hatte ich mir eigentlich erhofft?
00:18:55: also ich hab total für mein Leben mitgenommen kann ich übrigens nur jedem raten es ist nichts umsonst man nimmt immer irgendwas mit.
00:19:03: Da habe ich irgendwie gesagt das Management und auch so Führung Mitarbeiterführungen und man lernt übrigens auch ich hatte zwei Jahre Psychologie Man lernt viel über sich.
00:19:11: man muss natürlich bereit sein auch an sich zu arbeiten Und du musst eben auch da empathisch sein, so bist du im bestimmten Punkt.
00:19:17: Ist dann die Geschäftsführung meint man ist zu empathisch?
00:19:19: Na ja wie auch immer auf jeden Fall genau habe ich das dann auch gemacht.
00:19:23: Sollte ich mit Blaulicht Einsatzzeltungen?
00:19:25: Nein
00:19:26: in Büro!
00:19:26: Was wünschst Du dir für die Pflege fürs Gesundheitssystem jetzt wo du es einmal so alles durchgemacht hast?
00:19:31: also Ich hab natürlich auch noch Freunde die das machen und meine eine meiner längsten Freundin aus der Ausbildung macht sie ja auch noch und wenn ich da immer höre was da so los ist.
00:19:39: Also für mich ist eigentlich die Frage warum wird Gerade in dieser Berufsgruppe, ob es jetzt in der Altenpflege ist oder eben auch im Krankenhaus.
00:19:46: Warum ist die Mobbingrate so hoch?
00:19:48: Das ist eigentlich für mich eine Frage.
00:19:50: Die
00:19:50: Mobbing Rate?
00:19:51: Ja!
00:19:51: Es klingt absurd.
00:19:52: Es ist jeder am Stress.
00:19:53: Du hast total viel zu tun.
00:19:54: Du arbeitest den ganzen Tag mit Menschen sowohl im Team als auch an Patienten und ich habe mir immer gesagt wenn ich merke dass ich an einer Klinke stehe und einen Anschluss auf dem Flur kriege sage ich mal Und ich drücke die Klinke runter und gehe zu demjenigen ins Zimmer, dann werde ich das nie an dem auslassen.
00:20:12: Weil der kann ja nichts dafür!
00:20:13: Der liegt ja nicht freiwillig da im Bett.
00:20:15: Wenn ich aber merke, dass es mich mehr beherrscht, dass sich sage, ich passe da nicht mehr rein, da muss ich aufhören... Die Verständigung wird immer schwieriger.
00:20:23: Aufgrund der Sprachbarriere.
00:20:25: Und wenn du dich nicht brachlich verständigen kannst sowohl mit den Patienten als auch mit dem Pflegepersonal oder auch mit deren Angehörigen ist es schwierig Und ich weiß auch nicht, wie man das den jungen Leuten schmackhaft machen kann.
00:20:37: Weil er ist extrem hart und ich frage mich immer, wäre jetzt Bezahlung wirklich die reine Motivation?
00:20:43: Ja, es wär schon schön ... Ich, von mir aus können die kriegen wirklich extrem viel.
00:20:49: Guck mal selbst meiner Tochter redest du ja aus!
00:20:51: Ich meine sie hat jetzt gar keine Ambitionen also jetzt im Krankenhaus zu arbeiten.
00:20:55: aber...ja Du siehst ja, ich sag MMM, M sagt man wenn man irgendwie überlegt.
00:21:00: Aber große Frage großer Antwort.
00:21:03: Und dann hat sich jetzt kommen wir zur anderen Schiene weggezogen Richtung Film, Fernsehen, Print, Theater sprechen.
00:21:09: Weil du einfach gemerkt hast das macht mir Spaß oder andere geht nicht mehr so richtig?
00:21:14: Also ich nenne das ja ein bisschen zwei Herzen.
00:21:17: in meiner Brust ist diese kitschige Variante.
00:21:19: aber es stimmt und das andere ist Es schließt sich der Kreis.
00:21:24: also Ich bin dass was wir gerade besprochen haben bin ich auch.
00:21:26: Ich bin aber auch das andere.
00:21:28: Wenn ich jetzt nur künstlerische wäre, würde mir was fehlen.
00:21:33: Und der Witz ist ja, warum schließt sich der Kreis?
00:21:35: Weil das eine kann gut mit dem anderen verknüpft werden.
00:21:39: und dann merke ich immer wieder wenn ich so rede... ...und ich bin ja auch extrem ehrlich, dann seh ich an den Punkt bei denen Schauspielkram und oft mal so... Achso!
00:21:48: Und dann macht sie da noch etwas anderes.
00:21:49: Das ist ja toll!
00:21:50: Und das musste nach dem Motto.
00:21:51: Da kam ja früher immer so.
00:21:53: ach das muss es ja auch gehen.
00:21:54: wo ich mir denke So läuft eine Gesellschaft, muss es auch geben.
00:21:58: Aber euch muss das auch geben!
00:22:00: Kultur muss es ja auch geben und das macht mir auch total Spaß weißt du?
00:22:05: aber ich will jetzt nicht immer nur so geschwollen daherkommen.
00:22:08: Aber wo kann man dich zum Beispiel hören?
00:22:10: Warum?
00:22:10: Ich wäre sehr gerne als Lehrerinnen besetzt.
00:22:13: also ich spreche auch in einem Hörspiel Juli und Kara.
00:22:16: heißt das, dass von zwei netten Mädels da ins Leben gerufen wurden.
00:22:19: Da bin ich die Frau Kausch, eine Lehrerin.
00:22:22: Dann habe ich noch andere Hörspiele ... Und kriege immer so die dominanteren Stimmen?
00:22:27: Jetzt will ich anmerken, ich bin ein bisschen kratzig, weil meine Stimme ein bisschen angelangt ist.
00:22:30: Synchron ist so ne Sache, da ist extrem schwierig reinzukommen.
00:22:35: Da hab' ich mal so Kleinigkeiten gemacht.
00:22:38: Ich mach auch viel live für die Kinder so.
00:22:40: So interaktive Lesungen, wo ich die mit zu uns boothole Und ... und so
00:22:45: kleine Schauspielrollen auch.
00:22:47: Genau, ja also da... Ey genau!
00:22:50: Da ist es immer witzig, da mach ich immer Castings ohne Ende wenn sie irgendwelche Mütter suchen und dann meinen sie aber irgendwie sich dann doch immer für den Prototube der Mutter zu entscheiden keine Ahnung ich bin nicht so unkonventionell mit meinen roten Haaren egal.
00:23:00: ebenfalls finde ich's witzlig weil eigentlich die Basis.
00:23:04: Ich bin selber ja mein Tochter das neunzehn Aber ich kann ganz gut mit Kindern so Ja und ja da spiele ich so ein bisschen und das kann ich ja ganz gut Mit meinem jetzigen Job verbinden
00:23:13: Denn du bist, das hat man noch nicht erwähnt, Inklusionsassistenten einer Inklusion Grundschule jetzt auch.
00:23:18: Bitte
00:23:19: der Herr Wunderbar!
00:23:20: Schule-Inklusions-Assistentin zuvor hieß da Schulhelferin.
00:23:24: Wir durften aber sozusagen eine sehr interessante Weiterbildung machen.
00:23:29: Die beinhaltete Tatsache, um jetzt auch wieder den Kreis zu schließen.
00:23:33: Doch einige medizinische Themen waren natürlich für die KollegInnen Neuland und manche haben gesagt, nee danke ist nicht meine Baustelle.
00:23:41: Also wenn du so ... muss man ja auch mitkönnen.
00:23:47: Ich bin jetzt nicht in die Materie gehen aber wenn mir ein Anuspreta-Breutel hat der hängt dann draußen an dem ... Darmausgang, das kann nicht jeder sehen und dann sagt der eine oder andere Entschuldigung.
00:23:58: Ich bin aber Schulhilferin.
00:23:59: so ne ich wollte jetzt eigentlich nicht darum wühlen So dass war jetzt für mich alles.
00:24:03: natürlich kein Neuland Aber ich habe ganz viel über Autismus und adhs gelernt Und diese Kinder haben dann im günstigsten Fallanspruch auf mich Und ich betreue die, begleite die im Schulalltag.
00:24:15: Aber es ist ja irgendwie, kann ich mir vorstellen, dass man viel Dankbarkeit spürt oder?
00:24:19: Das ist ein sehr...
00:24:20: Es ist toll!
00:24:21: Rewarding
00:24:22: fällt mir dann auf Englisch ein.
00:24:23: Ja
00:24:24: du also meine English-Systeme sind sehr überschaubar und was ist das jetzt auch?
00:24:28: Also pass auf, es war so verrückt als ich diese Schule besucht habe zum Schnuppherren in Wilmersdorf Charlottenburg.
00:24:36: Okay.
00:24:37: Und schon die erste Lehrerin die kam, die war so Herzlich.
00:24:40: So nett, ey du mir gingst durchs Mark und Bein.
00:24:43: ich hab gedacht so oh mein Gott was ist das?
00:24:46: Um jetzt mal wieder den Vergleich zur Pflege weißt du was ich meine Wertschätzung ist da ein bisschen fremdwohlt weil eben auch Stress oder wie falsch verstehen nicht dass da in der Schule kein Stress ist aber was ich da erfahren habe Entwahnsinn.
00:24:59: Das ging durch Marc und Bein, ich hab gedacht so krass was ist das?
00:25:02: Das fühlt sich so kras angenehm an, also angekommen irgendwie.
00:25:06: Also kannst du dir vorstellen nach dem Schnubbertag bin ich noch durch drei andere Klassen geritten und dann hat die gleich gesagt oh willst du nicht unbedingt her kommen?
00:25:14: Weil ich sagte der Moment mal ich will immer noch drüber schlafen und ich bin aufgewacht habe gedacht dass es ist und mache das und auch das natürlich nicht voll mein Gott möchte ich mir meine Rente später wissen.
00:25:23: aber egal auch das nicht voll.
00:25:25: Ich habe alle Ferien frei Und das erlaubt es mir, deshalb sage ich's jetzt nur.
00:25:29: Das erlaubte es mir eben auch so ein bisschen künstlerisch zu arbeiten und dass sich dann den Nachmittag irgendwie verplanen kann.
00:25:37: Ja gut du musst die Lautstärke abkönnen ohne Frage!
00:25:39: Du musst mit Kindern können.
00:25:41: Hallo?
00:25:41: Auch keine Frage.
00:25:42: Ich bin an der Grundschule Aber ist es so... Ich halte den Lehrern so den Rücken frei.
00:25:50: Also ich tone dadurch die Klasse, wenn wir Unternehmung machen wie so ein Schäferhund... ...ich gucke immer dass die Gruppe immer so zusammen bei wie so einen Hütterhund.
00:25:57: So das sind meine Stärken und Kinder haben guten Draht zu mir.
00:26:01: Das liegt jetzt als wie ein Eigenlob aber letztendlich muss man ja Sachen mitbringen und da weiß ich bin endlich mal angekommen wo ich denke das ist das was gebraucht wird.
00:26:11: Also ich kann es wirklich nur jedem empfehlen, entweder auch ehrenamtlich mal so eine Tätigkeiten zu machen mit Menschen.
00:26:16: Es bereichert.
00:26:18: Das klingt jetzt so pathetisch aber ja es bereicherte und ist für die Seele gut.
00:26:25: Und wie viele Jobs willst du noch machen bevor der Rente geht?
00:26:28: Pass mal auf, ich bin ja noch Hundetrainerin!
00:26:30: Ich habe zwischendurch in einer Hunde-Kita geoutet.
00:26:33: Ja genau,
00:26:34: ne
00:26:34: ne, ich hab ja zwischndurch.
00:26:36: als ich bei meinem Pflegeberuf aufgehört hab ich schon immer zwischendurch in einem Hundekita gearbeitet, wo also Frühdienst-Nachtdienst alles war.
00:26:43: Wie man sich eine Kita vorstellt und dann früh die Leute ihren Hund gebracht.
00:26:46: Tschüss Mama geht jetzt zur Arbeit tschüß!
00:26:49: Und dann wurde der Hund da gelassen.
00:26:50: oder wenn sie ein Urlaub fahren ja tschüs und dann blieb der Hund halt da und die haben wir dann bespielt und gemacht.
00:26:55: und weil ich mir in der Zeit selber einen Hund aus dem Tierschutz holen wollte und auch jetzt gemacht habe, dies ist jetzt schon dreizehn, habe ich ne Hunderttrainer Ausbildung gemacht Und das war sehr gut, weil dann konnte ich natürlich die Hunde ... Ich bin auch extreme Hunde-Fan-Nen so.
00:27:10: Aber ich wollte die Hunder noch besser lesen können.
00:27:13: und jetzt kommt's, pass auf!
00:27:16: Jetzt kommt der Clou, jetzt bin ich an dieser Schule und sage zu den Lehrern, passt auf wie meine Tochter mal so schön sagt, wie der Hase hoppelt, ich hab kein pädagogischem Background, ne?
00:27:26: Also ich kann hier irgendwie meine Basics als Mutter hier einbringen.
00:27:30: Ich hab meinen Kind, glaub ich, ganz gut hingekriegt.
00:27:31: Ey, ich bin hier irgendwie Krankenschwester.
00:27:33: Das könnt ihr auch ganz gut nutzen.
00:27:34: und jetzt komm, zahlt dich fest du... ...ich bin Hundetrainerin!
00:27:38: Natürlich Gelächter ne?
00:27:39: Na wie sagt er?
00:27:40: Nee lasst euch das erklären.
00:27:42: Ob ich jetzt bei einem Hund oder bei nem Kind konsequent bin und sanktioniere im Sinne oder lobe beim Hunden Leckerli bei nem kind Schulterklopfen oder sagen, hey hast du super gemacht.
00:27:59: Ist total egal!
00:28:00: Du wirst lachen.
00:28:01: ich kann diesen Basics eins zu eins da umlegen.
00:28:05: Es klingt echt bekloppt aber auch so.
00:28:06: dieses weißt du wenn du so klare Ansagen machst?
00:28:09: Hand vor und sagst stopp nein ich möchte das nicht oder so?
00:28:13: ne?
00:28:13: Das kannst du jetzt beklappt bei dem ein autistischen Kind hat.
00:28:15: Das habe ich intuitiv gemacht.
00:28:17: die haben sich alle gewundert.
00:28:18: Die haben gedacht krass der hört ja also so einfach hand vor hab ich gesagt Stopp einfache Sprache.
00:28:23: drei Wörter in einem Satz Meine Rede zum Sonntag.
00:28:27: Jetzt haben wir über alle Jobs gesprochen, oder?
00:28:28: Ja!
00:28:29: Treffen wir uns in zwanzig Jahren nochmal,
00:28:31: da hast du noch
00:28:32: fünf Job dazugekommen vielleicht
00:28:33: schon.
00:28:34: Nein, aber ich hab fast eine Rente,
00:28:35: Gottes Willen.
00:28:36: Aber vielen Dank fürs Gespräch.
00:28:37: Danke schön, ich danke auch.
00:28:39: Tschüss.
00:28:39: Eine herrliche Berliner Schnauze und ein Leben das zeigt wie nah für Sorge- und Erschöpfung beieinander liegen können und wieviel Würde in diesem Beruf steckt wenn man ihn wirklich lebt.
00:28:49: Und in der nächsten Folge spreche ich mit Bettina Göring.
00:28:52: Man hört es schon am Namen, sie ist mit einem der führenden Nationalsozialisten verwandt.
00:28:57: Sie isst die Großnichte von Hermann Göring.
00:28:59: Wie sie mit dieser Familiengeschichte lebt und wie sie ihr ganzes Leben geprägt hat – das hört ihr beim nächsten Mal!
00:29:06: Ich bin Matti Geier, bis
00:29:15: dann!
Neuer Kommentar