Kind im Inferno der letzten Kriegstage | Was für ein Leben - Folge 13

Shownotes

Eine Biografie zwischen Kriegserfahrung, Erinnerung und zivilem Engagement

Manche Erinnerungen lassen einen ein Leben lang nicht los. Die von Arnold Mosshammer gehören dazu. Ende April 1945 wird das kleine brandenburgische Dorf Halbe zum Schauplatz einer der letzten großen Schlachten des Zweiten Weltkriegs. In der sogenannten Kesselschlacht geraten Zehntausende Soldaten, Flüchtlinge und Zivilisten zwischen die Fronten von Wehrmacht und Roter Armee. Innerhalb weniger Tage sterben vermutlich bis zu 60.000 Menschen. Arnold Mosshammer ist zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt. Gemeinsam mit seiner Mutter und Großmutter verbringt er vier Tage in einem Keller, während über ihnen Granaten einschlagen und Maschinengewehre rattern. Als sie schließlich ins Freie treten, sehen sie eine zerstörte Landschaft – und unzählige Tote. In den Wochen danach helfen die Überlebenden, die Opfer zu begraben. Entlang von Straßen, in Gärten und auf Feldern entstehen Massengräber. Für den jungen Mosshammer wird diese Erfahrung prägend. Heute liegen auf dem Soldatenfriedhof Halbe mehr als 26.000 Kriegstote. Viele von ihnen sind bis heute namenlos.

Arnold Mosshammer lebt inzwischen wieder in Halbe. Die Erlebnisse seiner Kindheit haben ihn zu einem entschiedenen Gegner von Rechtsextremismus gemacht. Seit Jahren engagiert er sich in einem lokalen Aktionsbündnis und stellt sich gegen Neonazi-Aufmärsche – ausgerechnet an dem Ort, der so eng mit seiner eigenen Geschichte verbunden ist. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Arnold Mosshammer über das Erlebte, über Erinnerung und Verantwortung – und darüber, warum es wichtig ist, Haltung zu zeigen.

Habt ihr eine Geschichte für uns? Kennt ihr jemanden, der oder die ein außergewöhnliches Leben geführt hat?

Eine Geschichte, die man einfach hören muss? Dann schreibt uns an matti.geyer@fluxfm.de

– vielleicht wird genau daraus eine der nächsten Folgen von "Was für ein Leben".

Zum Host des Podcasts: Matti Geyer arbeitet als Redakteur beim Berliner Radiosender FluxFM. Speziell durch seine Arbeit als Stadtführer von toursofberlin bringt er Expertise in Sachen Historie ins Programm ein.

Transkript anzeigen

00:00:02: Flux-FM, was für ein Leben.

00:00:05: Außergewöhnliche Biografien auf Flux Fm!

00:00:08: Es gibt Orte an denen Geschichte nicht einfach vergangen ist sondern bleibt.

00:00:13: man kann sie sehen und spüren und manchmal trischt man dort auch Menschen die sie noch erlebt haben.

00:00:20: Hi ich bin Matti Geier.

00:00:21: in diesem Podcast spreche ich mit Menschen die Geschichte nicht aus Büchern kennen sondern aus ihrem eigenen Leben.

00:00:27: so wie Arnold Mossam.

00:00:29: Den habe ich genau an so einem Ort getroffen, auf dem Soldatenfriedhof in Halbe.

00:00:35: Das ist ganz in der Nähe im heutigen Tropical Island also südlich von Berlin und wir sind erst zusammen über den Friedhof gegangen haben uns danach in den Gedenkraum gesetzt und dann hat er erzählt.

00:00:47: Von April nineteenhundertvierzig und der Kesselschlacht von Halbe eine der letzten und blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs.

00:00:55: Arnold is damals zwölf Jahre alt.

00:00:58: Was das mit einem Menschen macht, das wird er jetzt.

00:01:03: Und das ist meine Geschichte!

00:01:06: Außergewöhnliche Lebensgeschichten auf Flux-FM.

00:01:10: Sie sind ja nicht von Anfang an in halbe Groß geworden?

00:01:12: Wo

00:01:13: kam denn Ihre Familie her und wann sind sie hergezogen?

00:01:15: Also ich bin nicht vom Anfang an eine halbe groß geworden sondern ich bin in Berlin geboren und wir sind auch in Berlin.

00:01:23: Wir haben dort geblieben und gewohnt.

00:01:28: Wegen der Bombenangriffe, die sich massiv ausweiteten, sind wir dann nach Halbe gegangen, wo er da verwandt war und dadurch Kontakt hatten, um hier eine bliebende Bleibe zu finden.

00:01:44: Haben Sie Erinnerungen an Hitler?

00:01:46: An die Nazis als sie klein waren?

00:01:48: oder was Ihre Mutter zudem gesagt hat?

00:01:49: Ja,

00:01:50: habe ich!

00:01:51: Da gab es ja oft auf Demonstrationen und so weiter.

00:01:55: Und ich war dort sehr schwarzfahrig, und da traurte sich meine Mutter auch nicht hinzugehen weil sie jeweils noch was angepübelt worden ist dass ich eigentlich kein solcher wäre.

00:02:08: Das arische Vorbild war ja blond also da kann ich mich ganz genau sagen.

00:02:14: Dann von mal zur Kesselschlacht.

00:02:16: jetzt von halbe.

00:02:17: das war eine der letzten große Schlachten Parallel zur Schlacht um Berlin?

00:02:22: Da waren sie zwölf Jahre alt.

00:02:23: Welche Erinnerungen haben Sie denn an die Vorbereitung zur Schlucht?

00:02:27: Die Front war ja näher gerückt, aber die sowjetische Truppen stand noch auf der östlichen Seite von Maroder und da wurde die Klassenräume hergerichtet mit Strohsäcken für Flüchtlinge die jeden Tag hier ankamen.

00:02:50: und wir größeren mussten dann mit den kleinen Handwagen immer zum Bahnhof, wenn die Züge ankommen fahren um dort die Flüchtlinge in Empfang zu nehmen.

00:03:01: Aber sie konnten nur eine Nacht dort bleiben und mussten nächsten Tag weiterziehen um Platz zu schaffen für die Nachfolgung der Flüchtlingen.

00:03:09: Und das hörte dann natürlich im März auf.

00:03:14: da wurde die Schule Vorbereises als letzter Rett.

00:03:18: Als zwölfjähriger hatten Sie nicht Angst oder standen nicht die Gefahr, dass sie als Volkssturm mit reingeschmissen werden?

00:03:25: Sie hatte ich zwar aber da war ich Gott sei Dank noch etwas zu jung.

00:03:31: Wenn ich ein Jahr älter gewesen wäre, wär mir das so fort passiert.

00:03:34: und dann kam die nächste Phase wo diese ertischen Truppen die deutschen Truppen immer weiter zurück drängten.

00:03:45: Im Näher kommt der Front zuerst sehr, sehr leise die Geschützdonner und also die Einschläge hören konnte.

00:03:59: Je näher die Frontkram immer stärker wohnen das schubt sich dann über ein paar Tage hin.

00:04:05: Und später eben auch die Schützenwaffenhörse.

00:04:11: Unser Beheilstein steht ungefähr hundert Meter vom Badendamm entfernt Und dort beschossen die Tiefflieger die Schüge.

00:04:21: Fanden sie das als zwölfjähriger eher aufregend oder hatten Sie Angst?

00:04:25: Ich hatte natürlich Angst, ja.

00:04:27: Also das war eine Mischung nicht!

00:04:29: In dem Alter sind Jungs sehr unterschiedlich aber für Technik interessiert, aber natürlich auch Angst denn man wusste nicht ob es jeden Moment eintrippen kann und unser Behelfsträmen hat er ja kein Killer.

00:04:45: deshalb Da bin ich im Wald gegangen und habe so ein Loch ausgegraben.

00:04:50: Was ich ja in Wochen schauen sah, wie die Soldaten sich schützen Löcher- und Bunkerbauten stellte natürlich fest als Wildwehrjahr hat man ja noch nicht diese Kräfte wie anstrengend das ist dem Wald im Loch wo Wursteln sind zu graben.

00:05:07: So tief dass man damit stehen könnte.

00:05:12: Naja, ich dachte ach es reicht auch wenn man gebückt ist und so.

00:05:16: Und dann habe ich Wasser genommen, habe die oben rüber gepackt und habe Sandraut geschüttet... ...und bin dann auf einem Tag mit meiner Mutter und meiner Großmutter dorthin damit wir uns verschützen können.

00:05:31: Und da kamen dann ein Bekannter und sagte hier könnt ihr nicht bleiben!

00:05:35: Also das bietet gar keinen Schutz.

00:05:39: Außerdem, wenn er hier angetroffen wäre, sei besser gleich als Partisan.

00:05:43: Hier wär's jetzt und dann könnt ihr nicht bleiben.

00:05:46: Und da sind wir auf sein Geheiß in eine Fabrik die große Hallen mit Maschinen hatten, die unter Keller waren.

00:05:57: Und dort sind wir rein, als die Kampfhandlungen immer näher kamen.

00:06:01: Und dieser Keller war schon gerappelt voll von Menschen.

00:06:07: Der war ja nicht groß.

00:06:09: Es war eine furchtbare Luft da drin und vergründete kam rein kein Licht, aber die Kerzen als Beleuchtung hatte man.

00:06:22: Und dann haben wir nicht jede Familie den angesteckt sondern nur ein oder zwei Familien damit in dem Raum bisschen Licht war.

00:06:30: Wenn das alle war hat die nächste Familie eine Spende und auf dieser Automeise war dann Licht dort drin.

00:06:37: Sie waren vier Tage im Bunker.

00:06:38: Ja!

00:06:39: Also, sie müssen ja ununterbrochen dröhnen Schüsse gehört haben?

00:06:43: Ja,

00:06:44: ununterbroken.

00:06:46: Wobei das Ununterbrochend?

00:06:47: in Anführungstehe die Kampfhandlungen sind nicht unterbrochen mit der gleichen Intensität.

00:06:55: Die Kessurschlacht von Halbe dauert insgesamt nur wenige Tage vom vierundzwanzigsten bis zum achtenzwanzigste April nineteenhundertfünfundvierzig Aber sie hinterlässt eine Spur der Verwüstung, die bis heute sichtbar ist.

00:07:08: Wälder wurden zu Schlachtfeldern, Straßen zur Todeszon.

00:07:12: Am Ende starben vermutlich bis zu sechzig tausend Menschen darunter auch Tausende Zivilisten.

00:07:18: Noch heute werden in Wälden rund um halbe Überreste gefunden und auf dem Friedhof beigesetzt.

00:07:24: Wie war das wenn jemand draußen musste, um Wasser zu holen?

00:07:28: oder hatten Sie genug Essen trinken?

00:07:30: Natürlich hatten wir ... bloß eine ganz beschränkte Menge an Getränk und Essen mit.

00:07:37: Und das ging aus!

00:07:39: Das war natürlich vor allem durchs Schlimm, und dieses Werk wo wir waren liegt an einem See und in so einer Gefechtspause, wo es nicht ganz so doll zu ging sind zu dem Ufer von dem See haben uns ein Karn geschnappt und sind mit dem Karn über den See zu unserem Haus geworden und war uns glücklich, dass unser Haus noch stand.

00:08:09: Die Scheiben waren natürlich alle kaputt aber wir konnten uns Verpflegung holen.

00:08:15: War natürlich heilsprecherisch und sehr leichtsinnig.

00:08:20: Aber wenn man es schon erst mal zu trinken hat dann sieht man das etwas anders.

00:08:25: Aber der vermittelte uns schon einen Eindruck Was wir nach den Kampfhandlungen erleben werden, es war ein bestianischer Gestank.

00:08:36: Auf der einen Seite überall brannte es Pulver, Qualm, dann der Feuerqualm, denn überall die Explosionen und dann ein unwahrscheinlicher Verwesungsgeruch.

00:08:52: Die Sonne schien schon das war ja Ende April Und das waren Tage, wo sehr wenig wollten.

00:09:00: Früher waren in den Seen viele Fische und diese Fische sind in den einschlagenen Granaten alle zu Tode gekommen.

00:09:08: aber nicht überall ist die Schwimmbase kaputt gegangen so dass sie alle an der Oberfläche schwammen und durch die Sonneneinstrahlung in Trabesung übergingen.

00:09:20: Also das erlebten wir alles auf dieser Karte.

00:09:23: Aber wir waren glücklich, wenn man ständig den Tod vor Augen hat, stört er das natürlich nicht so.

00:09:29: und wir waren Glücklich, dass wir wieder in sichern Keller waren.

00:09:33: Und dann erlebsten wir während der Kampffeindlungen in dem Keller, dass natürlich immer mal Soldaten reinkam die verbundet waren oder die in den Fächshausen oder sich selber mal eine Pause gönnen wollten in eine halbe Stunde schlafen oder was zu essen, weil er ringsum überall freundbar war.

00:09:54: Und Flüchtlinge kamen und alle berichteten natürlich etwas draußen Furchtbares zerstörtes und wie das eben sowas sieht.

00:10:04: also es war grauenvoll und wenn man das schwerte wollte man eigentlich gar nicht raus.

00:10:11: Naja und dann waren die Kampfhandlungen zu Ende Und ich muss mal sagen, sie hat es ja gerade formuliert.

00:10:19: Wenn man unterbrochen den Gefechtslern mit kriegt und ständig die Angst hat ob's eintrifft... ...und nun tritt schlagartig toten Stille ein!

00:10:32: Ich kann's nicht erklären warum aber es ist genauso beängstigend und furchtbar.

00:10:40: was passiert denn nun?

00:10:42: Und nachdem also Wir wagten uns, die Stahlschirr zu öffnen und die Treppe um an frische Luft zu kommen.

00:10:56: Das war unsere Vorstellung.

00:10:58: Die waren natürlich anders als im Keller aber frische Luff wars nicht.

00:11:02: Haben Sie ja schon gesagt?

00:11:03: Ja.

00:11:04: Und da kamen wir ein sowertischer Offizier entgegen in blanke putzten Stiefeln exakter Uniform nicht mit Stahlheim, sondern mit Schirmütze.

00:11:18: Also der sah ganz anders aus als die deutschen Soldaten und der sprach uns in Deutschland natürlich an Wir möchten den Keller und Halbe verlassen weil ein Gegenangriff erwartet wird und wir sollen die normalen Krieghandlungen erleben.

00:11:37: Und als wir nun uns aufmachten, sahen wir auch die die sowertische Adelrie sich einrichtet gegen Westen, um diesen Gegenangriff abzuwehren.

00:11:50: Und da war es eben so mit dem Pulverdammt und überall explodierten noch Granaten nicht weil sie verschossen wurden, weil es überall brannte im Wald.

00:12:01: Mit den Waldbrennen das haben wir ja nur in den letzten Jahren erfahren.

00:12:03: Das war damals auch sehr trocken und es lag überall Munition rum und wenn es dann brannte, ist die natürlich schnell explodiert.

00:12:12: Aber das Schlimmste war, dass wir gemäher von dem Werk wegkamen.

00:12:19: Dort waren schon gleich tote Soldaten und zerschossene Kriegsfahrzeuge-Panzer aber bei uns an der Kellertür stand so ein SBW, der Wehrmacht, der einen großen Antenndrivat hat also ein Nachrichtenfahrzeug.

00:12:38: Das war alles kaputt und die Soldaten waren dort Tod, aber je mehr wir zum Bahnhof kamen, wo ja Deutschlands Delschieders waren und zum Ortszentrum.

00:12:51: Und dann die Kirsstraße lang wurde es immer mehr.

00:12:57: Die deutschen Soldaten lagen so dicht dass man nicht mehr treten konnte.

00:13:03: Und sie lagen nicht nebeneinander sondern die lagen übereinander.

00:13:07: Es war ab so wie vor.

00:13:11: Nur Soldaten, die durch schützten Waffen zu Tule gekommen sind, wo man den gesamten Körper noch normal erkennt.

00:13:19: Sondern es waren natürlich auch Reichen dort, die man gar nicht mehr als Menschen im Körper erkennen konnte – nur noch Fleischblumen und so.

00:13:29: Also ich muss mal sagen, die Bombenangreppe war ruhigbar.

00:13:35: Die Kampfhandlung in der Halbe war ruhiger.

00:13:38: Aber was ich dort zu sehen bekam unter Das übertauf alles.

00:13:44: Und dann sahen wir an der Seite, mehrere Soldaten zote übereinander liegen und plötzlich bewegt sich dieser Berg.

00:13:53: Da kam in dem Moment als wir vorbeikamen ein verbundeter sowertischer Soldat zu Bewusstsein, der unter den Gölzchen lag und koppelte vor und dadurch bewegte ihn.

00:14:07: Also es ist unbeschreiblich!

00:14:10: Ich muss mal sagen Ich konnte viele Jahre nach zum Denkton sich darüber nicht sprechen.

00:14:18: Und das war für mich so, als es dann wieder zu Silvester Feuerwerke gab.

00:14:25: Konnte ich die nicht aushalten weil sie mich immer wieder an Kampfhandung erinnerten.

00:14:31: An den Gefechtsrahmen, die harmlos ist.

00:14:34: Also jedenfalls sind wir dann immer weitergezogen und sahen dieses Grauen, was ich gerade geschildert habe auf jedem Schritt und Schritt.

00:14:46: Wobei ich sage muss hier weiter wir von Halme weg kam umso weniger wurde es.

00:14:53: Und da sind wir bis Krausnick gekommen.

00:14:56: das ist dort wo hier Tropika Island heute ist.

00:14:59: Da haben wir in der Scheune beim Bauern übernachtet und konnten nächsten Tag wieder zurück weil er die Gegenangriff nicht stattgefärbt hat.

00:15:11: Und da haben wir uns gesagt, also den Weg gehen ja nicht nochmal.

00:15:17: Wir nehmen einen anderen Weg und es gibt mehrer Wege daran.

00:15:20: Und je näher wer an Halbe kam in Merkes Buchels war es nichts anders als hier.

00:15:27: Merke Buchels auch alles zerstört.

00:15:30: Und dann ging es uns natürlich darum so schnell wie möglich nach Hause zu kommen um Mühe zu wissen ob unser Haus noch steht.

00:15:37: Und?

00:15:38: Wir kamen nach Hause erst stand.

00:15:42: Da lag ein deutscher Landat mehr nicht und dieser war von der SS erschossen.

00:15:48: Und hatte einen Schild um Freikätsformpreis, weil er, wie wir sagen mal wusste, der Krieg ist vorbei und hier musst du sehen zu überleben und sich zur Seite schlagen wollte.

00:15:59: und dann wurde er erschossen.

00:16:01: also es waren natürlich alle Scheiben kaputtes sehr klar.

00:16:06: und als wir nun zu unserem Grundstück kamen, kam uns einen Mann entgegen.

00:16:12: Der sagte, dass er natürlich Soldat war aber der war in Zivilkleidung.

00:16:20: bei uns im Bett liegt noch ein anderer Kamerad von ihm verbündeter und der berichtete uns das sie wie ganze Reihe von Soldaten natürlich erkannt haben.

00:16:35: der Krieg ist vorbei.

00:16:38: hier musste sehen dass du überlebst Und das war eben der, der vielleicht erst als Erschossel wurde.

00:16:47: Genau derselbe und die beiden hatten Glück!

00:16:50: Und als sie nun in unser Haus reinkamen, kam unserem Bett ein sowjetischer Soldater vor.

00:17:00: Versteckt?

00:17:01: Und dieser sowjetische Soldat hatte die gleiche Aupfassung... ...und da schlossen die dreien Sentimenten Krimen, dass es sich nicht gegenseitig verraten.

00:17:13: Und daraufhin holte der sowjetische Soldat seine Kameraden ran und dann feierten sie bei uns im Haus das Ende des Kesselschlachts von Halbeln.

00:17:29: Sie tranken aus unseren Gläsern Asen vom unserem Geschirr, spielten auf unserem Klavier und nach ein paar Tagen war der verbundete Schirrwald genesen dass sich Der andere Mann entfährt suchte, es liefen viele Fälle hier rum.

00:17:50: Es waren ja viele Tote aber es liefen auch noch viele herum weil er eben die Wehrmacht Keben-Benzime hatte und die ganzen Geschütze und das alles mit Pferden gesogen wurden und suchte sich schon einen Abzänger aus Metall.

00:18:04: Das war ein so Fahrzeug wo die Wehre macht Munitions transportierte Spannter der fährt davor und der verbundete dann drauf Und die wenige Harbe, die sie hatten und sind dann in Richtung Westen nach Hause.

00:18:18: Und Sie mussten dann die Leichen bergen?

00:18:21: Dass wir als Jugendliche möglichst das Graue nicht sehen sollten sondern die Aufgabe kriegten... ...die Pferdekadauer unter die Erde zu bringen.

00:18:30: Aber du hast ja traumatisch Trattung gewesen also mit den zwölfjährigen aber Pferden.

00:18:35: Aber die Pferde mussten auch weg, weil ja das alles in Verwesung überging.

00:18:40: Und diese Aufgabe – die Toten zu Beelsien war natürlich in erster Linie eine sehr moralische Aufgabe aber natürlich auch eine sehr wichtige hygienische Aufgabe.

00:18:52: Es gab in Halbe noch keine zentrale Wasserleitung sondern nur einzelne Brunnen auf Gehöften und keine Abwassersystem, sodass also dann die Voraussetzung für solchen Gefahr sehr groß war.

00:19:06: Und Lebensmittel gab es ja auch nicht viel.

00:19:09: Das waren so viele Tote, dass wir sie wirklich nur so schnell wie möglich an Ort und Stelle unterbringen konnten und nicht noch transportieren konnten.

00:19:20: Noch dazu gab es gar keine Transportblende da.

00:19:23: Wir hatten auch keine Technik zur Verfügung außer Hacke und Spaten und Schippe.

00:19:28: Das waren die einzelnen Werkzeuge, mit denen wir das alles bewerkstelligen mussten.

00:19:33: Und das Tag täglich und wie gesagt zu lang.

00:19:36: Wie

00:19:36: lange hat es gedauert?

00:19:38: Das hat mehr über Wochen gedauernet.

00:19:40: Und wie gesagt so ein Pferdekadar war, wo vier Pferde zusammen in Jeschur liegen und dann im Wald einen Loch zu finden, wo man erstmal ein Pfett reinkriegt und das aus dem Gescher raus schneidet, wo's aufgedunsen ist... und die Beine hochstehen, das uns noch zu kriegen war eine sehr körperliche Belastung.

00:20:05: Und ich war ja gerade in dem Alter wo Jungs nicht essen sondern eigentlich nur fressen können.

00:20:11: Die essen ja unwahrscheinlich viel.

00:20:13: aber da muss ich natürlich sagen dass es eine riesengroße Leistung war, dass dieser mätische Administration, wo sie ja noch keine DDR gaben verfügt hatten dass alle Schüler jeden Tag in der Schule ein Brötchen bekommen.

00:20:37: Ein frisches Brötchchen!

00:20:39: Ach es war hervorragend.

00:20:41: Freunde sind dann noch nach dem Krieg gestorben, weil Munition immer wieder explodiert ist.

00:20:45: Gerade wenn man ja auch immer gesagt die Leichen vergraben muss das bestimmt öfter passiert?

00:20:49: Ja!

00:20:49: Weil damals überall Munition rumlag und dort wo es brannte ununterbrochen explodierte so dass es lebensgefährlich war.

00:21:00: Und da haben wir die Granaten genommen So wie sie fertig waren bevor sie verschossen werden und dann auf den Baum stumm Das geschoss schon raufgeschlafen, damit das Geschoss aus der Kartusche rauskommt und man an die Pulverstrahlung kommt.

00:21:18: Die war dann so als Wunderkerzen abbrannt worden.

00:21:23: Und Schulkameraden von mir, da war ich Gott sei lange nicht dabei, sonst wollte ich ja nicht hier sitzen.

00:21:28: Die haben dazu gemacht und dann kamen sie zu Tuber.

00:21:33: Sie waren danach in der NVRA noch später?

00:21:35: Ja.

00:21:36: Wo man sich ja wundern könnte nach diesen Erlebnissen warum?

00:21:39: Das kann ich Ihnen genau bauen!

00:21:41: Weil ich dachte, es darf nie wieder ein Krieg von deutschen Buhnen losgehen.

00:21:47: Und genau das hatte die NVOR das Ziel und solange es praktisch die beiden Weltsysteme gaben, gab's die Kriege, die es jetzt alle gibt nicht.

00:22:02: Das war im Zusammenhang mit meinen Grunds.

00:22:06: Was haben Sie dann danach beruflich gemacht?

00:22:09: Da war ich... bei Bosch tätig und ich habe bei der NVA, war ich nicht in der Truppe.

00:22:17: Ich habe immer auf technischem Gebiet von einer Entwicklung der Technik gearbeitet und da war ich bei Bosz tätig aber im Prinzip dasselbe Werter gemacht, aber nicht mehr in Uniformen und war zuständig für die ganzen Objekte in Thüringen zum Ausbau des Fernsprecherortsnetzes.

00:22:39: Und da war ich natürlich viel mehr von zu Hause weg, als zur Zeit der NPA.

00:22:48: Da war ich die ganze Woche unten in Thüringen und nach der Wende hat dieses Werk von der Treuhand organisiert, kontinental übernommen und alle waren zufrieden.

00:23:00: ohne geht es weiter.

00:23:02: Und dann wurde dargestellt dass dieses Werk mit den Hallen die alle in Krinkerbaurier gebaut und alt waren, so marode sind, dass sie stillgelegt werden.

00:23:16: Und dann war der Arbeitslos.

00:23:18: Und was sich ja durch ihre ganzen Erlebnisse quasi durch ihr Lebens gezogen hat – ich erleben zieht nach wie vor – das Sie sich einsetzen gegen Krieg, gegen Faschismus?

00:23:30: Ja.

00:23:30: Und jetzt sind Sie seit den neunzig Jahren zurück in Halbe und engagieren sich ehrenamtlich politisch viel.

00:23:36: Was ist Ihr Anliegen?

00:23:36: Warum?

00:23:37: weil ich erkannt habe, dass das was gegenwärtig passiert mit den vielen Kriegen nichts sein kann, dass es ewig so ist.

00:23:50: Und ich der Meinung bin, dass eigentlich insbesondere der Ort Halbe – mit dem größten deutschen Soldatenfriedhof auf deutschem Boden nicht bloß als Erinnerung von fruchbaren Grauen dienen sollte Sondern als Mahnung und Ziel, das gerade von halber der Ruf ausgehen muss nie wieder Krieg und alles zu tun.

00:24:18: Damit kriege ich möglichst schnell und nicht mit Aufrüstung oder mehr Waffen sondern mit diplomatischen Mitteln zur Ende gebraucht werden.

00:24:28: Das ist mein Anliegen weshalb ich nach wie vor das für notwendig achte auch in meinem Alter.

00:24:37: Was für ein beeindruckender Mensch.

00:24:39: So viel erlebt und bis heute aktiv!

00:24:42: Was mich besonders beeindruckt hat, ist dass er sich Neonazis in den Weg stellt die versuchen diesen Ort für ihre Ideologie zu missbrauchen.

00:24:49: Er sagt erinnern isst kein Selbstzweck erinnernn heißt Verantwortung.

00:24:54: Das können wir glaube ich alle so unterschreiben Und in der nächsten Folge hören wir von einer Frau die ihr alle schon kennt Nina Hagen erzählt ihre Lebensgeschichte, vom Prenzlau Berg in die Punk-Szene nach London LA durch Abstürze, Extase und die Suche nach Sinn.

00:25:10: Ich bin Matti Geier sage wie immer Danke fürs Zuhören und wir hören uns in der nächsten Folge

00:25:22: wieder!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.